🚶März 2026 La Gomera – Tag13

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zu Fuß rund um die Insel: Rückfahrt- und Flug

Freitag, 3.April 2026 (Karfreitag)

Heute  geht es schon zurück ! Selten bin ich traurig, wenn ein Urlaub beendet ist, aber diesmal wäre ich gerne noch länger geblieben.

Die Insel bietet wirklich höchst unterschiedliche Eindrücke: Nicht nur, dass der grüne Norden, der feuchte Nebelwald und der karge – jetzt aber blühende! Süden die unterschiedlichsten Landschaften hervorbringen – diesmal hatten wir auch noch den Wechsel zwischen Regen, Sturm,  Unwetter und sonnigen Tagen.

Es war gut, dass ich Zeit für Tageswanderungen mit kleinem Gepäck eingeplant  hatte, denn die Höhenmeter bei der Steilheit der Wege sind schon herausfordernd.

Auch fand ich die Idee im Nachhinein richtig,  nicht nur dem GR131 rund um die Insel zu folgen, sondern die Abstecher in den Nebelwald auch mit einzuplanen – also auch Abschnitte auf  dem GR132 bzw auf lokalen Wanderwegen, den „Rutas“  zu wählen. 

Trotzdem haben wir noch viele Facetten auslassen müssen:  weder konnten wir die Inselumrundung ganz schließen- der Nordosten mit dem Enscherada -Gebirge fehlt ebenso, wie der äußerste  Nordwesten mit den Bergen westlich von Vallehermosa. Und auch die ganz steilen Barrancos im äußersten Süden wie auch das Zentrum des Nationalparks haben wir nicht gesehen.  Wir müssen  also nochmal zurück….

Heute haben wir noch einmal gut in unserer „Villa Gomera“ gefrühstückt, konnten dann aber leider nicht ordentlich einkaufen, da ich nicht bedacht hatte, dass Karfreitag hier auch Feiertag ist.

Um 12 Uhr geht die Fähre und dann haben  wir in Los Christianos noch viel Zeit, um über die Promenade am  Strand  entlang zu gehen. Eine Ferienanlage liegt neben der anderen,  ein Restaurant  direkt am nächsten.  Das ist eine  ganz andere Art von Urlaub.  Zur Zeit haben übrigens die Spanier Ferien, so dass  wir nicht deutsch, englisch  und niederländisch  an jeder Ecke hören (nur an jeder zweiten….).

Ich hatte sogar noch Zeit bei angenehm warmes Wasser  schwimmen zu gehen…. Ich schätze knapp 20 Grad Wassertemperatur und etwa 23 Grad in  der Sonne bei leichtem Wind. Höchst angenehm!

Playa America mit schneebedecktem Teide

Der Linienbus bringt uns dann von der  Playa America direkt zum Flughafen. Irgendjemand muss mir nochmal erklären, warum ich meinen 1cm breiten  Hosengürtel aus Plastik an der Sicherheitskontrolle durchleuchten lassen muss – aber sei’s drum ….

Sonnenuntergang … Leider mit vereisten Scheibe

Unproblematischer Flug nach Brüssel mit Ankunft kurz vor Mitternacht. Die  Abholung  vom Flughafen durch Parkos dauert allerdings mies lange (40 min, obwohl die Ankunftszeit des Fluges bekannt war) und die Rückfahrt ist aufgrund der Uhrzeit etwas nervig  aber – zumindest  für mich  – entspannt: Margot fährt….

Hey, war das ein super Urlaub  !

🚶März 2026 La Gomera – Tag12

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zu Fuß rund um die Insel: in San Sebastian

Donnerstag, 2.April 2026

Was hatten wir nicht alles für Pläne für den heutigen Tag: mit dem Bus zum Nationalpark, um den Alto Garajonay, den höchsten Berg Gomeras zu besteigen, über die Enscherada Kette im Nordosten zu wandern,  die wir zu Beginn ausgelassen haben …

Im Endeffekt sind  wir in San Sebastian im Park und am Strand geblieben  …..

Busbahnhof: wir warten uns die Beine in den Bauch ….

Das lag zunächst daran, dass nach exzellentem Frühstück  in unserem Hotel der Bus – mal wieder- einfach nicht kam. Eine Spanierin erklärte uns nach längerer Wartezeit das Problem: es sind Ferien, und da fahren die Busse noch seltener als sonntags. …. Also kein Nationalpark.

Nispero

Stattdessen Bummel über den kleinen Markt: es gab leckere Tomaten, Nispero, sehr guten frischen Ziegenkäse und Brot: das Mittagessen ist gerettet!  Und dann haben wir Faultier gespielt: Lesen im Park, auf der Strandpromenade und Schwimmen im Meer und ein Eis. Alles komplett entspannt – ein Hochgenuss!

Ich stelle fest, dass es eine Messe zum Gründonnerstag gibt und wir gehen hin:  die Kirche ist (mindestens) bis auf den letzten Platz besetzt: es sind nur wenige ausländischen Touristen anwesend,  vor allem Spanier, die meist in Sonntagskleidung gekommen sind. Ein Choral singt, die Messe ist feierlich.  Und der Pastor spricht so langsam und akzentuiert,  dass ich auch ohne Spanischkenntnisse einiges verstehe. 

Zum Ausklang des Tages essen wir in einem Fischrestaurant Paella und gegrillte Napfschnecken mit gomerischem Weißwein: einfach sehr  lecker.

Morgen gehen leider schon Fähre und Flug zurück Hause: Wetter in Aachen ca.10 Grad mit Regen ….

🚶März 2026 La Gomera – Tag11

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zu Fuß rund um die Insel: von Playa de Santiago nach San Sebastian

Mittwoch, 1. April 2026

Heute haben wir uns die Königsetappe unserer Inselumrundung vorgenommen: ich habe die Entscheidung, ob wir diese Etappe gehen, auch wegen meiner Tendinitis am Fuß, die mich immer noch etwas einschränkt, bis auf den letzten Drücker aufgeschoben. Ich (und ich denke Margot würde mir zustimmen) haben ziemlichen Respekt vor dieser Tour, die der Rother- Führer als lang und strapaziös mit 6 Stunden Gehzeit beschreibt. Und der Rother beschreibt die Wege ohne Mehrtagesrucksack … Der Weg von 20 km Länge und 1300hm im An- und Abstieg quert – wie immer in Gomera über steile Geröllpfade oder hohe Treppen auf Karrenwegen geführt – sechs Barrancos.  Kein gesichertes Wasser am Weg. Die Gegend ist menschenleer, da die Bananenplantagen auch wegen des mehrere Jahre lang ausbleibenden Regens schon seit Jahrzehnten aufgegeben sind.

Aber die Idee, den Süden der Insel, durch den es keine Straßen gibt, zu erwandern, ist höchst reizvoll und so gehen wir los. Der Weg ist traumhaft: an einem gut in die Landschaft integrierten Golfhotel vorbei steigt der Weg durch unendliche alte Terrassen – wahrscheinlich Bananenplantagen  – bis auf 500m an.

Wir gehen an verlassenen und verfallenen Siedlungen vorbei, in denen nach den Plantagenarbeitern offensichtlich Aussteiger gewohnt haben oder noch wohnen, die die Hauswände höchst kreativ und künstlerisch verziert haben ( mit oder ohne LSD?)… die Räume zeigen ein ungewöhnliches Gemisch aus einfacher Ordnung des täglichen Lebens und kompletten Chaos ….

Das Besondere auf diesem Weg: es hat ja in den letzten Wochen ungewöhnlich viel und heftig geregnet  – und diesmal auch den Süden nicht ausgespart. Das bedeutet, dass wir durch ein Blumenmeer wandern.  Ich war noch nie auf Gomera, aber ich bin mir sicher, dass dieser Anblick eher  ungewöhnlich ist.

Wir gehen im weiteren Verlauf nicht den direkten Weg durch den Barranco sondern den offiziellen GR, der durch die Ferienanlage „ El Cabrito“ führt.  Hier wird auf deutsche Urlauber zugeschnittener Öko- Wellnessurlaub angeboten mit Yoga- und Achtsamkeitskursen ohne WLAN.  In der  Outoorcommunity wurde über die Unfreundlichkeit der Betreiber geschrieben  – kann ich überhaupt nicht bestätigen: wir haben sehr nett und äußerst freundlich  Wasser und Kaffee bekommen  – eine  wichtig Stärkung für das letzte Drittel des Weges,  dass mir alles an Kraft abverlangt hat.

El Cabrito

Ziemlich auf dem Zahnfleisch  – aber immer wieder beglückt durch tolle Aussichten  – sind  wir echt spät  um 19.00 im Hotel ‚ Villa Gomera‘ angekommen. 

San Sebastian !!

Dusche !!!! Dann haben  wir noch ein nettes Restaurant nicht weit vom Hotel gefunden (Kaninchen mit kanarischer Sauce und choko – Tiramisu als Nachtisch) und dann bin ich innerhalb von Minuten eingeschlafen  …..

🚶März 2026 La Gomera – Tag10

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zu Fuß rund um die Insel: von Imada durch den Barranco Guarinmar nach Playa de Santiago

Dienstag, 31. März 2026

Heute Morgen gehen wir erst später los. Wir dürfen noch bis zum Mittag im Haus bleiben und wir möchten noch etwas den Garten genießen. Leider wird das nichts mit Sonne im Garten: heute ist sehr dunstig. Saharastaub bewirkt dieses diffuse Licht, dass aufgrund der Intensität der Staubwolke heute sogar die Starts und Landungen auf den kanarischen Flughäfen beeinflusst. Dieses Phänomen, ‚Calima‘ genannt, bringt vor allem einen komplett verhangenen Himmel (so wie ein Sommertag im Ruhrpott) und- Hitze, da der Wind aus der Sahara in Afrika und nicht vom Antlantik kommt. Uns beschert es Durst und einen staubigen, trockenen Mund …

Wir wollten eigentlich mit dem Bus zurück nach Imada, um von dort durch den Barranco de Guarinmar nach Playa de Santiago abzusteigen. Ich werde nie die Busfahrpläne dieser Insel verstehen.  Der anvisierte Bus um 11.50 verschwand einfach von der Liste.  Länger wollten wir nicht warten und sind die 4 km zu Fuß gegangen. (NB., geschrieben 2 Tage später – ich hab’s kapiert: hier ist ‚Samana Santa‘ und damit gilt der deutlich eingeschränkte Busfahrplan der Osterferien).

Terrassengärten am Einstieg des Barranco

Also zu Fuß: von einer kleinen Kapelle aus nehmen wir den Einstieg in den Barranco: sofort gelangen wir in terrassierte Gärten, teils verlassen, teils bewirtschaftet.  Nach einiger Zeit wird das Tal enger, Steilwände zu beiden Seiten .

Der Weg klebt (seilgesichert) an der Wand. Im tieferen Tal Palmen, aus denen noch etwas Palmhonig gewonnen wird. Hier hat es offensichtlich gebrannt: Die Stümpfe der Palmen ragen wie dunkle Säulen ohne Krone in den Himmel. Das Dorf Guarinmar,  bis zu dem es eine Straße auf der anderen Talseite gibt, besteht nur aus wenigen Häusern. 

Der Wanderweg führt noch 3 km weiter bis zum nächsten Dorf, dann müssen wir die letzten 4 km eine allerdings kaum befahrene Straße bis zum Strand latschen. Da die Straße nur zu  wenigen kaum besiedelten Weilern führt, ist mit Verkehr auch sicher nicht zu rechnen.  Um so ungewöhnlicher, dass diese komplett neue Straße so breit angelegt ist …. Ich habe da mal  EU  – Sponsoring in Verdacht …. Das Tal im unteren Teil wird als Baustofflager genutzt (ohne Zufahrt zu der neuen Straße….). Dann sind wir in Tecina nahe Playa de Santiago. Unsere kleine  Wohnung liegt  ein paar Serpentinen hangaufwärts.

Blick von der Terrasse der Unterkunft

Nichts Besonderes- klein und funktionell, ganz ok. Pizza zum Abendessen und ich schlafe fantastisch schnell ein…

🚶März 2026 La Gomera – Tag9

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zu Fuß rund um die Insel: mit dem Bus nach Chipude und über Imada nach Alajerò

Montag, 30. März 2026

Heute Morgen ging der Wecker um 6.30. Wir wollen mit dem Bus nach Chipude zurück, um von dort den GR (oder einen parallelen Wanderweg ) weiter Richtung  Südwesten nach Alajeró zu wandern. Der Bus soll um 8.10 fahren – wir waren auf Margots Drängen glücklicherweise um 7.50 an der Haltestelle. Der Bus kam um 8. 02 … .Nach unendlichen Kurven und 2 Tunneln sind wir oberhalb des Tals im Nebelwald und bald dann entlang des Weges, den wir 2 Tage vorher gewandert sind in Chipude angekommen . Windstärke 9 und gefühlt nur knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Wir brauchen einen Kaffee. Die Bar im Ort ist geöffnet, die Bacardis  gehen dort schon über die Theke – wir bleiben bei Kaffee.  Der weckt ein wenig die Lebensgeister !

Der GR 131 führt dann wunderschön – und saukalt –ohne viele Höhenmeter in Windungen den Hang entlang zur Ermità ‚Franz von Assisi‘  in Igualéro. Grandiose Blicke auf Herrero inclusive.

Um nicht in unmittelbarer Nähe zur Hauptstraße  weiterzulaufen, nehmen wir den Weg über einen lokalen Wanderweg nach Imada. Bergziegenqualitäten sind gefragt auf dem steilen alten Verbindungsweg bergab ins Dorf.

Ein Wasser im kleinen Bar- Restaurant und Gespräche auf deutsch und französisch mit einem schwäbischen Gerichtsvollzieher und seiner Frau, der für seine Ausbildung in Monschau gelebt hat, einem Pärchen aus der Gegend nördlich von Lüttich, denen das Wetter in Teneriffa einen Strich durch die Rechnung des Outdoorurlaubs gemacht hat (der Teide mit  allen MTB – und Wanderwege wegen Schnee gesperrt) und die deswegen jetzt auf Gomera sind. Und dann noch ein älteres Paar aus Aachen, die seit Jahrzehnten nach Gomera kommen und jetzt in Playa de Santiago überwintern.

Nach Alajerò ist es nicht mehr weit: noch auf einem alten Karrenweg und auf der neuen, zurzeit wenig befahrenen Straße zum Pass und weiter ins Dorf. Heute übernachten wir in einem von einem Franzosen vermieteten Ferienhaus .

Das Haus ist ein Traum: Blick auf den Süden der Insel und das Meer, ein unglaublicher Garten  mit Blumen, Obstbäumen,  kleinen Sitzecken. Alles ist hell und gemütlich.  Wirklich schade, dass wir hier nur eine Nacht sind.

Der Vermieter aus der Gegend von Nantes hat hier früher selbst gewohnt (jetzt lebt er im Dorf) und organisiert von hier aus Wandertouren.

Abends noch gegrillter Tintenfisch im kleinen Dorflokal – wieder unglaublich lecker.

Uns geht’s soooo gut hier !

🚶März 2026 La Gomera – Tag8

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zu Fuß rund um die Insel: Ruhetag in ValleGranRey

Sonntag, 29. März 2026

ValleGranRey – der Sehnsuchtsort jedes deutschen Gomeraurlaubers oder – aussteigers – und fest in deutscher Hand.


Wir haben ein nette 2 Raum- Ferienwohnung mit schöner Terrasse im oberen Teil des Tales und könnten ganz glücklich sein …. Nur leider habe ich mir gestern bei den gut 1000 Höhenmetern Abstieg die Sehnenscheiden am Fuß mächtig überlastet und bin heute komplett unfähig, die geplante Wanderung um das Tal des Königs herum durchzuführen. Ich habe schon Mühe, nur den kurzen Weg zu Fuß ins untere Tal zu gehen. Dort angekommen schlendern wir über den Kunsthandwerkermarkt, der übrigens ebenfalls in deutscher Hand ist. Ich werde fündig: ein Stehrumchen mehr zu Hause …

Dann geht es weiter zum Strand. Auch hier, wie auch auf dem Weg ins Tal sind die Folgen des Unwetters eindeutig sichtbar: mehrere Brücken sind weggerissen und die Wege voller Geröll. Am Strand genieße ich das warme Wasser und war eigentlich tiefenentspannt auf dem Rückweg: wenn sich nicht von einem 500m hohen Steilhang unversehens eine Erdlawine gelöst hätte und mit Getöse den Berg hinunter gebraust wäre. Das ist alles weit weg, aber schon ziemlich beeindruckend ….

Der Erdrutsch


Ich fahre mit dem Bus zurück ins Appartement und pflege mich auf der Terrasse, während Margot noch ein wenig durchs Tal schlendert und zu Fuß zurückkommt. Wir essen zum zweiten Mal unsere Nudeln mit Gemüse von gestern und gehen früh schlafen. Heute Nacht war die Zeitumstellung und morgen wollen wir zeitig raus, um den Bus Richtung Chipude zur Fortsetzung der Inselumrundung zu nehmen .
Ich hoffe nur, dass mein Bein das zulässt ….



🚶März 2026 La Gomera – Tag7

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zu Fuß rund um die Insel: von Las Hayas über El Cerrado und Chipude ins ValleGranRey

Samstag, 28. März 2026

Heute gab es zwei Wege zur Auswahl: entweder ganz weit nach  Westen wandern und dann auf dem Camino de la Merica über den Grat zwischen Meer und Tal 1200 Höhenmeter  in den unteren Teil des ValleGranRey absteigen.  Oder langsam über zwei früher bedeutende Dörfer Höhe verlieren und dann nur 800m auf dem GR steil ins obere ValleGranRey  wandern. 

Wir haben die zweite Alternative gewählt. In El Cercado wird noch auf ganz traditionelle Art ohne Töpferscheibe  getöpfert – so wie von den Ureinwohnern Gomeras vor der spanischen Invasion im 15. Jh. Dem Museum, das dieser Töpferkunst gewidmet ist, haben wir einen ausführlichen Besuch abgestattet.

Im Töpfermuseum

Danach waren wir in Chipude: Anfang des 20. Jhs hatte der Ort 2000 Einwohner  – heute knapp 200. Die dortige  Landwirtschaft hat damals den ganzen Süden der Insel ernährt.

Wir haben im netten Café Sonja Kaffee getrunken und danach in der gegenüberliegenden Kirche die Vorbereitungen für Palmsonntag beobachtet. Ein Trailrunner hat meine Befürchtung in Bezug auf den Zustand des weiteren Weges zerstreut  – es gibt zwar Geröll nach den  Regenfällen,  jedoch ist der GR glücklicherweise nicht abgerutscht. Gut. Auch die Querung des Baches am Fuß des Tales ist einfacher als befürchtet – nur die 800 Höhenmete Abstieg machen mich heute komplett fertig  – ich bin nur glücklich,  dass wir nicht due westliche Variante gewählt haben  …

Das Appartement ist nett mit schönem Balkon mit Aussicht aufs Tal. Nach kurzer Ruhe gehen wir einkaufen und zaubern dann Nudeln mit leckerer Gemüsesoße mit Käse. So geht’s uns gut !

Morgen, Palmsonntag,  wäre ich gerne  zur Messe  gegangen  – leider gibt es im gesamten Tal keinen einzigen Gottesdienst  … Komisch – aber wahr. So planen wir einen ruhigen Sonntag  am Strand  – auch eine  Alternative….

🚶März 2026 La Gomera – Tag6

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zu Fuß rund um die Insel: von Vallehermoso nach Las Hayas

Freitag, 27. März 2026

Am Frühstückstisch haben wir mit einem Iren geredet, der gestern von Süden aus Vallehermoso erreicht hat  -die Wege im Nationalpark sind zwar gesperrt aber unproblematisch  zu wandern ….

So  machen wir uns auf den Weg: es sind mehr als 1000 Höhenmeter im Aufstieg.  Zunächst am Stausee  Encantadora vorbei, dann ein langer aussichtsreicher Aufstieg in den Nebelwald. Dort sind wir eine kleine zusätzliche Runde durch den Raso de la Bruma gewandert – es sieht mit den Flechten und Moosen  wie ein mystischer Zauberwald  aus. Genial!

Das Hotel ist so mittelprächtig – eben wie ein  kleines Hotel in den Bergen.  Problematisch ist allerdings, dass hier heute Abend offensichtlich eine Fete mir Tanz steigt – Freitagabend auf  dem Dorf…

🚶März 2026 La Gomera – Tag5

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zu Fuß rund um die Insel: Tageswanderung von Vallehermosa nach Simanca und Tamargada

Donnerstag, 26. März 2026

An sich sind Wetter und Wetterbericht  keine ganz so spannenden Themen im Blog. Aber…

Nach der Katastrophenwarnung, wegen des heranziehenden Unwetters, die uns gestern mitten in den Bergen erreicht hat, gab es für uns zunächst keine direkten Folgen : hier im Norden weder Regen noch Sturm. Im Süden hingegen scheint es fast 100mm Regen innerhalb weniger Stunden gegeben zu haben (vorher hat es mehrere Jahre gar nicht geregnet), so dass die Bäche  in den Barrancos anschwellen und es zu Erdrutschen kommt. Die Ranger haben das ganze Gebiet abgesperrt und die Wanderer in die umliegenden Orte verfrachtet.

Heute Morgen beim (übrigens hervorragenden) Frühstück haben wir dann eine erregte Diskussion zwischen einer Wandergruppe und der Wanderführerin  mitbekommen, da die Gruppe (in vorauseilendem Gehorsam?) in den letzten Tagen wetterbedingt noch gar keine der geplanten Wanderungen durchgeführt hat…..

Wir haben dann für uns entschieden, zunächst einmal vorsichtig abzuschätzen, was machbar ist ….

Wir sind zum Strand von Vallehermosa gelaufen und von da über eine Variante des GR 123 durch  eine ehemals stark bäuerlich – landwirtschaftlich genutzte Gegend im Bogen zurück nach Vallehermosa gewandert.

Die Wege waren durch kleinere Erdrutsche schon kräftig geschädigt – aber meines Erachtens trotzdem gut und sicher begehbar. Ich bezweifle, dass es nötig war, alle Wanderwege zu sperren ….

Auf dem Rückweg kurz vor dem Ort wurden wir aber dennoch ausgebremst: der kleine Bach im Ortsinnern von Vallehermosa war zum reißenden Wildbach mutiert, so dass uns noch ca 1 km Umweg beschert wurde…

Ein Haus ohne Dach : auf ewig Ruine- später Steunhaufen

Ein paar spannende Begegnungen noch auf dem Weg: wir trafen eine Frau, die seit 35 Jahren auf Gomera lebt und den Grund der vielen verfallenen Häuser erklärt: es gibt eine Richtlinie, dass – wenn das Dach eines Hauses richtig kaputt ist, das Haus nicht mehr repariert werden darf. …. Was soll denn das ???

Octopus !

Gutes gomerisches Abendessen erneut in der Tasca el Carraca … Heute mit Octopus mit gomerischer Sauce – delikat!

🚶März 2026 La Gomera – Tag4

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zu Fuß rund um die Insel: Agulo – Vallehermosa, 16 km

Mittwoch, 25. März 2026

„ Guck mal, man kann den Teide in Teneriffa sehen!“. Ich drehe mich im Bett auf die andere Seite und glaube das erstmal nicht. Es hat die ganze Nacht geschüttet, geblitzt und gedonnert, so dass ich mir sogar mitten in der Nacht aus lauter Verzweiflung eine Alternativroute auf kleinen befestigten Sträßchen nach  Vallehermosa herausgesucht habe, um zur Not den glitschigen Wanderwegen entgehen zu können.

Übrigens  – den Teide konnte ich nach dem Aufstehen wirklich am Horizont erahnen und später auch wirklich fotografieren.

Heute verspricht uns der Wetterbericht einen sonnigen Vormittag und Regen am Nachmittag.  So stiefeln wir schon früh den langen Anstieg zum Naturparkzentrum „Juego de Bolas“ hoch. Der steile Weg ist gepflegt und besteht aus vielen kleinen, eng gelegten Basaltsteinen. Schon bergauf ist es heute  rutschig – nach dem Regen heute Nacht ist alles noch ziemlich nass. Bergab möchte ich diesen Weg definitiv nicht gehen müssen.

Den hochgelobten „Mirador de Abrante“ mit seinem Skywalk können wir (inclusive Parkplatz für Reisebusse) von oben sehen. Angesichts des Wetterberichts und der auch von unserem Punkt genialen Aussicht sparen wir uns die 1,5 km Umweg und gehen durch eine erodierte Landschaft aus rotem Sand, der das Gewicht unserer Schuhe  in kürzester Zeit auf sicher das Doppelte erhöht zum Naturparkzentrum.

Auf den wenigen Hundert Metern dorthin ändert sich das Wetter schlagartig.  Innerhalb weniger Minuten zieht Nebel auf und es wird so kalt, dass wir  glücklich sind, die Ausstellungsräume im Zentrum  aufsuchen zu können. Die Ausstellung und der Botanische Garten sind informativ und spannend  – es geht unter anderem um die endemische Flora der Kanaren, die Entstehung der Inseln durch Vulkanismus, bei der alles Leben erst spät über verschleppte und verwehte Samen vom afrikanischen Festland importiert wurde:  deswegen gibt es auch kein Großwild auf diesen Inseln.

Im kleinen Café probiere ich bei einem  Kaffee Kekse aus Gofio, dem gerösteten Getreide vermischt mit ebenfalls gerösteten Hülsenfrüchten, eine Spezialität der Kanaren: lecker und sehr nahrhaft!

Dann geht es auf dem GR 321 weiter: von der Karte her weiß ich, dass wir an einem Stausee und hohen isolierten – wahrscheinlich pittoresken  – Felsen vorbeiwandern: gesehen haben wir davon fast gar nichts.  Schemenhaft sind die Felsen zu erahnen…. Sichtbar allerdings ist, dass wir durch einen Wald wandern,  der vor einigen Jahren Opfer eines Feuers geworden ist. Aus dem Naturparkzentrum weiß ich, dass der größte Feind des Nebelwalds, der die Feuchtigkeit der Passatwinde speichert,  eben diese Feuer sind ….. Regen hatten wir übrigens glücklicherweise nicht und die Unwetterwarnung, die mit lautem Piepsen mitten auf dem Berg mein Handy (und damit Margot und mich) erreicht, betrifft glücklicherweise nicht uns sondern den Süden der Insel …

Unser Hotel „ Rural Tirana“ hat seine besten Jahre offensichtlich hinter sich: die Rezeption ist nicht besetzt, wir gelangen Mithilfe einer Schlüsselbox ins Zimmer. In der Mitte des Hotels liegt ein sehr schöner, aber etwas ungepflegter Innenhof , den ich aber wahrscheinlich trotzdem nutzen werde, da WLAN im Zimmer nicht funktioniert.

Das Abendessen im nahegelegenen Restaurant “Tasca El Carraca“  ist hervorragend: Eine kanarische Käsepaste als Vorspeise und als Hauptgericht ein Eintopf aus Kichererbsen mit Fleisch.  Köstlich!

Morgen übernachten wir noch einmal hier und setzen den GR als Tageswanderung fort . Mal sehen….