Tag 15 – zu Fuß durch die Ardennen: von Graide nach Membre (21km)

Etappe abseits der Hauptwanderwege – sehr ruhig und beschaulich (wenn man den Weg findet….)

1.April 2021

B&B in Graide

Wieder ein B&B mit einem exzellenten Frühstück ( alles zur Auswahl : Smoothie, Müsli mit Erdbeeren, Brot mit selbstgemachter Marmelade… ).

Heute ist der Weg (wirklich) nicht so lang, so dass sich meine Muskeln etwas ausruhen können. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Es gibt in dem Gebiet keine Fernwanderwege, so dass ich mir den Weg selbst zusammengestellt habe. Zwischendurch bin ich dann von der Route des Navis etwas abgewichen, um Asphalt zu umgehen:  dabei habe ich den empirisch belegten Familienwahlspruch nicht beherzigt, der lautet :„die längste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine unbekannte Abkürzung“ …. Irgendwann  bestand der (auf der Karte eingezeichnete!) Weg nur noch aus Macchia mit dichtem Ginster und Dornen. Kein Durchkommen. Heute Abend werde ich dann lange Hose und langärmliges T- Shirt tragen, um nicht allzu martialisch zu wirken….

Also haben diese großen Forstmaschinen, die die Wege durchwühlen, doch ein Gutes: sie verhindern, dass die Wege völlig zuwachsen und damit unpassierbar werden.

Über den Weg selbst gibt es heute nicht so viel zu berichten:  die Gegend ist immer noch sehr dünn besiedelt, und alle Bewohner knubbeln sich in der Nähe der paar Hauptachsen, die das Land  (übrigens immer nur in Nord – Süd- Richtung) durchqueren.

Vor einem kleinen Dorf patroulliert heute ein Polizeiauto- der Polizist (und danach mehrere Dorfbewohner ) fragen mich, ob ich nicht eine alte Dame mit braunem Pulli und geblümter Hose gesehen habe…habe ich leider nicht..
Wieder quere ich einen Bahntrassenradweg und dann bin ich schon im Tal der Semois, die hier gemütlich nach Westen Richtung Maas fließt – ganz anders, als die lebhaften Ardennenflüsse, denen ich in den letzten Tagen gefolgt bin.

Das Hotel hat schon bessere Tage gesehen: aber mein kleines Dachzimmer hat ein nachträglich eingebautes Bad mit Dusche, Waschbecken und WC auf 2m² und – genial – einen Blick auf die Semois. Nach dem guten vietnamnesischen Essen und einem Leffe ( Abendessen in einer abgeschiedenen Eccke des Restaurants bei zugezogenen Vorhängen…) war ich glücklich und zufriedenund voller Vorfreude auf die morgige letzte lange Etappe entlang der Semois. Frühstück gibts dann zum Mitnehmen, da ich wegen der Länge des Weges schon vor 8.00 losgehen möchte.

Auch diese Etappe weicht wieder von der ursprünglichen Planung ab: ich habe Bilder des Semois – Tals gesehen und möchte unbedingt auch flussabwärts von Bouillon noch eine Etappe an diesem Fluss wandern – deswegen der heutige „Übergangstag“ außerhalb des GR

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