2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 11

in Antalya

Untere Düden Wasserfälle

Sonntag – Ostersonntag, 20. April 2025

verwinkelte Altstadt in Antalya

Pläne im Urlaub sind dazu da, über den Haufen geschmissen zu werden …. Manchmal stellt sich das Ergebnis als positiv dar – manchmal auch nicht  …. Ich wollte heute mit dem Bus nach Side fahren, um dort Altstadt, Theater und den Apollontempel zu besichtigen.

Ja, und dann dachte ich, ich könnte doch vorher noch einen kurzen Blick ins Archäologische Museum werfen und vielleicht auch noch einmal – ganz kurz – schwimmen gehen…. Auf dem Weg bin ich an der orthodoxen Kirche vorbeigekommen, in der gerade der Ostergottesdienst gefeiert wurde. Ich bin kurz stehengeblieben und habe zugesehen: alle Frauen mit Kopftuch (das meist erst vor Betreten der Kirche umgebunden wurde). Neben dem Eingang wurden die Ostergaben für die Agapé – Feier gesammelt. Lange habe ich mich  da nicht aufgehalten- ich will ja noch kurz ins Museum.

Und ja, im Museum bin ich dann erstmal versackt, obwohl ich doch im letzten Jahr schon da war…. Später am Strand war es dann auch ziemlich schön … Leider war es nun inzwischen fast 3 Uhr und etwas spät, um noch 2.5 Stunde nach  Side zu fahren  …

Hier in Antalya (nicht nur am Strand) sehe ich höchstens 10 Prozent der Frauen mit Kopftuch – vor allem ältere Frauen tragen es …

Was tun mit  dem angebrochenen Nachmittag? Ich habe mir zunächst die Yivli- Minare Moschee aus dem 13.Jahrhundert angeguckt (Schuhe aus, langärmliges Hemd an, Buff auf den Kof und rein …) und mich dann entschlossen,  zu den unteren Düden Wasserfällen nach Lara zu fahren.

Auf dem Rückweg vom Bus aus : sicher 20 bis 30 Geschäfte mit Brautkleidern nebeneinander – und flanierenden Pärchen….

Lara ist die Top – Destination deutscher Reiseanbieter…  Aber ich habe dort zumindest keine großen Ressorts gesehen, nur eine  ganze – zzt ziemlich grüne – Stadt mit Gebäuden von mindestens 5 Stockwerken  und dazwischen viele Parks, deren Rasenflächen von unzähligen türkischen Familien zum Chillen und Picknicken belagert sind.

Die Düdenwasserfälle sind ca 40 m hoch‚ an sich also nicht so beeindruckend. Aber ein Wasserfall, der sich direkt  ins Meer ergießt, ist schon was Besonderes  … und gefühlt alle Türken nutzen dieses Panorama für das 4 – Generationen Foto …. Im Anschluss bin ich mit dem Bus wieder zum Hotel gefahren, habe ausgecheckt und mir quasi nebenan ein neues Hotel genommen‚ in der Hoffnung,  dass ich dort eine warme Dusche habe ..


Nachtrag: das Hotel ist alt und die Rezeption  längst nicht so nett – aber die Dusche ist ok mit warmem Wasser. Fast perfekt …!!

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 10

Antalya: Besichtigung von Perge und Aspendos

Aspendos

Samstag, 19. April 2025

Stadttor von Perge aus hellenistischer Zeit

Gestern habe ich noch Google getriezt, um (vergeblich) nach Öffis in Richtung Aspendos zu suchen. Heute bin ich dann einfach mal so los – mit der Überlegung, dass es in der Türkei oft Lösungen gibt, die nicht den Weg ins Internet gefunden haben.
Also mit der modernen Antray (Straßenbahn) zunächst zur Besichtigung der antiken Stadt Perge. Diese war zu hellenistischer und römischer Zeit eine der bedeutendsten Städte in Pamphylien. Die Befestigung entstand wahrscheinlich als Reaktion auf die schnelle Eroberung durch Alexander dem Großen. Die Stadt ist wirklich beeindruckend- mein Smartphone musste wieder Überstunden machen …

Im Ausgrabungsgelände sehe ich ganz junge Hunde – vielleicht 3-4 Wochen alt – die toben wie wild herum. Total süß! Blöderweise bedeutet es allerdings – wenn sie größer sind- dass es dann 5 Straßenhunde mehr gibt …

Da es noch nicht mal 12 Uhr ist, versuche ich noch nach Aspendos weiter zu kommen. Und das klappt ! Bis Serik mit einem Dolmuş, das ich in der Moovit- App gesehen habe, und in Serik gibt es ein kleines Dolmuş, das in keiner App vorkommt, aber bis Aspendos fährt. Eindeutig: die türkische Welt ist größer als das Internet!


Das Theater in Aspendos ist das besterhaltene, das ich jemals gesehen habe. Absolut beeindruckend!

Aspendos

Noch ein kleiner Spaziergang über das weitläufige Areal und dann geh ich zu Fuß Richtung Serik zurück, da ich keine Lust habe auf das Dolmuş zu warten. Ohne zu trampen hält jemand an und fährt mich nach Serik, so dass ich ohne Wartezeit nach Antalya zurückkomme.
Heute Abend noch in die Osternacht, die mir bei internationalem Publikum wieder sehr gut gefällt – diese archaische Liturgie ist schon sehr beeindruckend. Morgen? Wahrscheinlich weiter auf der Besichtigungs – Tour…

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 9

Von Terikova nach Çamyuva, dann mit dem Bus nach Antalya

Tahtali Dagi

Freitag, 18. April 2025, ca. 14 km

Heute wird  es richtig heiß,  und so bin ich ziemlich glücklich,  schon um 8.00 frühstücken zu können. Ich habe gestern Abend in Terikova eine nette kleine Ferienwohnung zu einem Last-Minute Preis gemietet, in der man es auch etwas länger aushalten könnte.  Komisch, ich habe jede Nacht im Zelt mit 50 cm Isomattenbreite richtig gut geschlafen – vielleicht mit Ausnahme der allerersten Nacht in Öludeniz, wo ich mies gefroren habe. Aber heute konnte ich in meinem Luxus- 160er Bett mit Klimaanlage nicht einschlafen und habe bis nach 3 Uhr wachgelegen. Ich sollte immer im Zelt schlafen  …..

Theater in Phaselis

Zunächst ging heue Morgen aber alles gut und ich war relativ schnell aus  Terikova raus. Es ist schon komisch: in den Dörfern in den Bergen waren die Leute auch arm, aber hier am Ortsrand geht die Armut einher mit Müll und Verwahrlosung. Sollte das an der Zerschlagung der dörflichen Strukturen liegen ?

An zwei Buchten vorbei, und ich war in Phaselis, wo zzt Ausgrabungen laufen,  so dass man leider nicht überall rumlaufen konnte.

Jetzt am frühen Morgen ohne viele Menschen war es trotzdem eine bezaubernde Atmosphäre: das Theater, der alte Hafen, der Aqädukt.

Alles gut – wenn ich nicht das komische Gefühl  hätte, als ob  mir  gestern oder heute irgendwas auf den Magen geschlagen wäre (oder bin ich nur müde?) …. Ich werde die Etappe heute deswegen nicht bis Kuzdere laufen. Aber eine Halbinsel habe ich noch vor mir: der Weg hier lohnt sich wirklich!  So finde ich als i- Tüpfelchen sogar noch meine Bucht zum Schwimmen. Danach gehe ich neben der Nationastraße D400 entlang nach Çamyuva und nach wenigen  Minuten kommt das Dolmuş, das mich in einer Stunde für 2,50 € nach Antalya bringt ..

In Antalya steige ich am Konyaalti Strand aus, esse mein Picknick (irgendwann muss die Dose ja mal leer werden),  bewege mich zur historischen Straßenbahn (gestiftet vor vielen Jahren von der Stadt Nürnberg) und komme rechtzeitig zur Karfreitagsliturgie in die katholische Gemeinde.  Wieder international besetzt  mit ca. 30 Menschen aus 10 Nationen. Die Polizei schützt (oder bewacht?) die Veranstaltung diskret von Weitem. Danach in mein kleines Hotel ein paar Häuser weiter und abends noch Essen mit Rosina, die ich letztes Jahr hier kennengelernt habe. Morgen ? Mal sehen, ich möchte etwas Antike besichtigen, aber ohne Auto bin ich nicht so ganz beweglich…

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 8

Von den Ewigen Feuern bei Çirali über Çirali nach Tekirova

Donnerstag, 17. April 2025,(25 km, 1000hm bergauf, 1400hm bergab)

Nach einer ruhigen Nacht (mit Käuzchenrufen) bin ich gegen 7.30 ohne Frühstück los, um im Ort Çirali mit einem leckeren türkischen Frühstück den Tag zu beginnen. Die Flammen sehe ich – wie auch im letzten Jahr- also wieder nur in den Morgenstunden.

Ein netter russischer junger Mann krault die Katzen an den Flammen und wir machen gegenseitig Photos.
Nach dem (mäßigen) Frühstück in einem Hotel wandere ich nach Norden. Der Weg ist in der gelben Bibel des Conrad Stein als nicht besonders lohnenswert erwähnt, so dass ich heute keine Deutschen sondern nur Russen treffe. Auf den ersten Teil der Wanderung trifft das Urteil ganz sicher nicht zu: ein stetiger Wechsel von An- und Abstiegen, schmale Pfade und schöne Badestellen.

Trinkwasser!!!

Aber nach einer alten Erzmine (Maschinen aus Stockholm!) gibt es nur noch eine Forststraße. Zwar mit tollen Blicken, aber unglaublich langweilig über 16 km. Glücklicherweise habe ich unterwegs wenigstens Wasser gefunden.

Der Strand, den ich mir zum Campen (und zum Baden) ausgesucht hatte, war leider von ein paar Russen belegt, die mir nicht gefielen.

So habe ich die letzten 6 km noch draufgesetzt und bin schlussendlich in einem tollen Appartement in Tekirova gelandet. Campen geht hier nicht: hier gibt‘s nur Ferienwohnungen und Ressorts.

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 7

Von Kabapinar nach Kinike und mit dem Dolmuş in die Nähe von Çirali

Theater in Xanthos

Mittwoch, 16. April 2025,ca.16 km

Das wiederum geniale Frühstück habe ich – umgeben von 3 Hunden, 4 Katzen, 1 Schildkröte und Hühnern mit Hahn (die schlafen übrigens in den Bäumen) – auf der Terrasse mit Blick auf Treibhäuser und Meer eingenommen.

Irene zieht ihr Müsli vor – zwei Stunden später. Unsere Vermieterin war lange in England verheiratet, spricht fließend gutes Englisch (in jedem Fall besser als ich) und hat hier ein liebevoll gepflegtes Zuhause mit schönem Garten und vielen Tieren aufgebaut. Sie kennt auch Kate Clow, die Initiatorin des Lykischen Wegs, mit der sie regelmäßig wandern geht. Kate Clow wohnt übrigens in Sidyma ….

Der Weg heute war im ersten Teil wieder phantastisch ! Schöner Anstieg im Pinienwald, dann steiler Abstieg über Geröll und über einen Maultierpfad ins Tal. Irene hat wegen ihres Knies eine zusätzliche Pause eingelegt, so dass ich allein nach Xanthos vorgehe. Aber je näher ich der Ebene mit den Treibhäusern komme, desto mehr Müll sehe ich und umso weniger Markierungen.

Da war mal der Lykische Weg ….

Nach einem neu errichteten Treibhaus, das den Weg zerschneidet, finde ich nichts mehr und schlage mich querbeet zwischen den Anlagen zur Straße durch. Wenn nicht die Hunde wären, die bellen und bei denen ich befürchte, dass sie ihr Grundstück verteidigen könnten !
Geschafft. Die Straße ist hässlich, glücklicherweise geht bald ein Feldweg ab. Auf diesem sehe ich Hunderte Kilo reife Tomaten ‚ wie auf einer Müllhalde weggeschmissen! Zwei habe ich fürs Abendessen mitgenommen …

Reife Tomaten

Am Endes des Feldwegs bietet mir der Fahrer eines kleinen Gemüselasters eine Apfelsine an. Lecker ! Dann bietet er an, mich nach Xanthos zu fahren. Das erspart 3 km doofe Straße in der Mittagshitze. Gerne!

Das griechische Theater und die Lykischen Gräber (mit erhaltenen Reliefplastiken !) gefallen mir gut. Anderthalb Stunden später kommt auch Irene. Ihr Knie ist gar nicht in Ordnung und so hat sie sich entschlossen, die einfacheren Etappen ab Kaş zu laufen, die ich noch aus dem letzten Jahr kenne. Ich fahre dann alleine mit dem Bus weiter bis Ulupinar, möchte von da aus zu den Feuern des Hephaistos in Çirali wandern und dort zelten. Ich hatte mir schon im letzten Jahr vorgenommen, diese Feuer bei Nacht zu sehen. Leider hat das auch in diesem Jahr nicht geklappt. Der Bus kam erst um 18.45 in Ulupinar an. Von da aus sind es noch 350 hm hoch und 5km Weg. Und die Sonne geht um 19.45 unter. Ich hab mich echt beeilt, aber man muss noch ins Tal, den Fluss furten und wieder hoch. Klappt nicht. Kurz vor dem Pass war ein großer schöner Platz, an dem schon drei Russen zelten, und den ich dann auch gewählt habe.

Aber hier ist echt was los in der Nacht. Inzwischen (22 .00) stehen hier 4 Zelte …

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 6

Von Sidyma nach Kabapinar

Dienstag, 15. April 2025, 17 km

Es gibt eine neue markierte Variante des Weges, die von Sidyma durch die Berge nach Kinik zu den Ruinen von Xanthos führt. Auf diese Weise vermeide ich den Weg durch die Ebene mit den endlosen Treibhäusern und den Nebeneffekten dieser intensiven Landwirtschaft- Müll und streunende Hunde.

Nachdem Irene und ich uns von den Ruinen von Sidyma verabschiedet haben (ich fand sie viel beeindruckender als im Reiseführer beschrieben), sind wir duch Olivenhaine und dann Steineichenwälder aufgestiegen, kommen an Weilern vorbei, bei denen die schnieke Moschee krass mit der Armseligkeit der Häuser kontrastiert.

Nach einem steilen Abstieg über einen alten Maultierpfad braucht Irenes Knie eine Pause und ich gehe allein weiter. Vorher telefoniere ich noch mit einer Pension für die Übernachtung (ich habe Glück, es geht auf englisch).  Bis Xanthos werden wir es nämlich auf diesen extrem steinigen Wegen, bei denen man mit Rucksack vorsichtig jeden Schritt suchen muss, nicht mehr schaffen. Die einzigen Wanderer, die wir heute treffen, sind zwei Kanadier aus New Brunswick, die ganz glücklich sind, von dieser Pension nach 2/3 des Weges nach Xanthos zu erfahren, die nur sehr schwer im Netz zu finden ist. Ich komme durch ein trockenes Flusstal voller Plastikmüll, dann entlang eines Bewässerungkanals  mit Treibhäusern, bis der Weg durch Pinienwälder wieder ansteigt. Leider gibt es hier gerade Forstarbeiten, es ist heiß und der Weg ist durch die großen Maschinen malträtiert… Ich verfluche gerade meinen Rucksack mit Zelt. 

Fast wäre ich über eine Schildkröte gestolpert: ich warte, bis sie Kopf und Beine wieder aus dem Panzer schiebt und beobachte, wie sie sich langsam über den Weg bewegt.  Beeindruckend,  wie aus einer anderen Epoche. Die Erfahrung der Langsamkeit… .

Endlich gelange ich ans Ende des 300 m Aufstiegs und stelle fest, dass die Markierungen (übrigens heute sehr gut: wir haben uns nur ganz selten verlaufen) querfeldein über scharfkantiges  Blockwerk – sehr photogen mit Ginster! – weitergehen. Zunächst noch bergab.

Da wo man die rot- weißen Markierungen sieht, ist der Weg. Dazwischen ist Klettern angesagt.

Noch ein kleines Pinienwäldchen, ein großer Bogen um die 3 Häuser des Dorfes und die Moschee, und ich sehe ein Haus wie ein Einfamilienhaus mit einem handgemalten Schild: Meyveli Ev Pension.

Sehr netter Empfang durch eine perfekt englisch sprechende Türkin, die lange in England gelebt hat, schönes Zimmer mit Dusche, Lademöglichkeit für meine gesammelte  Elektronik‚ nur leider wieder sehr schlechtes WIFI. So wird das nichts mit dem Blog …  Das Essen ist wieder genial. Richtig gute türkische Küche mit vielen kleinen Schälchen: gefüllte Paprika, Köfte, Bratlinge, Kartoffelsalat mit Oliven ….

Morgen geht’s weiter nach Xanthos  und dann werde ich die letzten Tage vor dem Osterwochenende nach Osten fahren für einige Etappen, die ich im letzten Jahr ausgelassen habe.

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 5

Von Yediburunlar nach Sidyma

Lykische Gräebr in Sidyma

Montag, 14. April 2025, 15 km

Aufwachen mit Blick auf diese  schneebedeckten Berge in der Stille der alten Schafweiden, im Rücken die uralten Zisternen. Hat schon was von Romantik … und wenn das Frühstück dann noch nicht mal gemümmelt unterm  Zeltdach stattfindet, sondern in unserem kleinen Restaurant von gestern Abend ist das Leben perfekt.  Wiederum ein tolles türkisches Frühstück mit Oliven aus dem eigenen  Garten, eigenem harten Ziegenkäse, Tomaten und vielem, vielem anderen.Nach dem Frühstück bin ich dann zunächst alleine weiter gelaufen, da Irene ihr Handtuch vermisste und zum Zeltplatz zurück wollte.

Der Weg verläuft mit vielen Aufs und Abs in ca. 500m Höhe immer  oberhalb der Küste: Tolle Blicke! Ich komme ins Gespräch mit drei Belgiern, die mich (und ich sie) vor einer uralten Olive ablichten. 

Immer weiter bergan bis Bel: ich finde das Dorf mit seinen drei Häusern nicht sehr anziehend – ein auswärtiger Bauarbeiter zeigt mir den Dorfbrunnen.

Ab jetzt wandere ich nicht mehr auf der doch ziemlich begangenen Hauptroute: ich biege ins Hinterland Richtung Sidyma ab, um möglichst den Weg durch die Ebene bei Patara mit ihrer intensiven Treibhaus- Landwirtschaft zu verkürzen. Diese Wegvariante ist schön: über weite Schafweiden, durch Pinienwälder und alte Pfade (etwas Pfadfinder – Qualitäten sind gefragt) nach Sidyma, wo ich mit Irene verabredet bin. Ich habe  Zeit, bei einer alten Frau einen frischen Orangensaft zu trinken  und dann in aller Ruhe die Lykischen Gräber zu besichtigen. Touristen in den Ausgrabungen gibt es fast  keine  und die Ruhe ist himmlisch. Der perfekte  Zeltplatz. Eigentlich wollten wir noch etwas weiter,  aber das hier ist zu genial !

Bei der Rückkehr zu der kleinen Kneipe laden mich noch ein paar türkische Wanderer auf einen Chai ein, Irene kommt gegen 18.00 und wir essen in meiner kleinen Kneipe ausgezeichnet zu  Abend. Ich darf hier sogar noch duschen ! Nur das Aufladen des Smartphones war etwas schwierig. Und so wird bei miesem Netz der Blog  auch nicht gepostet. Morgen soll es Richtung  Kinik/ Xanthos gehen.  Ob wir die 20 km in einem Tag schaffen  ?

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 4

Von Kabak nach Yediburunlar

Sonntag, 13. April 2025, 15 km

Das Frühstück im „Olive Garden“, unserem etwas gehobenen Campingplatz war absolut genial: Brot, warme Fladen mit Käse, Spiegelei, Honig, Grenadinemarmelade, Quark mit Erdbeeren, Oliven,  Gurken, Tomaten, verschiedene Käsesorten. Dazu Kaffee und frisch gepresster Grenadine Saft. Ich hatte Mühe, mich da durchzukämpfen… Wow !

Gut gestärkt dann durch eine beeindruckende Landschaft mit steilen Felswänden, Schluchten und faszinierenden Ausblicken aufs  Meer nach Alinca und weiter Richtung Yediburunlar.
Auf dem Weg ging  – leider mit ähnlicher  Geschwindigkeit wie wir – eine  Gruppe von Türken, die diese Tour als Betriebsausflug von Ford über 4 Tage durchführen. Ziemlich laut, ziemlich weit auseinandergezogen aber sonst ganz nett.

Außerdem hatten  wir heute noch Deutsche mit Wohnsitz in der Türkei, Bayern (wozu zähl ich die?) Weißrussen,  Russen, Kanadier und Niederländer.

Die Höhenmeter haben mich heute ziemlich fertig gemacht: ich merke deutlich meine miese Kodition. Das Zelt erschwert die Sachlage noch ….

Auf einer riesigen Schafweide mit Zisternen, 1,5 km vor Yediburunlar, die zur Zeit eher einer überbordenden Blumenwiese gleicht, haben Irene und ich unsere  Zelte aufgeschlagen, haben uns gewaschen  und sind ins  Dorf gegangen.

Das erste Mini Market – Lokal sah direkt sympathisch aus: wir haben in dem kleinen Lokal 2 große gebratene Fische, warmes Fladenrot, Fritten und Gemüse gegessen. Dazu als Getränk  Ayran.. Die  Türken sind hin und weg, wenn  sie realisieren, dass Irene türkisch spricht.  Die sind sowieso freundlich,  aber das ändert noch mal das Register. So durfte ich kein Trinkgeld geben, wir bekamen Äpfel geschenkt und Tee serviert,  und der Inhaber hat uns mit seinem Auto zum Zeltplatz zurück gebracht.

Total nett ! Morgen werden wir dort frühstücken  !

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 3

Von Ovacik nach Kabak

Samstag, 12. April 2025, 14km

Heute der Schreck in der Morgenstunde: ich bekomme eine SMS von meinem Handyanbieter, dass ich für 60€ Daten verbraucht hätte und die Karte jetzt gesperrt sei … . Mist. Keine Ahnung,  warum das (neue) Telefon nicht auf die türkische Karte geswitcht hat.  Ich habe jetzt die deutsche SIM entfernt und nun geht’s.  Grrr.

Der Weg ist hier auf dem westlichen Teil deutlich frequentierter als im letzten Jahr im Osten. Die Russen kenn ich schon: das sind die mit den Riesen- Rucksäcken. Hinzugekommen sind jetzt hier aber auch kleine türkische Gruppen. Mal überholen wir sie, mal sie uns. Und da Irene, mit der ich zur Zeit wandere, ein wenig türkisch spricht (und einige der Türken deutsch) , kommen wir immer wieder ins Gespräch. Einer heißt Erdoĝan („Kommentar: kein schöner Name – nennt mich ‚Erdo‘ …).

Die Blicke auf die Küste sind traumhaft, wir wandern durch Steineichen- und Pinenwälder in etwa 600m Höhe an der Küste entlang. Probleme mit Wasser haben wir in diesem Teil nicht- alle Brunnen sprudeln kräftig.  Gut, das verringert das Gewicht im Rucksack. Ich versuche auch, meine Vorräte möglichst aufzuessen- denn das Zelt will ja  getragen werden ….

Heute wollte ich lieber einen Campingplatz als einen  Spot im Wald: mich gelüstet nach einer Dusche und einer Lademöglichkeit für die Elektronik. Außerdem ist zum Abend Regen und vielleicht Gewitter angesagt. Das Preisniveau liegt in diesem  Jahr (oder ist es die Gegend oder die Jahreszeit?) deutlich höher als letztes Jahr: jetzt habe ich einen Zeltplatz mit Frühstück, im letzten Jahr für das gleiche Geld Halbpension in einem kleinen B&B. Das Abendessen hier ist köstlich: Gefüllte Auberginen mit Reis, ein Genuss! Und das ganze zu dieser Jahreszeit in familiärer, entspannter Atmosphäre. Herrlich!

Ah, noch ein Nachtrag zur Anreise: ich habe meine Trekkingsandalen eingepackt. …. Vielleicht sollte ich mir im nächsten größeren Ort mal ein Paar (!) Sandalen kaufen ?

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2025 Lykischer Weg: westlicher Teil – Tag 2

Von Fetiyhe über Kayaköy nach Ölüdeniz

oberhalb von Ölüdeniz

Freitag, 11. April 2025, 15 km

Blick aus dem Fenster im Frühstückraum des Hostels

Nach einer ruhigen  Nacht im Hostel  gab es heute Morgen Frühstück mit tollem Blick über die ganze Bucht von Fetiyhe – sehr nice !

Danach bin ich los, um mich mit Irene (der Frau, die ich gestern am Flughafen kennengelernt habe)  in Kayaköy zu treffen. Ich fand, dass ein Tag Akklimatisation ganz gut sei, um nicht sofort die vielen Höhenmeter  der ersten Etappe angehen zu müssen und Irene war einverstanden.

an der Werft- auf der linken Seite des Bildes sieht man eindeutig den Einstieg mit Hinweisschild für den Wanderweg ….

Der Einstieg in den Weg nach Kayaköy war nicht so einfach: ich bin erstmal auf dem Gelände der Werft von Fetiyhe rumgeirrt, bevor ich  gut versteckt den halb zugewachsenen Pfad  und das Schild entdeckt habe. Die Orientierung klappt am besten nach Indianerart: wo ist der Boden so platt getreten, dass schon ein  paar Leute vorbeigegangen sein könnten? Und zur Belohnung findet man dann ab und zu ein Wegzeichen … Dazu umgestürzte Bäume und Dornen.  Irgendwann war ich dann froh, als es auf einer „Dirt Road“, einer Staubstraße weiterging. 

alte Zisterne – ohne Wasser

Kurz vor Kayaköy kam ich zu einer Hochebene, auf der noch kleine  Landwirtschaft betrieben wurde: eine Hütte, zwei Schafe, ein Esel, Hühner und Gemüse …und  dann sah ich die Geisterstadt von Kayaköy: in den 20er Jahren wurde auf Betreiben des Völkerbunds ein „Bevölkerungsaustausch“ durchgeführt: die – oft schon  seit Jahrhunderten- in der Türkei lebenden Griechen mussten von jetzt auf gleich das Land in Richtung Griechenland verlassen  (nicht unbedingt zur Freude der Griechen im Mutterland) und vice versa. Ergebnis  war z.B hier in in Kayaköy eine komplett verlassene Stadt, die in Folge zu Ruinen verfiel – eine Geisterstadt ….

Ich fand diese Ruinen schon ziemlich beeindruckend  – war aber vor allem mächtig irritiert: keine Tafel,  die das himmelschreiende Unrecht dieser Vertreibung thematisiert, kein Museum zur Geschichte der Griechen in der Türkei.  Aber eine türkische Flagge an der ehemaligen orthodoxen  Kapelle   – und Eintritt! Das Maximum an Ignoranz !!

Da Irene auch nach meiner Besichtigung nicht angekommen ist und ich genug von der morbiden Atmosphäre hatte, bin ich den Weg Richtung Ölüdeniz weiter gewandert. Irgendwann, sicher 2 km später klingelt mein Telefon- für eine Gesprächsverbindung reicht aber das Netz nicht aus. Dann höre ich einen Ruf „Susanne“. …Irene hatte  50 m von mir entfernt versucht anzurufen.  Sie hatte sich mächtig  verfranzt und dann versucht querfeldein den Wanderweg wiederzufinden. Hat etwas länger gedauert, aber geschafft ….

Wir sind dann nach Ölüdeniz ans Meer, ich habe mich in die kalten Fluten gestürzt und hinterher haben wir nett zu Abend gegessen  mit Blick aufs Meer. Dann mit einem Dolmuş zum Ausgangspunkt des Lykischen Wegs und noch ein paar Kilometer bergan, um einen Zeltplatz zu finden. Beim nächsten Mal müssen wir das besser planen und früher anfangen: hier ist kaum Platz für 2  Zelte und wir sind beim Aufbauen in die Dunkelheit  gekommen.  Nicht so clever … Aber der Blick auf die Küste wird uns morgen früh entschädigen  . 

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