🏙🚶Marseille und Calanques – Tag 1

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Anreise mit dem Zug von Aachen über Paris nach Marseille

Mittwoch, 11.Februar 2026

Wohin über Karneval? Gewünscht war eine Städtereise mit Wandermöglichkeit, nicht zu kalt – vielleicht schon mit leichter Andeutung von Frühling ?? In Rom, Paris und Barcelona waren Dagmar und ich schon in den letzten Jahren und so habe ich diesmal an Marseille gedacht. Immerhin ist das die zweitgrößte Stadt Frankreichs und der Nationalpark der Calanques mit seinen unzähligen Wandermöglichkeiten liegt zum größten Teil auf dem Stadtgebiet dieser Stadt. Da ich fast sechs Monate im Voraus gebucht habe, war die Anfahrt mit dem Zug mit 130€ Hin und Rückfahrt echt günstig und im Endeffekt genauso schnell wie mit dem Flugzeug: Aachen Hbf bis Marseille Zentrum in 9 Stunden mit sehr komfortablen 2,5 Stunden  Umsteigezeit in Paris – es wäre auch deutlich schneller gegangen.

im Zug auf Höhen von Valence: im Hintergund ganz in weiß: die Gipfel der Alpen (des Vercors)

Vielleicht, weil ich die Zeiten so weit kalkuliert hatte, blieb die Hinfahrt (echt ungewöhnlich für mich!) ohne irgendwelche Vorkommnisse. Pünktlich los, pünktlich um 16.00 in Marseille und pünktlich um 16.30 in unserem Airbnb im Panier in der Nähe des alten Hafens. Nette Unterkunft in einem großen offenen Raum ohne einen einzigen rechten Winkel… Wir haben wirklich genug Platz mit Koch- Sitz- und Essecke und zwei mit offenen Wänden ohne Türen abgetrennten Schlafkammern.

Blick vom Bahnhof Richtung Notre Dame de la Garde

Aber – ein Reisetag ohne Vorkommnisse ? No go !! Auf einmal flackert eine Nachttischlampe und dann kommt es zu einem Kurzschluss, der alles Sicherungen im Appartement raushaut. Die nette Vermieterin, die uns eine Stunde vorher den Schlüssel übergeben hatte, konnte mir zwar die Lage des Sicherungskastens nennen, mir dann aber auch nicht weiterhelfen, da auch nachdem die Sicherungen wieder eingeschaltet waren, immer noch nichts ging. Wir haben dann unseren ersten kleinen Stadtbummel gemacht und ihr Mann hat das Problem irgendwie so gelöst, dass wir nach dem Abendessen wieder ganz normal Strom hatten. Da die Nachttischlampe immer noch flackert, nutzt Dagmar diese einfach nicht mehr ….

Das Viertel “ Le Panier“ ist in den letzten Jahren zu einer ziemlich hippen Adresse geworden – das zeigen schon die vielen originellen Graffitis – ich wusste gar nicht, welche ich denn ablichten sollte !

Abendessen in einem guten kleinen italienischen Restaurant „Chez Angèle“ mit Pizza und Antipasti-sehr lecker! Dazu ein nettes Gespräch mit aus Valence stammenden Tischnachbarn über Marseille, Reisen im Allgemeinen und Besonderen – kurzweiliger Abend.

Morgen soll es nur etwas windig werden aber überhaupt nicht regnen – was mich schon mächtig freuen würde!

🏙🚶 Februar 2026 – Marseille und Calanques

Marseille

Städtereise im Februar?
Marseille und die Calanques
bieten zwar nicht unbedingt gutes Wetter
aber in jedem Fall angenehme Temepraturen
– und einen idealen Mix aus Natur und Stadt für 6 Tage Auszeit.

Den Blog
schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch

Powerpoint und Diashow ebenso wie den endgültigen Track kann es natürlich erst in einigem Abstand zu der Tour geben: aber die Wartezeit darauf ist ja fast so schön wie vor Weihnachten …. Einfach in einigen Wochen noch mal gucken oder sich per Mail benachrichtigen lassen …..

Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten

Die Powerpoint ist noch nicht online? So kannst du dich benachrichtigen lassen!

Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage

Die Diashow ist noch nicht online? So kannst du dich benachrichtigen lassen!

wir hatten ein zentrales, ruhiges Appartement über Airbnb gemietet

 

🚶Oktober 2025: auf dem Mullerthaltrail – Tag 3

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3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz: von Op de Kengert nach Echternach

Samstag, 18.Oktober 2025, 27 km, 715↗, 890m↘

Keine Ahnung, warum ich heute schlecht geschlafen habe: ich war müde genug, es war nicht kalt, wenig Licht und außer leisem Gemurmel gab es nur Käuzchenrufe und zwischendurch Schreie anderer Tiere, die ich nicht zuordnen konnte .

Frühstück dann im Zelt mit Tee und Petits Pains au Chocolat, die ich gestern Abend noch gekauft habe: endlich weiß ich, warum ich den Gaskocher mitgeschleppt habe.

Heute scheint die Sonne, windstill – goldener Oktober, und alle einschlägigen Gedichte fallen mir ein … .Der Weg verläuft zunächst langsam abwärts durch einen Buchenwald, dann über viele Kilometer auf der Hochebene an Feldrainen entlang und durch Heckenwege … einfach schön!

Beaufort

Nach den Ruinen des Schlosses von Beaufort folgt der Trail verschiedenen Bächen, die sich teilweise sehr spektakulär in die Sandsteinfelsen gefressen haben. Zuletzt geht es noch durch die Wollefsschlucht mit gefühlt einer unendlichen Anzahl an Stufen. Das wäre alles erträglich, wenn diese Schlucht nicht nach mehr als 20 km mit (zu) schwerem Gepäck läge und ich nicht vorhin auf einer Asphaltstraße umgeknickt wäre. So werden die letzten 5 km zu einer Herausforderung (so gibt es nicht so viele Fotos).

Ich könnte gleich noch 2 Stunden nach Hause fahren, bin aber ziemlich platt, so dass ich es vorziehe, noch einmal auf einem Campingplatz zu übernachten. Hier in Echternach ist auf dem kommunalen Platz- im Gegensatz zu den privaten Plätzen der Umgebung – die Rezeption geschlossen und schon alles winterfest gemacht. Jemand empfiehlt mir, einfach mein Zelt irgendwo aufzubauen, die Duschen seien geöffnet. Danach gehe ich den steilen Hang hinab in den Ort, besichtige noch die Willibrod Basilika und esse recht ordentlich zu Abend in einer Pizzeria .

die romanische Basilika in Echternach

Am Sonntagmorgen bin ich dann gut ausgeschlafen nach Zeltabbau bei immer noch geschlossener Rezeption ohne zu bezahlen (wo denn auch!) nach Echternach gegangen, habe gegen 8.30 in einer Bäckerei gefrühstückt und bin in aller Ruhe nach Hause gefahren.

Fazit: total schöne Gegend- aber definitiv besser mit viel weniger Gepäck.  Sonst hat man nämlich kaum Lust, die über unzählige Zusatztreppen zu erreichenden Aussichtspunkte auf den Felsen zu erklimmen…

🚶Oktober 2025: auf dem Mullerthaltrail – Tag 2

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3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz: Consdorf- Op Kengert bei La Rochette

Freitag, 17.Oktober 2025, 23 km670m, 600m

Ohne Wecker bin ich um 8.00 aufgewacht (Schlafenszeit: 21.00), habe alles eingepackt und war um 9.00 im Dorf in der Bäckerei zum Frühstück.  So langsam kommen die Erinnerungen hoch – hier war ich schon mal: vor knapp zehn Jahren habe ich mit Mira, meinem Hund, eine Tour weit in der Vorsaison, Anfang März gemacht. Alles war geschlossen, die Besitzerin des (eigentlich auch geschlossenen Campings) hat mir aus Mitleid einen Teller Nudeln spendiert. Es war saukalt im Zelt (und meine Ausrüstung noch suboptimal), so dass ich Miras Wärme im Zelt sehr genossen habe. Die Bäckerei in Consdorf, 5 km weiter, sollte am nächsten Morgen geöffnet sein – ausnahmsweise allerdings Fehlanzeige …

Heute ist alles anders: es ist ziemlich warm und es gibt leckeres Gebäck, Weckmänner (Stutenkerle auf norddeutsch) und Milchkaffee. Der Morgen ist gerettet.

Der Mullerthal- Trail führt dann auf halber Höhe zwischen den Sandsteinfelsen entlang: enge, dunkle Spalten,  die ich nur ohne Rucksack auf dem Rücken passieren konnte (Schlankheitstest). Es ist ein unablässliches Auf und Ab über schmale Pfade und unendliche Treppen. Genial (trotz der Treppen).

Glücklicherweise führen auch einige Kilometer über die Hochebene und über eine Bahntrasse – sonst hätte ich die 23 km nie geschafft. Mein Rucksack ist nämlich viel zu schwer: ich war mir nach den Erfahrungen vor 10 Jahren nicht sicher, ob es genug zu essen gibt und habe entsprechend eingepackt.  Und das wiegt …. .

Camping op de Kengert

La Rochette ist ein netter Ort: die hell verputzten Fassaden unterscheiden das  Dorf von den ansonsten  sehr ähnlichen Ardennendörfern, die aus dunklen Bruchsteinen gebaut sind. Über allem thront die imposante Burgruine, an der vorbei der Weg zum weiter nordöstlich gelegenen Campingplatz „Op Kengert“ führt. Ich hoffe auf einen ruhigen, nicht zu hellen Platz (das kann ich erst morgen früh sicher beurteilen). Das Abendessen  mit gebratener Forelle und  Mandeln  ist auf jeden Fall schon mal um Klassen besser als die komischen Cannelloni von gestern Abend …

🚶Oktober 2025: auf dem Mullerthaltrail – Tag 1

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3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz: Echternach- Consdorf

Donnerstag, 16.Oktober 2025
17,5 km, 580m↗, 450m↘

Ich habe die ersten Tage des Herbsturlaubs mit Hausarbeiten aller Art verbracht und wusste deshalb gestern Abend noch gar nicht sicher ob, und vor allem wohin ich an meinen letzten freien Tagen fahren wollte. Rheinburgenweg? Matthiasweg? An der Lesse entlang? Ich habe dann angefangen, über die Wanderschleifen des Mullerthal- Trails in der Luxemburger Schweiz zu lesen: Hotels unrealistisch teuer und sowieso meist ausgebucht, dafür aber super öffentlicher Nahverkehr und ein spannender Weg. Dann bleibt nur das Zelt und die Hoffnung auf geöffnete Campingplätze …

Heute ganz früh habe ich dann den Rucksack gepackt (die Nächte sollen glücklicherweise weit über Null bleiben), noch etwas Tennis gespielt und dann: auf nach Echternach! Ankunft kurz vor zwölf, ein viel zu kurzer Blick in die berühmte Basilika und dann geht’s los. Der Weg ist als „schwierig- schwarz“ markiert: ich vermute, wegen der vielen Höhenmeter!  Vor 14 Tagen war ich an den Klippen des Ith- Hilswegs: die Sandsteinfelsen hier stehen denen im Weserbergland in nichts nach.

Nach 16 km um 17.00 nehme ich die Abkürzung direkt ins Dorf. Total k.o! Nette Übernachtung auf einem niederländisch geprägten Campingplatz mit leider entsprechendem Essen, aber sehr gutem Bier (Battin- luxemburgisches Blanche). Ich lade mein Smartphone auf, schreibe Blog, poste Bilder – typisches Leben „on tour“…

„de Roude Léiw“ Felsen bei Scheidgen mit Felsmalereien aus dem Jahre 1939 zum 100. Jubiläum der Unabhängigkeit Luxemburgs mit dem Luxemburgischen Wahlspruch: „Mir wölle bleiwe wat mir sin„. Ausgeführt wurden die Ritzzeichnungen von drei Freunden aus dem Dorf, die kurz danach zur deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert wurden. Einer von ihnen starb 1944 in russischer Gefangenschaft, die beiden anderern kehrten ins Dof zurück. Die Malerei sollte auf Befehl der deutschen Besatzung entfernt werden- sie wurde stattdessen von Dorfbewohnern zuzementiert – der Zement ließ sich nach 1945 wieder entfernen …

Morgen geht’s dann weiter: ganz werde ich die beiden Mullerthal- Schleifen nicht schaffen. Aber ich hoffe, ich habe die spannendsten Abschnitte ausgewählt.

🚶Oktober 2025: auf dem Mullerthaltrail

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3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz

soooo viele Höhenmeter !
… und ich habe mit meinem Zelt auf dem Rücken noch viele Treppen und Aufstiege zu den spektakulären Aussichtspunkten
auf den Spitzen der Sandsteinfelsen ausgelassen.
Dazu führt der Trail
durch enge Felsspalten und über schmale Hangwege.
Zum Ausruhen geht es abwärts an wilden Bächen entlang und über die sanfte Hochebene

Den Blog
schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch

Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläreZusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten

Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage.

Karte und Track der Wanderung

 

 

🚶Oktober 2025: auf dem Ith- Hils Weg

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von Coppenbrügge am Westrand des Ith entlang bis zur Weser nach Bodenwerder

so weit nördlich in Deutschland hatte ich keine so steilen Felsen erwartet!
Da sich das Wetter (zumindest zu Beginn)
von seiner besten Seite gezeigt hat, wurde es eine spannende und aussichtsreiche Tour über häufig schmale Pfade mit einigen Höhenmetern.

Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläreZusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten

Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage.

Karte und Track der Wanderung

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🚴 rund um Estland und weiter bis Riga: Tag 19

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Rückflug aus Riga

Samstag, 9.August 2025

Was wollen wir an unserem Tag in Riga unternehmen? Wir denken an alles mögliche: Museen, Baden im Meer, das Freilichtmuseum, da der Flug ja erst um 19.40 losgeht….

Aber zunächst einmal Frühstück: das gab es – wie meist hier im Baltikum – mal wieder aus der Tupperdose. Unsere Pension selbst ist sehr schön und persönlich eingerichtet, mit hohen Räumen und gut ausgestatteter Gemeinschaftsküche – wir könnten also auch selbst kochen …..
Ich frage mich, ob diese tollen Häuser, in denen Zimmer vermietet werden, nicht in Wirklichkeit ( d.h. im Winter) Einfamilienhäuser oder Wohnungen sind, aus denen die Familie für die lukrativen Sommermonate auszieht…. Auf der Hinreise hatten wir einen Mitbewohner im Hostel, der uns von seiner Wohnung genau das berichtete.

Dann stromern wir auf unseren Rädern etwas durchs Zentrum und kommen zufällig an einer Kirche vorbei (Marienkirche), in der gerade ein Gottesdienst beginnt. Unschwer zu erkennen: katholisch. Angezogen von den slawisch anmutenden Gesängen gehen wir rein und feiern die Messe mit. Eigenartig – es wird eine tridentinische Messe gefeiert (also kehrt der Priester der Gemeinde beim Hochgebet den Rücken zu). Ich gehe zur Kommunion und sehe mit Erschrecken Kommunionbänke mit Mundkommunion. Das ist überhaupt nicht meins ! Ich halte die Hände hin und der Priester verwehrt mir die Kommunion. Das Machtspiel beginnt. Ich sage, ich sei katholisch, käme aus Deutschland – aber das hilft nicht. Ich könnte aufstehen und unter Protest gehen – aber das finde ich in der Situation auch nicht adäquat. Also hat er sich durchgesetzt …. aber so was ist mir noch nie passiert. Toleranz ist was anderes. .. Beim Rausgehen gucke ich nochmal genauer hin: es war wirklich eine römisch- katholische Kirche ….


Wir fahren danach etwas mit den Rädern die Daugava entlang, den Fluss der aus Russland kommend ganz Lettland durchquert, dann hier bei Riga ins Meer mündet, und essen später zu Mittag (lettisch: schwarze Erbsen mit Speck, Zwiebeln und Griebenschmalz. Mächtig und lecker. Dagmar: Pasta mit Gemüse).

Zum Nachmittag noch ins Jugendstilmuseum, das eine typische Wohnung zu Beginn des 20. Jhs im entsptechenden Stil zeigt – immerhin gibt es nirgendwo in Europa so viele erhaltene Jugendstilhäuser in einer Stadt wie hier in Riga.


Dann geben wir die Räder ab, packen allen unseren Kram in die riesige Reisetasche und fahren mit dem Bus zum Flughafen.

Unproblematischer Flug und fast unproblematische Rückfahrt mit der DB (nur 30 min Verspätung… ). Mit Andrea als Chauffeur sind wir gegen 23.00 in Kelmis. Dagmar hat’s noch etwas weiter und nimmt morgen früh den Zug zurück nach Bremen.

Fazit:
ich habe viiiiel zu viel mitgenommen: Ich habe die Zelte, die Isomatte, den Schlafsack, den Wasserfilter, den Wasserschlauch, die Stirnlampe, das ärmellose T- Shirt, den Buff, den Kocher, die große Powerbank, das Tablet nicht gebraucht….. wie schön leicht wäre das Rad ohne dieses nutzlose Gepäck gewesen ????

🚴 rund um Estland und weiter bis Riga: Tag 18

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Busfahrt von Tartu nach Riga

Freitag, 8.August 2025

Heute Morgen konnten wir es geruhsam angehen lassen. Unser Bus zurück nach Riga fährt  erst gegen 11.00, so dass wir genügend Zeit zum Frühstücken und zum Packen haben, und  ich sogar jetzt mit meinem Blog up-to-date bin. Die Lux Busse sind wirklich eine exzellente Alternative zur Bahn: wir sind in 4 Stunden in Riga. Mit dem  Zug hätten  wir (unterschiedliche Spurweite) erst mal in Valga Aufenthalt  gehabt und deutlich länger gebraucht.

Im Zug habe ich Zeit, die Radtour Revue passieren zu lassen: Es ist uns gelungen, sehr unterschiedliche Teile des Landes zu sehen  – von meiner Idee, alle Regionen zu bereisen, musste ich allerdings aus Zeitmangel Abstand nehmen.

Die Esten: wirklich schlechte Erfahrungen haben wir nicht gemacht. Allerdings finde ich es zumindest ungewöhnlich,  wenn man auf dem Land – zu Fuß oder mit dem Rad –  jemandem begegnet, sich nicht zu grüßen. Das ist hier offensichtlich nicht üblich. Eigenartig. Auch an den Supermarkt- Kassen gab es weder Grußformel noch  besondere Freundlichkeit ….(Ausnahme: Tartu).

Mit dem Wetter haben wir Riesenglück gehabt: die ersten Tage war knalle Sonne, teilweise so warm, dass wir nachts Mühe hatten einzuschlafen. Erst in der zweiten Hälfte der Tour wurde es wolkig und es kam meist nachmittags und nachts zu heftigen Gewittern. Nur jetzt in Riga regnet es …

Hier in Riga haben wir ein schönes Zimmer in einer mit Geschmack eingerichteten Pension nahe des Jugendstilviertels. Wie immer in den letzten 14 Tagen gibt es Kühlschrank, Kochgelegenheit  und  Tische und Stühle, so dass wir hier frühstücken können.  Wir könnten auch hier Abendessen- aber dazu sind wir irgendwie zu faul…. Zum Essen gehen wir wieder ins „Lido“ und stellen fest, dass gegrillter Fisch mit Gemüse, Reis und Bier nahezu deutsche Preise hart.

Dann noch Spaziergang mit Rad durch das Jugendstil- Viertel, das zum UNESCO  Weltkulturerbe gehört. Mein Fotoapparat läuft heiß  und ich weiß schon jetzt, dass ich mindestens 2/3 der Fotos löschen muss: das ist wie bei Schokolade, man möchte immer mehr haben, aber irgendwann wird es unverträglich …

🚴 rund um Estland und weiter bis Riga: Tag 17

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Wanderung im Tal der Ahja bei Põlva, ca. 20 km

Donnerstag, 7.August 2025

Mein Reiseführer sagt, dass das Ahja Tal bei Põlva mit seinen farbigen Sandsteinfelsen eine Tour wert sei. Und da ich die Idee gut finde, die Wanderung auf Komoot zu finden ist, und sogar ein Bus dorthin fährt, ziehen wir Wanderschuhe an, packen den Rucksack und fahren mit dem Linienbus nach Kiidjärve zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die Forstbehörde, der RMK , hat den Weg markiert und ein Besucherzentrum mit Lavazza Kaffeeautomat (Luxus: 20 Sorten Tee, Kaffee und Kakao aufgestellt.

Stausee an der Ahja


Die Wanderung führt am Flussufer an farbigen Sandsteinaufschlüssen mit bis zu 20 m hohen Felsen vorbei. Es geht zunächst im stetigen Auf – und Ab am Stausee und weiter am Fluss entlang. Da wir die Strecke am gegenüber liegenden Ufer zurückgehen, können wir die Felsen mal von unten im Tal und mal von oben von der Klippe aus beobachten.

Alle diese Felsen sind mit Mythen verknüpft: Seeungeheuer, goldene Jungfrauen und Metsavana, der Urgeist, der über die Natur wacht, bewohnen die vielen Höhlen oberhalb und unterhalb des Wasserspiegels.
Nach 6,5 Stunden und knapp 20 km sind wir über gut markierte, teils schmale Pfade zurück an der Bushaltestelle.

Hier sollte der Bus abfahren!

Da erfahre ich den speziellen Moment, den man eigentlich nicht braucht: der ausgewählte Bus um 17.00 fährt nur am Wochenende! Der nächste Bus kommt um 20.15 … Keine andere Verbindung weit und breit verfügbar. Sagt Mr. Google.

Was tun?
Daumen raus hat zunächst wenig Effekt, wir gehen zum Parkplatz zurück. Viel los ist hier nicht. 5 Autos parken dort. Da sagt Dagmar: „guck mal, der da losfährt, der hat ein französisches Nummernschild!“ Ich stürze auf den Lieferwagen zu, der Fahrer lässt die Seitenscheibe runter und seine Frau und er sind bereit, uns nach Põlva mitzunehmen. Sie zieht für die 15 km bis zum Ort in den Campingteil des Lieferwagens um. Die beiden stammen aus Montargis bei Orléans und waren gerade in St. Petersburg. Heutzutage!

Põlva

Wir laden die beiden zu einem Bier ein und essen in Põlva Pizza bei einem kühlen Getränk: sie ist begeistert von russischer Literatur und die beiden wollten deswegen unbedingt St Petersburg sehen. Auf dem Weg besuchten sie das große Folkfestivsal in Viljandi, ein Rockmusical über Odysseus in der Seeto- Sprache…. spannend. Dafür muss man- wie die beiden- als Rentner viel Zeit haben!
Um 20.00 geht es dann unproblematisch nach Tartu zurück. Eine Stunde (50km) Busfahrt kostet 2 € ….

Karte und Track der Wanderung

Wanderung im Tal der Ahja