Auf dem Campingplatz in Modane treffe ich eine Frau aus Hamburg, die gerade von einer Bergtoir aus dem Nationalpark des Écrins zurückkommt. Das wäre auch eine Idee – ich befürchte nur, dass die Logistik noch komplizierter wäre, da es weniger Hütten gibt.
Wir frühstücken zusammen in einem Café am Bahnhof, kaufen noch etwas Käse (ich befürchte, 1 kg könnte zu wenig sein …) und dann fahren wir zusammen nach Chambéry und ich alleine weiter über Lyon und Paris nach Aachen. Von dort zu Fuß und ab der Praxis mit dem Rad zurück nach Hause. Rückfahrt ohne Vorkommnisse. Tja, so war der Eintrag geplant. Aber es ist ja wie meist in meinem Urlaub: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Eurostar fährt nur bis Brüssel! („Haben Sie unsere Mail nicht gelesen ?“-„Wo denn, ohne Netz?“). Die Strecke Aachen – Köln ist seit Wochen nach einem Unfall nur eingeschränkt befahrbar und zwischen Brüssel und Köln ist ja auch kein relevanter Halt mehr ….. Wir sollen den ICE nehmen – der aber die Türen erst gar nicht mehr aufmacht…
Eurostar würde das Hotel in Brüssel mit Dinner bezahlen – ich will nach Hause! Das Taxi von Welkenraedt bezahlen sie nicht….
Ich wähle trotzdem die belgische IC Variante und Margot aus Aachen holt mich in Welkenraedt ab. Vielen, vielen Dank !
Und das Fazit ?
Tolle Landschaft. Für meinen Geschmack allerdings zu viele Menschen: deshalb sind die Hütten zu voll, die Angestellten gestresst und Einsamkeit Fehlanzeige. Sehr schade !! Aber es gibt natürlich kein stichhaltiges Argument, die Berge für sich allein haben zu wollen…
In Mondane am BahnhofImpressionen der Rückfahrt Gare de LyonGare du Nord
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
vom Réfuge du Plan Sec nach Modane mit Umweg per Autostop/ Bus nach Lanslevillard
Donnerstag, 30.Juli 2026;17 km, 500m bergauf, 1620m bergab
Heute gehe ich eine andere Strecke als der übrige Tross, die alle nach Pragnolan oder über den GR5 nach Modane wandern.
Ich versuche direkter abzu- steigen, damit ich mit dem Bus noch einmal das Arc -Tal hochfahren kann. Das hat zwei Gründe: zum einen habe ich auf dem Hinweg die kleine komplett ausgemalte Kirche in Lanslevillard nicht besichtigen könne, da sie erst spät nachmittags öffnet. Ich möchte aber auch noch Käse kaufen und die Coopérative in Bonneval war exzellent sortiert. Glücklicherweise haben die ein weiteres Geschäft in Lanslevillard. Wo ich sowieso hin möchte.
Aber zunächst der Abstieg: das sind insgesamt 1690 Höhenmeter !! Es fängt schon gut an, dass der von der App vorgeschlagene Weg über die Staumauer gesperrt ist. Der Umweg führt an Aussois vorbei und nimmt dann einen markierten lokalen Wanderweg ins Tal . Uff !!! Das ist steil, schmal und heute auf der trockenen Südseite sehr heiß: fast 40 Grad! ….
Die Forts d‘ Essaillons an denen ich auf dem Hinweg – im Tal – auch schon vorbeigekommen bin
Ich muss mächtig aufpassen, während sich der Pfad am Hang entlang Richtung Tal windet. Sehr selten- jetzt!- wünsche ich mir Wanderstöcke. Dann nehme ich noch einen falschen Abzweig und muss ca. 100 Höhenmeter in der Hitze zurück. Glücklicherweise sehe ich jetzt, dass ich vorhin einen wunderbar sprudelnden Brunnen übersehen habe, der alle Lebensgeister kurzfristig wieder weckt. In Villerodin im Tal interpretiere ich den Busfahrplan so, dass die Haltestelle jenseits des Tals an der Hauptstraße ist.
Da es nur 3 Busse pro Tag gibt, beeile ich mich enorm . Aber ohne eine nette Dame, die mich den letzten Kilometer zur Straße mitgenommen hat, hätte ich es nie zur Abfahrtszeit geschafft. An der Haltestelle stelle ich dann allerdings fest, dass ausgerechnet dieser Bus nur oben durchs Dorf fährt …. mies und aussichtslos…..
Der Arc
Ich halte den Daumen raus und schon 2 Minuten später nimmt mich ein Ehepaar auf seinem Weg in den Urlaub mit, die mich sogar direkt nach Lanslevillard bringen. Perfekt. So habe ich nur noch knapp 1 km bis zum Zentrum. Aber das reicht bei der Affenhitze, dass ich mich komplett am Ende ins Innere eines Restaurants verziehen muss und erstmal Eis, Wasser und Perrier- Menthe bestelle, um mich wieder als Mensch zu fühlen. Ich überbrücke so die Wartezeit, bis die Kirche um 16.30 öffnet und habe vorher noch Zeit, dem Rucksackgewicht 2 kg Käse hinzuzufügen.
Von außen völlig unscheinbarVon Innen ausgemalt mit Fresken vom Ende des 14. JhsGeburt Christi Die Frauen kommen zum leeren GrabVerkündigung: man beachte die PerspektiveJudas – die habgierige Seele entflieht dem Bauch (nicht als unschuldig Neugeborenes dem Mund)St Sébastien, Lanslevillard
Die kleine hervorragend erhaltene Kirche St Sébastien hat den Umweg gelohnt: Im 14.-15. Jahrhundert zogen flämische Künstler über die Alpen nach Italien, und viele nahmen den Pass am Mont Cenis, nicht weit von hier. Auch im Zuge der Gegenreformation (Grenoble war protestantisch geworden) wurden sie engagiert, dem trockenen „Sola scriptura“der Reformation eine bilderreiche Antwort entgegenzusetzen. So sind diese Kirchen entstanden, die in Art einer BD (bande dessinée, Comic) die biblische Geschichte und die der Heiligen erzählen. Dabei probieren die Künstler Techniken aus, die sie gerade erst in Italien gelernt haben (z.B. Perspektive mit Fluchtpunkt).
Unterführung unter dem riesigen Grenzbahnhof
Um 17.30 mit dem Bus zurück nach Modane, wieder auf den kleinen Camping- platz. Heute ist die Pizza leider schon ausverkauft, so dass ich mit Alexandre, den ich auf den Hütten in den letzten Tagen kennengelernt habe, noch zum Bahnhof zurückgehe und Pizza mit sehr leckerem regionalen Bier (Punta blonde, aus Modane) genieße. Perfekt.
Morgen soll es übrigens schon am Vormittag Gewitter geben. Tangiert mich nicht mehr !!
Brunnen am Réfuge Ein letzter Blick auf die StauseenAlte Brunnenanlage aus dem 18. Jh in Villerodin
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Mittwoch, 29.Juli 2026;17,5 km 1040 m bergauf, 1050m bergab
Heute kehre ich zum Fluss Arc zurück: allerdings zunächst nicht ins Tal, sondern 2000 m höher auf die Südflanke des Tals.
Ich bin total glücklich, dass es hier in der Vanoise die Möglichkeit des Biwaks neben den Hütten gibt: das entspannt etwas die Situation der Schlafplätze. Es ist so etwas einfacher, nicht schon 6 Monate im Voraus eine Tour zu planen, und das Rucksackgewicht hält sich dabei noch in Grenzen, da die Verpflegung in den Hütten stattfinden kann. Das ist nicht zwingend: ich habe auch zwei Frauen so Anfang 60 gesehen, die Kocher und Verpflegung auf dem GR5 (der Alpenüberquerung) mitgeschleppt haben. Dann trägt man aber 15-16 kg … .Die waren übrigens schneller den Berg hoch als ich !
Heute nach den Frühstück geht es zunächst bergab entlang des am oberen Rand tief eingeschnittenen Doron des Termignon. An dessen Mündung in den Arc hatte ich vor gut einer Woche meine erste Übernachtung.
Dann folgt ein Panoramaweg mit stetem Auf und Ab weit oberhalb des Arc. Das ist die Südflanke. Die Bäche sind ausgetrocknet, die Wiesen trocken, die Hochalmen werden nicht mehr bewirtschaftet und sind verfallen (ob aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen der Trockenheit, weiß ich nicht). Auffällig sind ausgeprägte Erosion und die Spuren von großflächigen Gerölllawinen. Der Nationalpark hat Mühe, die Wege zu stabilisieren. An einigen Stellen sind dazu massive Eisenkonstruktionen erforderlich.
Handy- empfang ist in dieser Höhe immer noch Mangelware. Ich komme am Rande eines Skigebiets an einer netten Hütte vorbei. Dort gibt es am Ende der Wiese einen kleinen Platz mit einem Stuhl. Dort – und nur dort – gibt es Handyempfang. Der Internetstuhl !! Es gelingt mr, die letzten zwei Tage des Blogs zu posten. Ein Geduldsspiel: Selbst 800kb für ein Bild klappen meist erst beim zweiten Anlauf …..
Von hier aus sind es nur noch 20 Minuten bis zu meiner Hütte „Réfuge du Plan Sec“ oberhalb des Skigebiets. Die gehört nicht zum Nationalpark sondern ist privat geführt. Hervorragend ! Ganz exzellentes Essen (Suppe mit Croûtons, Savoyer Würstchen, Ratatouille, Polenta, Käseplatte und zum Nachtisch Crème brulée , flambiert mit Genepi) sowie warme Duschen ohne Aufpreis: große Klasse.
Morgen geht es zurück ins Tal. Da ich hier kein Internet habe, kann ich mich leider noch nicht über Züge und Möglichkeiten für meinen letzten Tag informieren. Etws dumm, aber Richtung Tal sollte der Empfang wohl besser werden ….
Nur verfallene Weiler! GerölllawinenMein Bergcafé mit „Internet“Stauseen unterhalb des RéfugeNetter Ausdruck für den Vorraum, in dem der Rucksack bleibt und die Schuhe auszuziehen sind
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Heute Nacht war es etwas wärmer und das Zelt hatte keine Hanglage. Gute Voraussetzungen für guten Schlaf. Trotzdem bin ich – auch ohne Wecker (das Smartphone ist leer) pünktlich um 6.45 zum Frühstück um 7.30 wach geworden. Uff. Geschafft! . Die heutige Etappe ist lang – 6 Stunden sind avisiert‚ im Endeffekt habe ich mit Pausen 7,5 Stunden gebraucht und war ziemlich k.o.
Am Anfang höre ich hinter mir „on se sent au Mont StMichel“ oder in freier Übersetzung: „man fühlt sich hier wie in der Drosselgasse in Rüdesheim….“ Ich weiß nicht, ob ich noch einmal zu dieser Jahreszeit in den Alpen wandern möchte: so grandios die Landschaft auch ist – Einsamkeit ist was anderes. Und zu einem anderen Zeitpunkt ist die Mannschaft der Hütten vielleicht auch nicht so mega- gestresst…. Bestes Beispiel heute Morgen: ich bitte darum, 2 Scheiben Brot fürs Picknick kaufen zu können – abgelehnt. Sie hätten nicht genug !
Das Tal der Leisse ist wirklich außergewöhnlich schön. Und es ist fast der einzige Ort in der Region, in der Dank einer kleinen Straße zum Transport der Produktion noch Almwirtschaft betrieben wird. Den berühmten „Bleu de Termignon“ konnte ich leider nicht kaufen: den gibt es erst am Ende des Sommers.
In der Mitte des Bildes : der Weg
Im weiteren Verlauf – nach einer ca. 2 km langen Passage über Geröll und Blockwerk – dreht sich der Weg zum Blick auf die Gletscher.
Wenn noch mal irgendjemand ernsthaft behauptet, dass der Klimawandel nicht existiert, der soll sich das hier angucken. Man kann an den glatt geschliffenen Felsen durchaus die früheren Ausdehnungen der Gletscher erkennen – und die noch vorhandenen traurigen Reste, aus denen überall Bäche von Wasser fließen. Anderenorts sind die Bäche schon um diese Jahreszeit ausgetrocknet: wenn nämlich der Gletscher oberhalb bereits komplett abgetaut ist und das Wasser nicht mehr nur peu à peu abgegeben wird (gut zu sehen auf der morgigen Etappe- Tag12). Dazu passt die Aussage der Bauern, die meinen, dass die Wiesen jetzt so aussehen wie sonst Ende August. Und noch nie war die Frostgrenze so hoch wie gestern: 5000m ….. Aber das tangiert uns nicht ? Doch – ohne Almwirtschaft kein leckeres Käsefondue !! Das Réfuge ist groß: 90 Betten und ca. 20 Biwakplätze mit einer génialen Terrasse und Panoramablick aus dem Esssaal . Natürlich viel zu laut, da seit Monaten ausgebucht …. Wieder gutes Menü mit Grüner Suppe, Reis mit Hühnchen und Schoko- Kokoskuchen. Lecker. Und das Laden der Geräte klappt auch. Perfekt. Also morgen auf zum letzten Wandertag !
Weibliche SteinböckeRéfuge de l‘ Arpont
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Montag, 27.Juli 2026; 14,5 km, 665 m bergauf, 850 m bergab
Col du Palet
Alles ist nass – auch noch heute Morgen, Und alles, was im Rucksack trocken geblieben war, ist jetzt kalt und klamm. Blöderweise ist auch das Rückenpolster des Rucksacks klatschnass. Brrrrrrr. Nichts zu machen. Ich frühstücke mit selbstgebackenem Brot und bin um 8.30 unterwegs.
Aufstieg unter dem Sessellift
Die Geschichte wiederholt sich: der GR führt wiederum durchs Skigebiet und an der Grande Motte vorbei. Dann dachte ich, dass es jetzt ruhig zum Col de la Leisse bergan geht. Getäuscht!! Bergan ging es schon- aber unterhalb eines Sessellifts und neben einer Downhill – Piste. Und das Beste: von der Bergstation des Lufts ist es ein fünfzehnminütiger Fußweg bis zum finalen Anstieg zum Col de la Leisse….. . Irgendwie frustrierend ….
Aber ab diesem Zeitpunkt wurde der Weg richtig schön. Ein weites steiniges und fast menschenleeres Gletschertal liegt vor mir. Sehr beeindruckend. Leider sehe ich trotz intensiver Suche immer noch weder Gemsen noch Steinböcke (die es hier aber geben soll!). Echt schade !
Refuge de la Leisse
Nach ein paar Kilometern taucht unglaublich schön gelegen das Réfuge de la Leisse auf. Bei Sonnenschein macht es nichts, dass wir das Zelt erst kurz vor 19.00 aufbauen können. Heute ist es viel wärmer! Einziges Problem: die Hütte ist brechend voll und sogar alle 16 Biwakplätze sind belegt. Für alle diese Leute gibt es 3 !! (sehr langsame) Steckdosen. Da ich bei Regen gestern gar nicht laden konnte, sind alle meine elektrischen Geräte leer und ich musste wie eine Löwin um einen (Steckdosen)- platz an der Sonne kämpfen. Das Blöde : ich habe ein Schnellladegerät mit 4 Ausgängen. Wenn aber alle in der Hütte meinen Stecker mitnutzen, kann man sich die Ladegeschwindigkeit meines Smartphones vorstellen…. Mal sehen, wie ich morgen wachwerde, so ohne Wecker …
La Grande Motte
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Sonntag, 26.Juli 2026;10.5 km – 1100 m bergauf , 85 m bergab
Es war sehr gut, heute im Esssaal geschlafen zu haben. In der Nacht soll es mächtig geregnet umd gestürmt haben – ich habe nichts davon mitgekriegt … . Gut ausgeruht und nach leckerem Frühstück habe ich mich von Pierre – Olivier, seiner Tochter und ihrer Freundin verabschiedet – wirkluch gute Gespräche! -, um mich zunächst ohne Regen an meine 1000 Höhenmeter zu machen.
Der Anstieg fällt mir wirklich leichter als zu Beginn des Urlaubs – gut so! Aber heute geht es auch nur mäßig steil bergan: der Weg er folgt einer Fahrstrecke und schneidet nur ab und zu die großen Serpentinen ab.
Ich werfe einen längeren Blick in die Chapelle de la Glière. Heute ist Sonntag- aber in der ganzen Gegend gab es keine Messe, bei der ich auch nur den Hauch einer Chance hatte sie zu erreichen. Schon bald komme ich zu einer Fromagerie – mitten auf dem Berg. Ich kaufe genügend Beaufort, so dass das Picknick der nächsten Tage gerettet ist.
Dann wird es unangenehm: die Temperatur fällt und es fängt an zu regnen. Es ist neblig, Sichtweite etwa 20 m. Ich ziehe die Regenjacke an, kann mich aber nicht dazu aufraffen die langen Hosenbeine an die Shorts zu friemeln.
Es regnet die ganze Zeit kräftig: am Col ist die Fernsicht null und bis zur Hütte bin ich durchgefroren. Ein Bett für mich gibt es nicht und deswegen muss auch mein Rucksack draußen bleiben. Die Hütte ist mit 50 Personen brechend voll und die Hüttenwirtin scheint leicht überfordert.
Ich setze mich in die Hütte und versuche mich mit heißem Kakao und Picknick aufzuwärmen, was mir aber erst im Laufe des Nachmittags gelingt. In einer Regenpause baue ich möglichst windgeschützt das Zelt auf- nicht so einfach bei einer Hütte in so exponierten Lage … Die Hütte hat ein Problem: seit die Gletscher schmelzen, reicht das Wasser nicht mehr für die ganze Saison. Und ohne Wasser muss die Hütte schließen … Klassisches Abendessen mit Suppe, Nudeleintopf und Kuchen zum Nachtisch – dabei Tischgespräche mit drei Frauen, die sich in Kolumbien kennengelernt und dort für NGOs gearbeitet haben. Nicht so einfach, wenn einem, wie zur Zeit üblich, die Mittel gekürzt werden. …
Frühstück und Avendessen bei Kertenlicht – es gibt Strom nur in wenigen RäumenFromagerie mitten im Nirgendwo
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Samstag, 25.Juli 2026;8,7 km, 465m bergau – 880m bergab
Um viertel vor sechs ging mein Wecker: Frühstück um 6.30 – Gewitter und Regen sollen am frühen Nachmittag aufziehen. Und auf beides habe ich überhaupt keine Lust.
Réfuge de Plaisance
Nach einem ganz exzellenten Frühstück mit fünf verschiedenen selbstgemachten Marmeladen ging es schon kurz nach sieben los: Ich bin glücklicherweise in etwas besser in Form, so dass mir der Anstieg weniger schwer fällt. Ich halte trotz des wahnsinnig schönen Tales am nächsten Réfuge nur für ein kurzes Picknick an und wandere zügig weiter an einem kräftigen Gebirgsbach entlang, der weiter talwärts einen imposanten Wasserfall bildet.
Die Wege sind hier so gut angelegt, dass sogar der steile Pfad am Wasserfall aufgrund seiner Breite mit wenig Geröll jetzt und sicher auch bei Regen unproblematisch zu gehen war.
Bei meinem Affenzahn war ich schon um 12 00 an meinem nächsten Réfuge – viel zu früh, kein Gewitter oder Regen in Sicht. Und so hatte ich einen ganzen Nachmittag zum Lesen , Schreiben und Rumgucken. Kein ganz so gutes Timing ….
Réfuge de Lanssonay
Das Réfuge ist fast schon ein Gasthof und liegt am Fuß der Wanderwege in einem Jahrhunderte alten Haus, das dem Urgroßvater des Wirtes gehörte. Der war eigentlich PC- Fachmann, bevor er den Laden übernahm.
Genial: ein ganz tolles Käsefondue zum Abendeseen mit Blaubeerkuchen als Nachtisch. Und da ich Angst vor dem weiterhin für die Nacht avisierten Gewitter geäußert habe – ich sollte mein Zelt unter der höchsten Kiefer am Haus aufbauen – habe ich zusammen mit Vater aus Fontainebleau, 12- jähriger Tochter und deren Freundin im Gastraum geschlafen. Super!!! Und wiederum spannende Gespräche beim Fondue …..
Morgen geht es alles, größtenteils auf einem breiten Feldweg wieder hoch : 1000 Höhenmeter. Es soll allerdings regnen …..
Almwirtschaft: Quark, Milch und Konfitüre aus eigener Produktion
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1posten !
Freitag, 24.Juli 2026; 16,5 km, 750hm bergauf, 1155m bergab
Wieder ein Sonnentag! Ich stehe um 7.15 auf, kaufe Brot vom fliegenden Bäcker, der auch den Camping anfährt, und ich gehe los in der Hoffnung, im Ort einen Kaffee zu finden. Hat alles geklappt, ich frühstücke auf einer Bank in der Sonne.
Val d‘ Isère
Val d’Isère (und auch Lac de Tignes) sind an sich nicht hässlich. Nur sind sie eben das Zentrum des Tourismus, in der die Natur als Sportgerät genutzt wird – und das empfinde ich als wenig respektvoll. Aber würde ich mich genauso über eine Fabrik oder den Bergbau aufregen ?
Leider ist der Wanderweg entlang des Sees gesperrt, so dass ich doch den GR 5 nehmen muss. Der – wie alle GRs – nutzt die Variante mit den meisten Höhenmetern. Neben mir die Downhill Piste, die MTBs. Die Radfahrer, die nicht den Skilift nehmen, können neben dem Wanderweg hochstrampeln. Nebenan ist auch noch ein gut genutzter Start- und Landeplatz für kleine Flugzeuge. Links und rechts des Wanderweges befinden sich im Winter die Skipisten …
Lac de Tignes erreiche ich gegen 12.00 – der Ort steht für die gleiche Art von Sporttourismus wie Val d’Isère. Im sehr gut ausgestatteten Gemeindehaus habe ich Netz und WLAN, kann mein Handy laden, essen und Blog schreiben .
Lac de Tignes
Dann möchte ich weiter wandern und ich sehe, dass mein Wanderweg wieder mal quer durch das Skigebiet ansteigt – und ich habe überhaupt keine Lust darauf.
Auch weil es schon 13.30 ist, nehme ich die Seilbahn und habe so nur noch 300 Höhenmeter außerhalb der Pisten zum Col de la Tourne (2656m). Ich bin etwas irritiert: hier in Zignes wird der Weg nur bis zum Col ausgeschildert. Aber nach der Karte soll er doch weiter gehen ??
Hinter dem Col de la Tourne
Klar geht es weiter: oben ist auch schon das Réfuge ausgeschildert. Also kein Problem. Ab der Passhöhe ist der Weg unheimlich schön . Zunächst eine Steinwüste und weiter unten ein weites menschenleeres Tal. Etwas abseits liegt die Hütte „Entre les deux lacs“. Wieder sehr gutes Essen ( Kerbelsuppe, Hähnchenragout mit Polenta, Quark von eigenen Kühen) und nette Gespräche. Einziges Problem: Ab morgen Mittag Gewitter und übermorgen Regen. Da muss ich sehr früh raus !!!
Schöner Camping am Rande von Val d’IsèreAbstieg vom Col de la TourneSehr schönes, fast menschenleeres Tal- eine Bergkette von Tignes entfernt Stein am Weg: Bedeutung ?Das Réfuge ist nah!Leckeres Abendessen auf dem Herd …
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Donnerstag, 23.Juli 2026; 21km 760m bergauf, 1650 m bergab
Nach einer ziemlich kalten Nacht (kein Wunder : auf 2700m und kräftiger Wind), die ich dank Zwiebel – und Mumienprinzip – siehe Post von gestern – aber gut überstanden habe, ging es heute auf einem 3,5 stündigen grandiosen Panoramaweg Richtung Col d’Iseran. Der Name dürfte vielen geläufig sind, ist das doch einer der epischen Pässe der Tour de France. Auf dem Weg sind mir vor die Kamera gekommen: Blumen, Schmetterlinge, kleine Singvögel und Murmeltiere. Für den Marder und einen Raubvogel waren meine Kamera und ich leider zu langsam … .
Auf der Straße zum Col d’Iseran angekommen, bin ich ca. 150 Höhenmeter zum GR5 abgestiegen, den ich bis Val d’Isère wandern werde. Die Höhenmeter hätten sich vermeiden lassen, wenn ich wie alle Rad – und Autofahrer den Tunnel genutzt hätte. Aber sicherer war meine Variante, so ohne Randstreifen….
Der Col d‘ Iseran ist offensichtlich das herausragende Traumziel jedes ambitionierten Radfahrers. Jede Menge Rennräder mit Fahrern quetschten sich an die Wand des Hotels auf der Passhöhe: es wehte ein so brutal starker und eiskalter Wind, dass man es nur dort im Windschatten aushalten konnte. Das Restaurant war nämlich offensichtlich schon lange geschlossen – ebenso wie die Kapelle und die Schutzhütte….
Am Col d’Iseran
Aber das Skigebiet zwischen Passhöhe und Val d’Isère hat im Winter sicher Hochbetrieb: ich frage mich nur, was die für die Streckenführung der GRs Verantwortlichen geritten hat, ausgerechnet den berühmten GR5 durch diese Mondlandschaft zu führen . Oder war das Angebot so attraktiv, dass man es nicht ausschlagen konnte ?
Die gesunden Weiden der Almkühe
Als ich dann noch all die Baukräne über dem Ort sah, hatte ich schon keine Lust mehr hier zu bleiben. Mangels Alternativen habe ich doch mein Zelt auf dem Camping von Laisinant aufgeschlagen – und war sehr angenehm von der Freundlichkeit überrascht. Abendessen vom Pizzaservice – akzeptabel.
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Bis 8.00 gab es Frühstück – ich war um fünf vor 8 da – reicht doch ??? Das muss ich beim nächsten Mal anders machen, da um mich herum alles abgeräumt und geputzt wurde, während ich noch mein Frühstück gemümmelt habe. Nicht entspannt …
Ecot
Zunächst hatte ich einen super Abstieg von 500m – nicht zu schwierig- nach Ecot. Mir kommen Menschenmassen entgegen, die alle zu Gletschersee und Réfuge wollen: so oft kann ich gar nicht „bonjour“ sagen . …. Auf der anderen Talseite – nach Überquerung eines vollbesetzten Parkplatzes, nehme ich den Forstweg Richtung Réfuge de Collo. Schon von der anderen Talseite sah der Anstieg nach Massenanstieg à la Prozessionsspinner aus….
Auf dem Anstieg zum Réfuge de Collo an der italienischen Grenze
Mit meinem 11 kg- Rucksack habe bei den 800 hm vor allem gelitten. Ich bin den Berg hinangeschlichen und habe die Mittagspause auf den Anstieg verlegt… . Um 13.30 bin ich endlich angekommen – und musste mich erstmal selbst motivieren, um selbst ohne Gepäck den See des Réfuge zu umrunden. Hat sich sehr gelohnt.
Was für Farben ! Die Fotos geben das gar nicht richtig wieder – aber es war ein helles Türkis! Den weiteren Nachmittag habe ich lesend auf der Terrasse mit 1a Ausblick auf die gegenüberliegenden Gletscher verbracht. Nice.
Im Gegensatz zum Zeltplatz: sehr stürmisch, kalt, wenig Windschutz, wenig ebenes Gelände und viele Steine. Ich hoffe nur, dass ich trotzdem gut schlafe …. (hat geklappt – nach Übereinanderziehen im Laufe der Nacht aller vorhandenen Kleidungsstücke und Umbau des Schlafsacks vom Modell „Decke“ zur Variante „einbalsamierte Mumie mit Kopfbedeckung“).
Im Nationalpark Blick von der Terrasse
Ich freue mich wirklich über eure Kommentare, die mir immer wieder zeigen, dass ihr den Blog mögt und Spaß an meinen Reiseimpressionen habt: zur besseren Lesbarkeit bitte auf der Übersichtsseite oder auf Seite 1 posten !
Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Beim Anwählen von "Akzeptieren"stimmst du der Verwendung ALLER Cookies zu.
Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern, während Sie durch die Website navigieren. Von diesen werden die als notwendig eingestuften Cookies auf Ihrem Browser gespeichert, da sie für das Funktionieren der grundlegenden Funktionen der Website unerlässlich sind. Wir verwenden auch Cookies von Drittanbietern, die uns helfen zu analysieren und zu verstehen, wie Sie diese Website nutzen. Diese Cookies werden nur mit Ihrer Zustimmung in Ihrem Browser gespeichert. Sie haben auch die Möglichkeit, diese Cookies abzulehnen. Das Ablehnen einiger dieser Cookies kann jedoch Ihr Surferlebnis beeinträchtigen.
Notwendige Cookies sind für das ordnungsgemäße Funktionieren der Website unbedingt erforderlich. Diese Kategorie umfasst nur Cookies, die grundlegende Funktionalitäten und Sicherheitsmerkmale der Website gewährleisten. Diese Cookies speichern keine persönlichen Informationen.
Als nicht notwendige Cookies werden alle Cookies bezeichnet, die für das Funktionieren der Website nicht unbedingt notwendig sind und speziell zur Sammlung von personenbezogenen Daten der Nutzer über Analysen, Anzeigen oder andere eingebettete Inhalte verwendet werden. Es ist zwingend erforderlich, die Zustimmung des Nutzers einzuholen, bevor Sie diese Cookies auf Ihrer Website einsetzen.