🚶März 2026 La Gomera – Tag4

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zu Fuß rund um die Insel: Agulo – Vallehermosa, 16 km

Mittwoch, 25. März 2026

„ Guck mal, man kann den Teide in Teneriffa sehen!“. Ich drehe mich im Bett auf die andere Seite und glaube das erstmal nicht. Es hat die ganze Nacht geschüttet, geblitzt und gedonnert, so dass ich mir sogar mitten in der Nacht aus lauter Verzweiflung eine Alternativroute auf kleinen befestigten Sträßchen nach  Vallehermosa herausgesucht habe, um zur Not den glitschigen Wanderwegen entgehen zu können.

Übrigens  – den Teide konnte ich nach dem Aufstehen wirklich am Horizont erahnen und später auch wirklich fotografieren.

Heute verspricht uns der Wetterbericht einen sonnigen Vormittag und Regen am Nachmittag.  So stiefeln wir schon früh den langen Anstieg zum Naturparkzentrum „Juego de Bolas“ hoch. Der steile Weg ist gepflegt und besteht aus vielen kleinen, eng gelegten Basaltsteinen. Schon bergauf ist es heute  rutschig – nach dem Regen heute Nacht ist alles noch ziemlich nass. Bergab möchte ich diesen Weg definitiv nicht gehen müssen.

Den hochgelobten „Mirador de Abrante“ mit seinem Skywalk können wir (inclusive Parkplatz für Reisebusse) von oben sehen. Angesichts des Wetterberichts und der auch von unserem Punkt genialen Aussicht sparen wir uns die 1,5 km Umweg und gehen durch eine erodierte Landschaft aus rotem Sand, der das Gewicht unserer Schuhe  in kürzester Zeit auf sicher das Doppelte erhöht zum Naturparkzentrum.

Auf den wenigen Hundert Metern dorthin ändert sich das Wetter schlagartig.  Innerhalb weniger Minuten zieht Nebel auf und es wird so kalt, dass wir  glücklich sind, die Ausstellungsräume im Zentrum  aufsuchen zu können. Die Ausstellung und der Botanische Garten sind informativ und spannend  – es geht unter anderem um die endemische Flora der Kanaren, die Entstehung der Inseln durch Vulkanismus, bei der alles Leben erst spät über verschleppte und verwehte Samen vom afrikanischen Festland importiert wurde:  deswegen gibt es auch kein Großwild auf diesen Inseln.

Im kleinen Café probiere ich bei einem  Kaffee Kekse aus Gofio, dem gerösteten Getreide vermischt mit ebenfalls gerösteten Hülsenfrüchten, eine Spezialität der Kanaren: lecker und sehr nahrhaft!

Dann geht es auf dem GR 321 weiter: von der Karte her weiß ich, dass wir an einem Stausee und hohen isolierten – wahrscheinlich pittoresken  – Felsen vorbeiwandern: gesehen haben wir davon fast gar nichts.  Schemenhaft sind die Felsen zu erahnen…. Sichtbar allerdings ist, dass wir durch einen Wald wandern,  der vor einigen Jahren Opfer eines Feuers geworden ist. Aus dem Naturparkzentrum weiß ich, dass der größte Feind des Nebelwalds, der die Feuchtigkeit der Passatwinde speichert,  eben diese Feuer sind ….. Regen hatten wir übrigens glücklicherweise nicht und die Unwetterwarnung, die mit lautem Piepsen mitten auf dem Berg mein Handy (und damit Margot und mich) erreicht, betrifft glücklicherweise nicht uns sondern den Süden der Insel …

Unser Hotel „ Rural Tirana“ hat seine besten Jahre offensichtlich hinter sich: die Rezeption ist nicht besetzt, wir gelangen Mithilfe einer Schlüsselbox ins Zimmer. In der Mitte des Hotels liegt ein sehr schöner, aber etwas ungepflegter Innenhof , den ich aber wahrscheinlich trotzdem nutzen werde, da WLAN im Zimmer nicht funktioniert.

Das Abendessen im nahegelegenen Restaurant “Tasca El Carraca“  ist hervorragend: Eine kanarische Käsepaste als Vorspeise und als Hauptgericht ein Eintopf aus Kichererbsen mit Fleisch.  Köstlich!

Morgen übernachten wir noch einmal hier und setzen den GR als Tageswanderung fort . Mal sehen….

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