Tag 3 – Rund um den Cirque de Gavarnie im Nationalpark der Pyrenäen: Réfuge de l’Oule zur Cabane dets Coubous

Montag, 5.Juli 2021

17km. 1150m bergauf, 940m bergab

Die heutige Etappe ist eine gewisse Herausforderung: ziemlich lang für den 2. Tag der Tour und vor allem im zweiten Teil  mit einigen  Kletterpartien und längeren Anstiegen über Blockwerk gespickt.  Aber das Wetter ist absolut super – blauer Himmel und phantastische Sicht, so dass wir guten Mutes zunächst am Lac d‘Oule entlangwandern und dann die ersten 400 Höhenmeter  auf die Hochfläche hinaufsteigen. Dort zeigt sich mir plötzlich ein völlig surreales Bild: Ein Wanderer mit einem Kontrabass auf dem Rücken ! Genauer: die beiden Begleiter schleppen noch zusätzlich Gitarre und Saxophon: die drei spielen in den verschiedensten Hütten der Gegend. Und da diese teils nur zu Fuß erreichbar sind, wird eben der Kontrabass über die Bergpässe getragen….

Heute ist unsere Wander- geschwindigkeit geradezu  unterirdisch langsam. Wir brauchen enorm viel Zeit für den tollen Weg entlang der Seen im Naturpark Néouvielle und für den Anstieg zum Col de Madamète. Meine Kamera läuft dabei heiß und es ist nur schade, dass wir doch ziemlich hinter der Zeit herlaufen und ich so nicht zum Bad in einem der vielen kleinen Bergseen am Weg komme.  Als wir am späten Nachmittag den letzten  Anstieg über 400 Höhenmeter sehen und feststellen, dass das eine einzige Kletterpartie ergäbe, ändern wir den Plan und kehren um, annulieren das Réfuge und steigen langsam Richtung Tal ab. Für die Übernachtung wählen wir dann eine hier in den Pyrenäen durchaus übliche Variante – wir übernachten in einer „Cabane“.

Diese Hütten bestehen im Prinzip aus nichts anderem als 4 Wänden, Dach und Tür. Das war’s. Der Boden ist  aus Beton – mit erheblichen Unebenheiten, bedeckt mit einer Plastikplane. Aber das Ding ist glücklicherweise sauber und ohne zweideutige Gerüche. Vor uns war schon ein junger Mann da, der uns seine Isomatte und Powerbank leiht– total nett. Zum Abendessen hatten wir noch ausreichend Reste vom Picknick. Und in der Nacht ist es schon genial, im Trockenen zu sein, wenn der aufziehende Sturm heult und der Regen aufs Dach prasselt. Mit etwas Glück, ist der Wind ja stark genug, um die Wolken bis zum Morgen  wegzupusten….

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