Auf dem Coast to Coast Way durch England: Tag 7 – von Patterdale nach Shap

Freitag,5. Juli 2024, 24 km, 950m+, 850m-


Heute ist unser letzter Tag im Lake District: und während die letzten Tage schon mit 15-17 km gut ausgefüllt waren, sollen es heute 25 km werden. Das beruhigt mich nicht wirklich … Unsere Gastgeberin bringt uns glücklicherweise die 1,5 km zurück ins Dorf, so dass wir sofort mit dem Anstieg Richtung Angletarn Pikes beginnen können.

Wir treffen heute viele Wanderer, nicht nur C2C-ler, sondern auch viele Tageswanderer. Zwei von denen geben uns den Rat, den überaus steilen Abstieg zum Stausee auszulassen, und stattdessen auf dem Plateau zu bleiben, um dann sanft am Ende des Sees zum Ufer zu gelangen. Super Idee – und so knacken wir auch noch die 800 hm – Marke und es sind 2 km weniger !

Das Wetter kommt heute sogar ohne Regen aus – nur auf den eisigen Wind kann Petrus offensichtlich leider immer noch nicht verzichten …



Gegen 17.00 gerate ich in Gewissenskonflikte: zum einen kommen wir an den malerischen Ruinen der Shap Abbey vorbei – zum anderen beginnt aber auch das Viertelfinale Deutschland/ Spanien um die gleiche Zeit… Wir besichtigen die Ruinen …. und auf den letzten 2 km bis Shap läuft der Liveticker.

Shap Abbey

In Shap angekommen essen wir Fish and Ships (sehr lecker !) kaufen Bier, Cider und Ginger Kekse und ich kriege gerade noch das Drama der Niederlage in der Nachspielzeit mit …
Übernachtung in einem Airbnb im Ort – ganz akzeptabel, aber gestern auf der Farm war es definitiv besser …
Morgen werden wir den C2C -Walk zeitweise verlassen, da ich uns die vorgesehenen 30 km nicht zumuten wollte ….

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Auf dem Coast to Coast Way durch England: Tag 6 – von Grasmere nach Patterdale

Nach einem Regentag ein Lichtblick!

Donnerstag 4. Juli 2024, 15 km, 650m+, 550m-


Ich hatte heute morgen überhaupt keine Lust aufzustehen ! Das Bett in der Regentonne ist super gemütlich und der seit Stunden prasselnde Regen sowie der Blick nach draußen (Bindfäden) inspirieren mich überhaupt nicht. Aber Liegenbleiben ist eben auch keine Alternative …

Im Regen: Blick zurück – der Thirlmere – Stausee


Also machen wir uns nach wiederum typisch englischen Cooked Breakfast auf den Weg: schon bald geht es steil bergan. Der Wind wird immer kälter und kräftiger – ich ziehe noch das Fleece unter die Regenjacke, muss aber den Poncho ausziehen, da ich bei dem Sturm sonst als Fallschirm fungiere… Der Wind ist so stark, und die Böen kommen so plötzlich, dass ich zeitweise Mühe habe das Gleichgewicht zu halten. Damit ist die Frage nach unserem weiteren Weg auch beantwortet: so leid es mir tut, die Bergvariante scheint mir heute zu gefährlich, so dass nur der – ‚low level Weg‘ durchs Tal bleibt. Heute vermisse ich zum ersten Mal – Stöcke ! Bei diesem rutschigen Untergrund und den glitschigen Steinen hätte ich etwas Stütze gut gebrauchen können.

Der Stausee von Ullswater


Kurz vor Ankunft in Patterdale hört der Regen auf, der Himmel reißt auf. Sonne ! Wir trinken Tee im White Lion, einem Inn aus dem 19. Jh, und laufen dann noch einen guten Kilometer zur mehr als 300 Jahre alten Greenbank –Farm , unserem B&B.

Greenbank Farm B&B


Morgen haben wir eine fies lange (25km) Etappe vor, bei der ebenfalls mächtig An – und Abstiege zu bewältigen sind. Wir werden früh frühstücken müssen ….

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Auf dem Coast to Coast Way durch England : Tag 5 – von Borrowdale nach Grasmere

…übers Fell….

Mittwoch, 3. Juli 2024, 15km 600m+/600m-


Das Wetter ist immer noch ein Thema -wie könnte es anders sein, ich bin in England: es ist bedeckt mit häufigen Phasen von feinem Sprühregen („gut für den Teint“) – glücklicherweise warmem Sprühregen. So habe ich mein Regencape dauernd griffbereit und ziehe es sicher zehnmal an und aus…..


Der Weg führt zunächst an einem kleinen Fluss entlang bergan (Stonethwhaite Beck) bis auf den Lining Craig (542m). Das hört sich überhaupt nicht hoch an, aber hier im Lake District ist das schon richtig Gebirge und die letzten Meter des Anstiegs sind heftige Kraxelei. Belohnt wird das Ganze mit einem – trotz des Wetters – tollen Blick fast bis zur Küste.

Zusammen mit uns quält sich eine mit Karte und Kompass bewaffnete Gruppe von Schülern hoch („Discovery Days“), sowie zwei junge Frauen, die wir gestern beim Abendessen kennengelernt haben. Die haben gerade in Oxford ihren Abschluss in Geologie gemacht und entspannen beim Coast2Coast von ihren Prüfungen. Zu den wenigen Fernwanderern, die wir bisher getroffen haben, ist noch ein junger Schweizer zu zählen, der durch die große Nationalflagge am Rucksack unverkennbar ist sowie ein älterer Mann aus Arizona, der mir schon am ersten Tag aufgefallen ist, weil ich aufgrund seiner geringen Geschwindigkeit dachte, dass er schon den ersten Anstieg nicht überstehen würde. Er erzählte, dass das jetzt sein zweiter Versuch sei – im letzten Jahr musste er bei schlechter Planung abbrechen. Ziemlich mutig ….


Wir wandern weiter über einen mit großen Steinplatten angelegten Weg, über die wir trockenen Fußes durch den Sumpf kommen. Auch die An- und Abstiege sind meist mit angenehm flachen Stufen aus Steinplatten ordentlich gebaut. Nur sind diese bei dem Wetter mächtig glatt, so dass ich höllisch aufpassen muss…. Heute morgen habe ich bei einer der vielen Bachquerungen eben nicht ganz so gut aufgepasst, und mich mit meinem Rucksack in der Position „Maikäfer auf dem Rücken“ wiedergefunden. Nass.


Da das Wetter am Nachmittag nicht mehr ganz so gut mitspielt, haben wir die Talvariante nach Grasmere gewählt, wo wir wieder in der JH übernachten – diesmal in einem „Landpod“ – das ist eine etws größere Tonne, die 4 Schlafplätze bieten soll (mir ist nur nicht so klar, wo ….).
Morgen haben wir wieder die Auswahl zwischen Berg – und Talweg: fragt sich nur, ob uns das Wetter die Wahl lässt …

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Auf dem Coast to Coast Way durch England : Tag 4 – von Ennerdale YH nach Borrowdale

Dienstag, 2. Juli 2024: Ennerdale YH nach Borrowdald YH 16 km, 1000hm ↗ und ↘

Man kann die Berge sehen ! Also spricht nichts dagegen, dass wir heute die ‚high-level- route‘ statt der Talvariante wählen.
Ich frage mich ständig, wie man diesen unmarkierten Coast to Coast Way ohne Track wandern kann. Der Weg verläuft häufig über kleine unscheinbare Pfade, die ich nie finden würde, wenn sie nicht so deutlich im Smartphone markiert wären. Auch den Einstieg zur Besteigung des ‚Red Pike‘, von dem aus wir dann über den Grat parallel zum Ennerdale Valley gewandert sind, hätte ich ohne GPS nie gefunden.

Vor allem, da der Blick ins Tal – einmal am Gipfel angekommen – zunächst nur jeweils für wenige Sekunden zwischen den Wolken möglich war. Die Sicht besserte sich allerdigns im Laufe des Tages und der Fotoapparat läuft heiß.

Die Lakelands sind zwar mit hier 800m nicht wirklich hoch – jedoch habe ich das Gefühl, mich in dieser baumlosen Landschaft mindestens 2000m über dem Meeresspiegel zu befinden.
Aber durch die steinigen Wege brauchen wir wieder ziemlich lange und sind froh, dass die letzten 4 km bis zur JH flach verlaufen.
Wir schlafen in einem ‚Camping Pod‘ (so einer Art Regenfass für Camper), da in der Herberge kein Platz für sie war. ..
Das Essen (Pizza für mich, Penne mit Pesto für Dagmar, dazu lokales Bier bzw. Cider) war wieder köstlich – insgesamt haben diese JH nichts mehr von dem verstaubten Ambiente, dass ich noch von früher kenne. Mal sehen wie es morgen weitergeht – auch da schlafen wir in einer JH !

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Auf dem Coast to Coast Way durch England : Tag 3 – von Cleator nach Ennerdale YH

Regen …. deswegen ist England so grün …

Montag, 1. Juli 2024, 19 km, 475m+, 400m-


Regen !
Der Park beim Blick aus unserem Zimmer kann noch so schön sein, wir müssen der Realität ins Auge sehen : es regnet, genauer: es regnet Bindfäden (oder junge Hunde – je nach Geschmack). Das englische Frühstück als Lebensgrundlage kam uns da wieder gut zustatten. Nach dem Frühstück haben wir uns notgedrungen in unsere Regenklamotten geschmissen und dann ging‘s raus ins feindliche (oder zumindest nasse) Leben. Demjenigen, der mir erzählt hat, dass es in England zwar immer wieder mal, aber nicht ausdauernd regnet, muss ich heftig widersprechen: heute hatten wir wirklich nur einmal Regen – von 8-15.00….

Blick Richtung Irische See


Beim Weg zum Aussichtspunkt des heutigen Tages, dem „Dent“, konnte ich die Küste beim Aufstieg zumindest noch erahnen- als wir dann allerdings auf der Kuppe ankamen, waren wir froh, das nächste Steinmännchen ausmachen zu können.

Wir trinken Tee im Pub – aber die armen Wanderer, die heute daneben im Zelt schlafen !


Ziemlich nass erreichten wir gegen Mittag in Ennerdale Bridge den „Fox and Hounds“ Inn. Leckerer Tee, gutes Internet- wir haben uns erst 1,5 Stunden später wieder in die unwirtliche Landschaft getraut.
Wanderer haben wir auch heute – mit Ausnahme der üblichen Hundebesitzer- kaum gesehen. Finde ich komisch. Der Weg ist mindestens so stark beworben wie der West Highland Way, auf dem sich ganze Menschenmassen bewegen.

Das Nannycatch Gate – vielleicht mit ‚Großmutterfang -Tor‘ zu übersetzen ?


Gegen 15.00 hört der Regen auf (exakt nach Angaben des Wetterberichts), allerdings haben wir den Trockenraum der JH doch dringend benötigt- selbst mein Smartphone hat wegen Feuchtigkeit gestreikt
Die anderen Gäste in der JH sind in meinem Alter und sehr nett – nur leider spreche ich nicht besonders gut englisch und der hiesige nordenglische Dialekt erleichtert die Verständigung auch nicht unbedingt.


Ob wir morgen den Weg über die Berge nehmen können ist noch nicht klar – Der Wetterbericht für morgen lässt zumindest ein wenig Hoffnung…

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Auf dem Coast to Coast Way durch England : Tag 2 – von St. Bees nach Cleator

Sonntag, 30. Juni 2024, 17,5km +4 km zum Abendessen…

Von St Bees nach Cleator sind es nur 7,5 km – aber wir hätten einiges verpasst, hätten wir den direkten Weg gewählt ….

Full English Breakfast

Wir haben den Tag zunächst mit „English Breakfast“ begonnen: weiße Bohnen, Ei, Würstchen, Kartoffelpuffer, Toast und die Quotentomate für den Salat find ich zum Frühstück ziemlich irritierend – aber man muss sagen, es hält fast den ganzen Tag vor: also eine gute Wahl für einen Wandertag. Heute ist Sonntag- um 9.00 Gottesdienst bei den Anglikanern. Das war – grob gesprochen- wie eine katholische Messe nach altem Ritus (also wie vor dem Konzil), nur dass mehrfach Bitten für König und Königshaus hinzukamen. Mit dem Pastor sind wir nach der Messe ins Gespräch gekommen. Der war bis zu seiner Pensionierung Militärpfarrer der NATO– zuletzt bei uns in der Nähe in NL- Limburg – er sprach fließend deutsch, niederländisch und französisch. Und diese reaktionäre Art der Messe gäbe es nur um 9.00. Um 11.00 hätten wir die moderne Fassung erleben können …

Nachdem wir am Strand von St Bees die obligatorischen Rituale erfüllt haben – die Schuhe mit dem Wasser der Irischen See zu benetzen und das am Ende in der Nordsee zu wiederholen, sowie einen Kiesel mitzunehmen, durch den zum Schluss der Wasserstand der Nordsee erhöht wird. Die nächsten Kilometer führen oben am Klippenrand die Küste entlang: vorbei an Vogelkolonien und mit Blick auf die Isle of Man. Nice.
Ich hatte übrigens viel mehr Wanderer auf dem Weg erwartet: wir treffen nur wenige – darunter einen Australier, der nach dem Camino nun den Coast2Coest in Angriff nimmt und eine Deutsche auf einem Hundespaziergang, die seit 20 Jahren hier lebt und uns etwas zu der sozialen Situation in dieser Gegend erzählt, in der es außer dem Atomkraftwerk, das zur Zeit zurückgebaut wird, kaum noch andere Arbeitgeber gibt ….

gerettet! der Geldautomat

Nach 10km an der Steilküste wendet sich der Weg ins Landesinnere durch eine sanfte Hügellandschfaft, zum Schluss über einen Bahntrassenradweg, der zum C2C für Radfahrer gehört.

Wir finden unseren sehnlichst erwünschten Geldautomaten (das Bier ist gesichert) und checken in dem mächtig in die Jahre gekommenen Ennerdale Country Hotel ein. Die Zimmer sind top, aber das übrige Haus zeugt vor allem von dem verblichenen Glanz sehr lange vergangener besserer Zeiten.
Abendessen wollten wir in einem bei Google gut bewerteten Pub in der Nähe – auf Dauer geschlossen. Der nächste Pub hatte das Essen abgeschafft, auch den Chinesen gab es nicht mehr. Es blieb der Lieferservice ‚Kebab Haus‘ mit vorzüglichen Wraps, die wir vor Ort verzehren konnten – mit dem Fernseher (England- Slowakei) im Blick. Dann noch ein lokales Bier in der Bar des Hotels- sehr ansprechender erster Wandertag.

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Auf dem Coast to Coast Way durch England: Tag 1 – Flug nach Manchester, Zug nach St. Bees

Samstag, 29.Juni 2024

Ich sitze im Pub des Queens Hotel von St Bees, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung „ Coast to Coast“. Gerade ist Halbzeit des Achtelfinales Deutschland- Dänemark, ich habe ein leeres Glas Bier vor mir, und überlege mir, wie ich an ein weiteres Getränk kommen kann – das erste hat mir eine nette Engländerin gerade bezahlt.
Dagmar und ich haben nicht daran gedacht, am Flughafen in Manchester einen Geldautomaten zu suchen, und jetzt haben wir den Salat – keine britischen Pfund in der Tasche. Und ohne Pfund kein Bier. Und auch kein Abendessen – ws ist schon nach 20.00…

Hier sind wir am Ende der Welt , und da gibt es bekanntlich keine Geldautomaten.
Ansonsten war die Anfahrt unspektakulär. Ich glaube, ich habe jetzt das Rezept für die problemlose Anreise entdeckt: man muss nur so früh losfahren, dass man denkt, dass es jetzt schon absolut lächerlich ist, so viel Puffer einzuplanen … Scheint zu klappen, der Preis ist allerdings die Übermüdung aufgrund des verkürzten Nachtschlafs am nächsten (also heutigen) Tag.
Die Anfahrt selbst: mit dem Auto nach Welkenraedt – nicht bis zum Bahnhof, da durch die dortige Kirmes die Straßen gesperrt waren . Aber wir waren ja früh genug . Zug von Welkenraedt nach Fleurus, Bus zum Flughafen nach Charleroi – wir hatten genug Zeit, und haben trotz mieser Ausschilderung die Ersatzhaltestelle früh genug gefunden.
Dann pünktlich am Flughafen in Manchester angekommen- kurzer Schreckmoment inclusive: nein, der Zug ist noch lange nicht weg – die Briten haben Westeuropäische Zeit… .

Dann nehmen wir den Pennine – Express nach Carlisle. Von dort gibt es noch eine Bimmelbahn nach St Bees, die uns meist an der Küste entlang durch alte Bergbauorte durch eine sanfte Hügellandschaft führt, nicht unähnlich dem belgischen Kohlerevier östlich von Lüttich.
Und da sitz ich jetzt vor meinem einzigen Bier – Dagmar hat keine Lust auf Fußball- und feiere für mich alleine das 2:0 für Deutschland, während der Rest des Pubs die Dänen anfeuert … .
Morgen ist die Etappe eigentlich gar nicht so lang, aber wir brauchen dringend britische Pfund, und da müssen wir wohl etwas tricksen und vielleicht umdisponieren ….

🚶Juli 2024 – auf dem Coast to Coast Way durch England – von St. Bees zur Robin Hood’s Bay

Von der Irischen See zur Nordsee
durch drei Nationalparks!
In 16 Wandertagen, beginnend in Cumbria im Lake District
über die Yorkhire Dales
zu den North York Moors im Osten des Landes
durch unterschiedlichste Landschaften Englands.
Für mich, als quasi Neuling auf der Insel
eine tolle Erfahrung der Vielfältigkeit dieses Landes – und der Unberechenbarkeit des Wetters ….


Den Blog
schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch

Die Powerpoint
…. erstelle ich später zu Hause: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten

Die Diashow
… ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage.

… mehr Infos zu Wegbeschaffenheit und Höhenprofil?

Auf dem Lykischen Weg – Tag 13: Rückflug von Antalya nach Brüssel

Ostern 2024: Wanderungen in der türkischen Ägais

Freitag, 5.April 2024

Gut habe ich geschlafen in meinem von einem Deutsch- Türken geführten Hotel ‚Beyaz Melek‘ in Konyaalti, einem ruhigen, bürgerlichen Vorort von Antalya. Hier lässt es sich gut leben: nette Bars und Restaurants, ein kilometerlanger Strand mit Blick auf die Berge, und davor gelagert ein kühler Park.

Dort habe ich ein riesiges türkisches Frühstück zum Abschied genossen.

Dann bin ich in aller Ruhe mit Bus und (moderner) Straßenbahn zum Flughafen gefahren.

Der Kontrolleur an der Sicherheitskontrolle am Flughafen nahm Anstoß an meinem – eigentlich mit 6 cm Länge korrekten- Taschenmesser: 10€ dem türkischen Staat geschenkt, grrrr … .

Angekommen in Brüssel bin ich dann gleich mit dem Zug nach Hause gefahren- meine Freundin Andrea hat mich netterweise noch von Hergenrath vom Bahnhof abgeholt.
Wandern in der Türkei? Als Frau? Allein?
Ich fand es völlig unproblematisch. Die Türken, die ich kennengelernt habe, waren alle sehr freundlich und zuvorkommend. Um diese Jahreszeit waren auch die Preise akzeptabel – etwas unter dem Niveau in Deutschland.
Der Weg ist deutlich anstrengender als ähnliche Wege in Deutschland – das liegt vor allem an dem sehr gerölllastigen Untergrund.
Phantastisch ist die Internationalität des Weges: ich habe Wanderer aus 15 verschiedenen Nationen gezählt: Deutsche, Türken, Engländer, Australier, Letten, Tschechen, Polen, Ukrainer, Niederländer, Russen, Usbeken, Schweizer, Österreicher, Bulgaren und Iraner.
Ich glaube, ich habe schon eine Idee für den Osterurlaub im nächsten Jahr: ich kenne ja den westlichen Teil des Weges noch nicht….

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Auf dem Lykischen Weg – Tag 12: von Kekova nach Andriake (bei Demre)

Ostern 2024: Wanderungen in der türkischen Ägais

DONNERSTAG, 4.April 2024: 16 km, 260m+/260m-

Letzter Wandertag und jetzt erst fühle ich mich so richtig eingelaufen ….

Kekova (Kaleuçaĝiz)

Wiederum hatte ich das Glück, schon um sieben Uhr frühstücken zu können, so dass ich in der Morgenfrische mit wunderschönem Blick auf die Küste die Tour beginnen konnte. Durch Olivenhaine und auf Geröllwegen inmitten der Macchia schlängelt sich der Weg ohne größere Steigungen die felsige Küste entlang. Er scheint hier weniger begangen zu sein, an einigen Bauruinen mitten im Nirgendwo habe ich Mühe, den Pfad zu finden. Der Track hilft auch nicht wirklich weiter – die anderen haben genauso gesucht ..
Ich treffe zwei Weißrussen, die mir voller Begeisterung ein Video zeigen, das sie heute Morgen an einer Brücke aufgenommen haben: im Wasser schwimmende Schildkröten! Die will ich auch sehen! Aber vorher komme ich noch an einem strahlend weißen Strand vorbei, der zum Baden geradezu einlädt …

Mein Badestrand


Dann an der Brücke bin ich ein wenig enttäuscht: keine Schildkröten in Sicht – obwohl ich sicher eine viertel Stunde intensiv das Wasser beobachte. Ein alter Mann, der sich mit einer Säge etwas um den Wildwuchs am Weg kümmert, bietet mir Kaffee an. Wir trinken gemeinsam und schauen (erfolglos) nach den Caretta Schildkröten. Weiter flussaufwärts ginge es besser – nein, das ist für heute zu spät. Schade …

Den ganzen Weg seit Kekova folgt mir schon ein junger weißer, sehr scheuer Hund. Keine Chance ihn zurückzutreiben (Steinwürfe habe ich nicht versucht, er hatte schon Angst, wenn ich nur den Arm hob). Die ganzen 15 km ist er mitgelaufen! Ich habe versucht, ihm Wasser zu geben – ich weiß nicht, ob er es genommen hat. In Andriake angekommen, gehe ich über eine Brücke ans andere Ufer. Er will folgen: da stürmt eine ganze Meute von Straßenhunden des Ortes auf ihn zu, treibt ihn ins Meer und verhindert, dass er wieder an Land kommt. Ich kann das nicht mitansehen und gehe zurück. Die Hunde verschwinden mit Ausnahme eines jungen schwarzen Hundes, der ihn freundlich beschnüffelt und zurück an den Strand lässt. Mindestens 30 m Abstand hält er zu mir …. Ich schneide eine Plastikflasche längs auf, fülle Wasser hinein und lege mein letztes Stück Käse dazu. Dann gehe ich. Ob er den Weg zurück nach Kekova mit den nächsten Wanderern gefunden hat?

Weiter geht’s an den Ruinen von Andriake, des antiken Hafens von Myra entlang. Man sieht die Ausmaße des riesigen Kornspeichers, den Kaiser Hadrian errichten ließ, um das Getreide nach Rom verschiffen zu können. Später versandete der Hafen und musste aufgegeben werden. Jetzt geht es nur noch durch ödes Sumpfgebiet englang einer Asphaltstraße nach Demre . Ich halte den Daumen raus und ein Ehepaar hält an – Deutsche, die nach Kaş ausgewandert sind und mich bis zum Busbahnhof fahren.

Heute Abend bin ich mit Rosina verabredet, die ich in der Osternachtsmesse kennengelernt habe, und die schon seit einiger Zeit hier in Antalya lebt. Sie erzählt mir von dieser überaus lebendigen internationalen Stadt, in der Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen gut zusammen leben: Deutsche, Iraner, Russen um nur einige zu nennen . Wir essen leckeren Octopus mit Salat, kaufen in einer Bäckerei einen tollen Karottenkuchen und Bachlava und verzehren das alles mit einem Starbucks Kaffee am Strand. Zum Ausklang des Tages (oder zum Beginn des neuen Tages.….) dann noch in ein irisches Jazzlokal mit sehr leckerem Bier: Der beste Ausklang eines genialen Urlaubs !

Im James Joyce (das Foto habe ich allerdings nicht mitten in der Nacht gemacht ….)

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