Tag 6 – zu Fuß durch die Ardennen: von Angleur/Lüttich nach Montfort (22 km)

den Mäandernder Ourthe folgend auf dem GR 57 in die Ardennen: sanfte Hügel, phantastische Ausblicke, verträumte Ardennendörfer – und endlich wiedr eine Mehrtagestour!

Esneux

Sonntag, 11.10.2020

Nach dem Abendessen gestern war ich viel zu faul meinen Rucksack zu packen. Und das hat sich dann heute Morgen gerächt….  Die Toilettentasche franzt aus, so dass ich den Stoff neben der Naht noch eben abflämmen muss. Die Stirnlampe tut’s auch nicht. Mist- die Batterien sind ausgelaufen. Nehme ich die Sandalen oder die schwereren Sportschuhe ? Wie wird das Wetter ? Kann ich zelten? Wieviel Regenzeug brauche ich? Kriege ich das alle in den neuen Rucksack rein oder muss ich doch den alten nehmen? Alles diese „Kleinigkeiten“ haben länger als die vorgesehenen 30 Minuten gedauert, so dass ich im Endeffekt erst um 11.45 in Angleur war, um von dort aus am Beginn des GR 57 loszuwandern.

das Ourthetal hiter Lüttich
das Ourthetal südlich von Lüttich

Der Weg führt direkt in den Wald und ebenso direkt nach oben – ein letzter Blick über Lüttich inbegriffen. Der GR verläuft dann eigentlich die ganze Zeit ununterbrochen zwischen den Bäumen- aber man hört immer noch – wenn auch schwächer – das Hintergrundrauschen der Stadt. Erst ein ganzes Stück hinter Sart Tilman (das ist der Lütticher Campus weit außerhalb der Innenstadt- aber fast ohne dort wohnende Studenten) bemerke ich auf einmal die Stille – und spüre auch, dass das wirklich Einfluss auf den Stresspegel hat.

Ich mag Waldwege. Aber das ist wie Sahnetorte – die mag ich auch. Aber nach 3 Stunden ununterbrochenem Weg ohne Aussicht ist es ähnlich wie bei  täglicher Sahnetorte…. Glücklicherweise ändert sich aber auf einmal die Landschaft: der GR führt nun an Felsbrocken vorbei und direkt an den Steilhängen der Ourthe oberhalb der Roche des Faucons entlang- tolle Blicke en masse !

an der Ourtheschleife oberhalb der Roches aux Faucons
an der Ourtheschleife oberhalb der Roches aux Faucons

Jetzt ist es nicht mehr weit bis Esneux, wo ich mich auf Camping – oder Zimmersuche mache. Echt schwierig ! Camping entweder durch Corona oder wegen der Jahreszeit geschlossen und  die Hotels und B&B absolut „hors prix“. Glücklicherweise habe ich in einem kleinen Ort etwas abseits des GR mit 1 Stunde Weg ein kleines Airbnb gefunden: genial-  total netter Empfang,  die Gastgeberin ist abends nicht zu Hause, so dass ich das Haus für mich (fast) allein habe (nicht ganz: ein Schmusekater ist auch noch da). Aber das Beste: sie hat mir Abendbrot gemacht, ein Leffe in den Kühlschrank gestellt und morgen kann ich frühstücken ! Und jetzt geh ich schlafen…..

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