Stadtbesichtigung Teil I
Donnerstag, 12.Februar 2026
Windstärke zwischen 4 und 9 Beaufort – was soll dann das heißen? Nachdem wir den Schutz der engen Gassen des Quartier du Panier verlassen hatten und auf den unbebauten, dem Meer zugewandten Vorplatz der Kathedrale kamen, auf dem wir uns kaum auf den Beinen halten konnten, wurde uns klar, dass Windstärke 9 schon ziemlich unangenehm und kalt sein kann….
Wir haben dann versucht die Wellen, die sich an der Kaimauer brachen zu fotografieren- Ergebnis war nur ein Objektiv mit ganz vielen Tropfen auf der Linse…

Heute wollen wir uns erstmal ein wenig in Marseille umsehen und die Museumsbesuche auf die nächsten Tage verschieben, und so bewundern wir die avantgardistische Architektur des MuCEM (Musée des Civilisations d’Europe et de la Mediterranée) heute nur von außen.
Danach bummeln wir um den Vieux Port herum und sind uns einig, dass wir bei dem Seegang (wenn die Boote überhaupt fahren) überhaupt keine Lust haben, das Chateu d’If und die Inseln von Frioul zu besuchen: das würde heute mit Sicherheit bedeuten, die Fische zu füttern…
Der weitere Weg soll zur Wallfahrstskirche Notre Dame de la Garde führen, die – im 19. Jh erbaut – hoch über der Stadt thront. Auf dem Weg kommen wir an der ehemaligen (teilweise wieder aufgebauten) Abtei St Victor aus dem 11. Jh vorbei, in deren Krypta sich noch Ruinen und Sarkophage aus römischer und ganz frühchristlicher Zeit (aus dem 3. und 4. Jh befinden) – sehr beeindruckend.



Ganz oben auf dem Berg erreichen wir dann die Kirche Notre Dame de la Garde aus dem 19. Jh: immens viele exVotos mit Bildern von Schiffen im Sturm (mit dem Dank der Errettung aus Seenot) und Bilder von Zugunglücken, einstürzenden Brücken und vom Krankenbett mit gleicher Bedeutung. Von der Decke hängen Schiffsmodelle aus den letzten Jahrhunderten, ergänzt durch Schnellboote, Flugzeuge und Hubschraubern als Artefakte der neueren Zeit ….
Die Architektur ist typisch repräsentativer Stil des 19. Jahrhundert …. Es gibt ja Menschen , die das schön finden ….



Nach sehr leckerem Couscous sind wir auf dem Rückweg am Mémorial des Déportations vorbeigekommen (und sind zur Besichtigung reingegangen): Das kosmopolitische Marseille war 1940 einer der letzten offenen Häfen Europas mit einem alten populären Viertel im Norden des Vieux-Ports. Dieses war den Nazis (und auch einer Reihe von Franzosen) ein Dorn im Auge: im Jahre 1943 wurden die dort lebenden Juden von den Nazis mit tatkräftiger Hilfe des Vichy-Régimes verhaftet, alle Bewohner des Viertels innerhalb eines Tages ihren Wohnungen vertrieben und das gesamte Areal gesprengt. Wozu Faschismus fähig ist ….



Im Anschluss noch ein Rundgang durch die zweite große Kirche der Stadt, die im 19. Jh erbaut wurde: die Kathedrale – auch hier trifft der neobyzantinisch -neoromanische Stil nicht wirklich meinen Geschmack ….

Den Abend verbringen wir zu Hause und hoffen auf gutes Wetter für morgen: geplant ist ein Spaziergang durch die Multikulti- Viertel zwischen Bahnhof und Hafen.









