von Sahlenburg zu einem Stadtteil der Hansestadt Hamburg mitten im Wattenmeer
Ich poste meine Touren und Kurztrips normalerweise erst ab drei Tagen Länge. Aber diese Wanderung durch den Nationalpark Wattenmeer mit anschließender Übernachtung im Heuhotel war für mich Landratte so außergewöhlich , dass ich von meiner Regel abgewichen bin. Grandios!
Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten
Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage.
Appetitthäppchen….
so haben wir es nicht gesehen !Das DreamteamLachmöweLöfflerAusternfischerSchwalbeLeuchtturm, 13. JhSeeschwalbeLachmöwe
Heute geht es schon zurück ! Selten bin ich traurig, wenn ein Urlaub beendet ist, aber diesmal wäre ich gerne noch länger geblieben.
Die Insel bietet wirklich höchst unterschiedliche Eindrücke: Nicht nur, dass der grüne Norden, der feuchte Nebelwald und der karge – jetzt aber blühende! Süden die unterschiedlichsten Landschaften hervorbringen – diesmal hatten wir auch noch den Wechsel zwischen Regen, Sturm, Unwetter und sonnigen Tagen.
Es war gut, dass ich Zeit für Tageswanderungen mit kleinem Gepäck eingeplant hatte, denn die Höhenmeter bei der Steilheit der Wege sind schon herausfordernd.
Auch fand ich die Idee im Nachhinein richtig, nicht nur dem GR131 rund um die Insel zu folgen, sondern die Abstecher in den Nebelwald auch mit einzuplanen – also auch Abschnitte auf dem GR132 bzw auf lokalen Wanderwegen, den „Rutas“ zu wählen.
Trotzdem haben wir noch viele Facetten auslassen müssen: weder konnten wir die Inselumrundung ganz schließen- der Nordosten mit dem Enscherada -Gebirge fehlt ebenso, wie der äußerste Nordwesten mit den Bergen westlich von Vallehermosa. Und auch die ganz steilen Barrancos im äußersten Süden wie auch das Zentrum des Nationalparks haben wir nicht gesehen. Wir müssen also nochmal zurück….
Heute haben wir noch einmal gut in unserer „Villa Gomera“ gefrühstückt, konnten dann aber leider nicht ordentlich einkaufen, da ich nicht bedacht hatte, dass Karfreitag hier auch Feiertag ist.
Am Hafen, beim Warten auf die Fähre
Um 12 Uhr geht die Fähre und dann haben wir in Los Christianos noch viel Zeit, um über die Promenade am Strand entlang zu gehen. Eine Ferienanlage liegt neben der anderen, ein Restaurant direkt am nächsten. Das ist eine ganz andere Art von Urlaub. Zur Zeit haben übrigens die Spanier Ferien, so dass wir nicht deutsch, englisch und niederländisch an jeder Ecke hören (nur an jeder zweiten….).
Ich hatte sogar noch Zeit bei angenehm warmes Wasser schwimmen zu gehen…. Ich schätze knapp 20 Grad Wassertemperatur und etwa 23 Grad in der Sonne bei leichtem Wind. Höchst angenehm!
Playa America mit schneebedecktem Teide
Der Linienbus bringt uns dann von der Playa America direkt zum Flughafen. Irgendjemand muss mir nochmal erklären, warum ich meinen 1cm breiten Hosengürtel aus Plastik an der Sicherheitskontrolle durchleuchten lassen muss – aber sei’s drum ….
Sonnenuntergang … Leider mit vereisten Scheibe
Unproblematischer Flug nach Brüssel mit Ankunft kurz vor Mitternacht. Die Abholung vom Flughafen durch Parkos dauert allerdings mies lange (40 min, obwohl die Ankunftszeit des Fluges bekannt war) und die Rückfahrt ist aufgrund der Uhrzeit etwas nervig aber – zumindest für mich – entspannt: Margot fährt….
Hey, war das ein super Urlaub !
Der BadestrandAm BadestrandSo kann manaucg Urlaub machen …. oder so …Am Flughafen
Was hatten wir nicht alles für Pläne für den heutigen Tag: mit dem Bus zum Nationalpark, um den Alto Garajonay, den höchsten Berg Gomeras zu besteigen, über die Enscherada Kette im Nordosten zu wandern, die wir zu Beginn ausgelassen haben …
Im Endeffekt sind wir in San Sebastian im Park und am Strand geblieben …..
Busbahnhof: wir warten uns die Beine in den Bauch ….
Das lag zunächst daran, dass nach exzellentem Frühstück in unserem Hotel der Bus – mal wieder- einfach nicht kam. Eine Spanierin erklärte uns nach längerer Wartezeit das Problem: es sind Ferien, und da fahren die Busse noch seltener als sonntags. …. Also kein Nationalpark.
Nispero
Stattdessen Bummel über den kleinen Markt: es gab leckere Tomaten, Nispero, sehr guten frischen Ziegenkäse und Brot: das Mittagessen ist gerettet! Und dann haben wir Faultier gespielt: Lesen im Park, auf der Strandpromenade und Schwimmen im Meer und ein Eis. Alles komplett entspannt – ein Hochgenuss!
Ich stelle fest, dass es eine Messe zum Gründonnerstag gibt und wir gehen hin: die Kirche ist (mindestens) bis auf den letzten Platz besetzt: es sind nur wenige ausländischen Touristen anwesend, vor allem Spanier, die meist in Sonntagskleidung gekommen sind. Ein Choral singt, die Messe ist feierlich. Und der Pastor spricht so langsam und akzentuiert, dass ich auch ohne Spanischkenntnisse einiges verstehe.
Messe am Gründonnerstag
Zum Ausklang des Tages essen wir in einem Fischrestaurant Paella und gegrillte Napfschnecken mit gomerischem Weißwein: einfach sehr lecker.
Morgen gehen leider schon Fähre und Flug zurück Hause: Wetter in Aachen ca.10 Grad mit Regen ….
In diesem Sträßchen ist unser Hotel „Villa Gomera“Torre del Conde, 15. JhDrr kleine Markt am Busbahnhof Im Park
zu Fuß rund um die Insel: von Playa de Santiago nach San Sebastian
Mittwoch, 1. April 2026
Heute haben wir uns die Königsetappe unserer Inselumrundung vorgenommen: ich habe die Entscheidung, ob wir diese Etappe gehen, auch wegen meiner Tendinitis am Fuß, die mich immer noch etwas einschränkt, bis auf den letzten Drücker aufgeschoben. Ich (und ich denke Margot würde mir zustimmen) haben ziemlichen Respekt vor dieser Tour, die der Rother- Führer als lang und strapaziös mit 6 Stunden Gehzeit beschreibt. Und der Rother beschreibt die Wege ohne Mehrtagesrucksack … Der Weg von 20 km Länge und 1300hm im An- und Abstieg quert – wie immer in Gomera über steile Geröllpfade oder hohe Treppen auf Karrenwegen geführt – sechs Barrancos. Kein gesichertes Wasser am Weg. Die Gegend ist menschenleer, da die Bananenplantagen auch wegen des mehrere Jahre lang ausbleibenden Regens schon seit Jahrzehnten aufgegeben sind.
Aber die Idee, den Süden der Insel, durch den es keine Straßen gibt, zu erwandern, ist höchst reizvoll und so gehen wir los. Der Weg ist traumhaft: an einem gut in die Landschaft integrierten Golfhotel vorbei steigt der Weg durch unendliche alte Terrassen – wahrscheinlich Bananenplantagen – bis auf 500m an.
Wir gehen an verlassenen und verfallenen Siedlungen vorbei, in denen nach den Plantagenarbeitern offensichtlich Aussteiger gewohnt haben oder noch wohnen, die die Hauswände höchst kreativ und künstlerisch verziert haben ( mit oder ohne LSD?)… die Räume zeigen ein ungewöhnliches Gemisch aus einfacher Ordnung des täglichen Lebens und kompletten Chaos ….
Offensichtlich nicht ganz verlassene Siedlung ….
Das Besondere auf diesem Weg: es hat ja in den letzten Wochen ungewöhnlich viel und heftig geregnet – und diesmal auch den Süden nicht ausgespart. Das bedeutet, dass wir durch ein Blumenmeer wandern. Ich war noch nie auf Gomera, aber ich bin mir sicher, dass dieser Anblick eher ungewöhnlich ist.
Wir gehen im weiteren Verlauf nicht den direkten Weg durch den Barranco sondern den offiziellen GR, der durch die Ferienanlage „ El Cabrito“ führt. Hier wird auf deutsche Urlauber zugeschnittener Öko- Wellnessurlaub angeboten mit Yoga- und Achtsamkeitskursen ohne WLAN. In der Outoorcommunity wurde über die Unfreundlichkeit der Betreiber geschrieben – kann ich überhaupt nicht bestätigen: wir haben sehr nett und äußerst freundlich Wasser und Kaffee bekommen – eine wichtig Stärkung für das letzte Drittel des Weges, dass mir alles an Kraft abverlangt hat.
El Cabrito
Ziemlich auf dem Zahnfleisch – aber immer wieder beglückt durch tolle Aussichten – sind wir echt spät um 19.00 im Hotel ‚ Villa Gomera‘ angekommen.
San Sebastian !!
Dusche !!!! Dann haben wir noch ein nettes Restaurant nicht weit vom Hotel gefunden (Kaninchen mit kanarischer Sauce und choko – Tiramisu als Nachtisch) und dann bin ich innerhalb von Minuten eingeschlafen …..
Blick zurück auf Playa de Santiago ganz zu Beginn gab es noch etwas Asphalt und kein GeröllBegonien brauchen nicht viel WasserEine verlassene KäsereiAbstieg nach El Cabrito
zu Fuß rund um die Insel: von Imada durch den Barranco Guarinmar nach Playa de Santiago
Dienstag, 31. März 2026
Heute Morgen gehen wir erst später los. Wir dürfen noch bis zum Mittag im Haus bleiben und wir möchten noch etwas den Garten genießen. Leider wird das nichts mit Sonne im Garten: heute ist sehr dunstig. Saharastaub bewirkt dieses diffuse Licht, dass aufgrund der Intensität der Staubwolke heute sogar die Starts und Landungen auf den kanarischen Flughäfen beeinflusst. Dieses Phänomen, ‚Calima‘ genannt, bringt vor allem einen komplett verhangenen Himmel (so wie ein Sommertag im Ruhrpott) und- Hitze, da der Wind aus der Sahara in Afrika und nicht vom Antlantik kommt. Uns beschert es Durst und einen staubigen, trockenen Mund …
Wir wollten eigentlich mit dem Bus zurück nach Imada, um von dort durch den Barranco de Guarinmar nach Playa de Santiago abzusteigen. Ich werde nie die Busfahrpläne dieser Insel verstehen. Der anvisierte Bus um 11.50 verschwand einfach von der Liste. Länger wollten wir nicht warten und sind die 4 km zu Fuß gegangen. (NB., geschrieben 2 Tage später – ich hab’s kapiert: hier ist ‚Samana Santa‘ und damit gilt der deutlich eingeschränkte Busfahrplan der Osterferien).
Terrassengärten am Einstieg des Barranco
Also zu Fuß: von einer kleinen Kapelle aus nehmen wir den Einstieg in den Barranco: sofort gelangen wir in terrassierte Gärten, teils verlassen, teils bewirtschaftet. Nach einiger Zeit wird das Tal enger, Steilwände zu beiden Seiten .
Der Weg klebt (seilgesichert) an der Wand. Im tieferen Tal Palmen, aus denen noch etwas Palmhonig gewonnen wird. Hier hat es offensichtlich gebrannt: Die Stümpfe der Palmen ragen wie dunkle Säulen ohne Krone in den Himmel. Das Dorf Guarinmar, bis zu dem es eine Straße auf der anderen Talseite gibt, besteht nur aus wenigen Häusern.
Der Wanderweg führt noch 3 km weiter bis zum nächsten Dorf, dann müssen wir die letzten 4 km eine allerdings kaum befahrene Straße bis zum Strand latschen. Da die Straße nur zu wenigen kaum besiedelten Weilern führt, ist mit Verkehr auch sicher nicht zu rechnen. Um so ungewöhnlicher, dass diese komplett neue Straße so breit angelegt ist …. Ich habe da mal EU – Sponsoring in Verdacht …. Das Tal im unteren Teil wird als Baustofflager genutzt (ohne Zufahrt zu der neuen Straße….). Dann sind wir in Tecina nahe Playa de Santiago. Unsere kleine Wohnung liegt ein paar Serpentinen hangaufwärts.
Blick von der Terrasse der Unterkunft
Nichts Besonderes- klein und funktionell, ganz ok. Pizza zum Abendessen und ich schlafe fantastisch schnell ein…
zu Fuß rund um die Insel: mit dem Bus nach Chipude und über Imada nach Alajerò
Montag, 30. März 2026
Heute Morgen ging der Wecker um 6.30. Wir wollen mit dem Bus nach Chipude zurück, um von dort den GR (oder einen parallelen Wanderweg ) weiter Richtung Südwesten nach Alajeró zu wandern. Der Bus soll um 8.10 fahren – wir waren auf Margots Drängen glücklicherweise um 7.50 an der Haltestelle. Der Bus kam um 8. 02 … .Nach unendlichen Kurven und 2 Tunneln sind wir oberhalb des Tals im Nebelwald und bald dann entlang des Weges, den wir 2 Tage vorher gewandert sind in Chipude angekommen . Windstärke 9 und gefühlt nur knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Wir brauchen einen Kaffee. Die Bar im Ort ist geöffnet, die Bacardis gehen dort schon über die Theke – wir bleiben bei Kaffee. Der weckt ein wenig die Lebensgeister !
Der GR 131 führt dann wunderschön – und saukalt –ohne viele Höhenmeter in Windungen den Hang entlang zur Ermità ‚Franz von Assisi‘ in Igualéro. Grandiose Blicke auf Herrero inclusive.
Um nicht in unmittelbarer Nähe zur Hauptstraße weiterzulaufen, nehmen wir den Weg über einen lokalen Wanderweg nach Imada. Bergziegenqualitäten sind gefragt auf dem steilen alten Verbindungsweg bergab ins Dorf.
Ein Wasser im kleinen Bar- Restaurant und Gespräche auf deutsch und französisch mit einem schwäbischen Gerichtsvollzieher und seiner Frau, der für seine Ausbildung in Monschau gelebt hat, einem Pärchen aus der Gegend nördlich von Lüttich, denen das Wetter in Teneriffa einen Strich durch die Rechnung des Outdoorurlaubs gemacht hat (der Teide mit allen MTB – und Wanderwege wegen Schnee gesperrt) und die deswegen jetzt auf Gomera sind. Und dann noch ein älteres Paar aus Aachen, die seit Jahrzehnten nach Gomera kommen und jetzt in Playa de Santiago überwintern.
Nach Alajerò ist es nicht mehr weit: noch auf einem alten Karrenweg und auf der neuen, zurzeit wenig befahrenen Straße zum Pass und weiter ins Dorf. Heute übernachten wir in einem von einem Franzosen vermieteten Ferienhaus .
Das Haus ist ein Traum: Blick auf den Süden der Insel und das Meer, ein unglaublicher Garten mit Blumen, Obstbäumen, kleinen Sitzecken. Alles ist hell und gemütlich. Wirklich schade, dass wir hier nur eine Nacht sind.
Der Vermieter aus der Gegend von Nantes hat hier früher selbst gewohnt (jetzt lebt er im Dorf) und organisiert von hier aus Wandertouren.
Abends noch gegrillter Tintenfisch im kleinen Dorflokal – wieder unglaublich lecker.
Uns geht’s soooo gut hier !
Der junge Schäferhund war nicht ausgelastet und ist uns eine ganze Weile gefolgt…Sehr schöner Hangweg… und echt stürmisch!An der Ermità – soooo kalt !Unser HausEin Teil des GartensAlajerò
ValleGranRey – der Sehnsuchtsort jedes deutschen Gomeraurlaubers oder – aussteigers – und fest in deutscher Hand.
Auf der Terrasse
Wir haben ein nette 2 Raum- Ferienwohnung mit schöner Terrasse im oberen Teil des Tales und könnten ganz glücklich sein …. Nur leider habe ich mir gestern bei den gut 1000 Höhenmetern Abstieg die Sehnenscheiden am Fuß mächtig überlastet und bin heute komplett unfähig, die geplante Wanderung um das Tal des Königs herum durchzuführen. Ich habe schon Mühe, nur den kurzen Weg zu Fuß ins untere Tal zu gehen. Dort angekommen schlendern wir über den Kunsthandwerkermarkt, der übrigens ebenfalls in deutscher Hand ist. Ich werde fündig: ein Stehrumchen mehr zu Hause …
Dann geht es weiter zum Strand. Auch hier, wie auch auf dem Weg ins Tal sind die Folgen des Unwetters eindeutig sichtbar: mehrere Brücken sind weggerissen und die Wege voller Geröll. Am Strand genieße ich das warme Wasser und war eigentlich tiefenentspannt auf dem Rückweg: wenn sich nicht von einem 500m hohen Steilhang unversehens eine Erdlawine gelöst hätte und mit Getöse den Berg hinunter gebraust wäre. Das ist alles weit weg, aber schon ziemlich beeindruckend ….
Der Erdrutsch
Ich fahre mit dem Bus zurück ins Appartement und pflege mich auf der Terrasse, während Margot noch ein wenig durchs Tal schlendert und zu Fuß zurückkommt. Wir essen zum zweiten Mal unsere Nudeln mit Gemüse von gestern und gehen früh schlafen. Heute Nacht war die Zeitumstellung und morgen wollen wir zeitig raus, um den Bus Richtung Chipude zur Fortsetzung der Inselumrundung zu nehmen . Ich hoffe nur, dass mein Bein das zulässt ….
Blick aus dem Appartement auf die Gemüsegarten der Nachbarschaft Denkmal des letzten freien Königs der Ureinwohner Goneras, der den Aufstand gegen die Dpanier anführteBadestrand in der Nähe des HafensIm Appartement Sonnentergang , von der Terrasse aus fotografiert
zu Fuß rund um die Insel: von Las Hayas über El Cerrado und Chipude ins ValleGranRey
Samstag, 28. März 2026
Heute gab es zwei Wege zur Auswahl: entweder ganz weit nach Westen wandern und dann auf dem Camino de la Merica über den Grat zwischen Meer und Tal 1200 Höhenmeter in den unteren Teil des ValleGranRey absteigen. Oder langsam über zwei früher bedeutende Dörfer Höhe verlieren und dann nur 800m auf dem GR steil ins obere ValleGranRey wandern.
Wir haben die zweite Alternative gewählt. In El Cercado wird noch auf ganz traditionelle Art ohne Töpferscheibe getöpfert – so wie von den Ureinwohnern Gomeras vor der spanischen Invasion im 15. Jh. Dem Museum, das dieser Töpferkunst gewidmet ist, haben wir einen ausführlichen Besuch abgestattet.
Im Töpfermuseum
Danach waren wir in Chipude: Anfang des 20. Jhs hatte der Ort 2000 Einwohner – heute knapp 200. Die dortige Landwirtschaft hat damals den ganzen Süden der Insel ernährt.
Ntra. Sra. de Candelaria mit den Vorbereitungen für Palmsonntag
Wir haben im netten Café Sonja Kaffee getrunken und danach in der gegenüberliegenden Kirche die Vorbereitungen für Palmsonntag beobachtet. Ein Trailrunner hat meine Befürchtung in Bezug auf den Zustand des weiteren Weges zerstreut – es gibt zwar Geröll nach den Regenfällen, jedoch ist der GR glücklicherweise nicht abgerutscht. Gut. Auch die Querung des Baches am Fuß des Tales ist einfacher als befürchtet – nur die 800 Höhenmete Abstieg machen mich heute komplett fertig – ich bin nur glücklich, dass wir nicht due westliche Variante gewählt haben …
Das Appartement ist nett mit schönem Balkon mit Aussicht aufs Tal. Nach kurzer Ruhe gehen wir einkaufen und zaubern dann Nudeln mit leckerer Gemüsesoße mit Käse. So geht’s uns gut !
Morgen, Palmsonntag, wäre ich gerne zur Messe gegangen – leider gibt es im gesamten Tal keinen einzigen Gottesdienst … Komisch – aber wahr. So planen wir einen ruhigen Sonntag am Strand – auch eine Alternative….
El CerradoBewässerung durch ÜberglutenDas Töpfereimuseum
zu Fuß rund um die Insel: von Vallehermoso nach Las Hayas
Freitag, 27. März 2026
Am Frühstückstisch haben wir mit einem Iren geredet, der gestern von Süden aus Vallehermoso erreicht hat -die Wege im Nationalpark sind zwar gesperrt aber unproblematisch zu wandern ….
So machen wir uns auf den Weg: es sind mehr als 1000 Höhenmeter im Aufstieg. Zunächst am Stausee Encantadora vorbei, dann ein langer aussichtsreicher Aufstieg in den Nebelwald. Dort sind wir eine kleine zusätzliche Runde durch den Raso de la Bruma gewandert – es sieht mit den Flechten und Moosen wie ein mystischer Zauberwald aus. Genial!
Im Nebelwald
Das Hotel ist so mittelprächtig – eben wie ein kleines Hotel in den Bergen. Problematisch ist allerdings, dass hier heute Abend offensichtlich eine Fete mir Tanz steigt – Freitagabend auf dem Dorf…
Blick ins Tal von Vallehermos0Las HayasIm Restaurant Efigenia
zu Fuß rund um die Insel: Tageswanderung von Vallehermosa nach Simanca und Tamargada
Donnerstag, 26. März 2026
An sich sind Wetter und Wetterbericht keine ganz so spannenden Themen im Blog. Aber…
Nach der Katastrophenwarnung, wegen des heranziehenden Unwetters, die uns gestern mitten in den Bergen erreicht hat, gab es für uns zunächst keine direkten Folgen : hier im Norden weder Regen noch Sturm. Im Süden hingegen scheint es fast 100mm Regen innerhalb weniger Stunden gegeben zu haben (vorher hat es mehrere Jahre gar nicht geregnet), so dass die Bäche in den Barrancos anschwellen und es zu Erdrutschen kommt. Die Ranger haben das ganze Gebiet abgesperrt und die Wanderer in die umliegenden Orte verfrachtet.
Heute Morgen beim (übrigens hervorragenden) Frühstück haben wir dann eine erregte Diskussion zwischen einer Wandergruppe und der Wanderführerin mitbekommen, da die Gruppe (in vorauseilendem Gehorsam?) in den letzten Tagen wetterbedingt noch gar keine der geplanten Wanderungen durchgeführt hat…..
Wir haben dann für uns entschieden, zunächst einmal vorsichtig abzuschätzen, was machbar ist ….
Wir sind zum Strand von Vallehermosa gelaufen und von da über eine Variante des GR 123 durch eine ehemals stark bäuerlich – landwirtschaftlich genutzte Gegend im Bogen zurück nach Vallehermosa gewandert.
Die Wege waren durch kleinere Erdrutsche schon kräftig geschädigt – aber meines Erachtens trotzdem gut und sicher begehbar. Ich bezweifle, dass es nötig war, alle Wanderwege zu sperren ….
Auf dem Rückweg kurz vor dem Ort wurden wir aber dennoch ausgebremst: der kleine Bach im Ortsinnern von Vallehermosa war zum reißenden Wildbach mutiert, so dass uns noch ca 1 km Umweg beschert wurde…
Ein Haus ohne Dach : auf ewig Ruine- später Steunhaufen
Ein paar spannende Begegnungen noch auf dem Weg: wir trafen eine Frau, die seit 35 Jahren auf Gomera lebt und den Grund der vielen verfallenen Häuser erklärt: es gibt eine Richtlinie, dass – wenn das Dach eines Hauses richtig kaputt ist, das Haus nicht mehr repariert werden darf. …. Was soll denn das ???
Octopus !
Gutes gomerisches Abendessen erneut in der Tasca el Carraca … Heute mit Octopus mit gomerischer Sauce – delikat!
Roque CanoTypisch gomerische LanghäuserHeute Wanderweg – früher die einzige Landverbindung zwischen Vallehermosa und San Sebastian
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