Portela Grande 435 m – am höchsten Punkt des des portugiesischen Weges
Nach kleinem Frühstück mit einem Franzosen, der ziemlich glücklich war, mal jemanden zu treffen, der nicht nur deutsch spricht, ging es dann – endlich !- über richtig schöne Wege Richtung Norden. Heute Morgen führte der Camino durch schattige Hohlwege, durch Weingärten, in denen der Wein wie in einer Laube über unseren Köpfen wuchs. Vorbei an Feigen- und Apfelbäumen… Hier gibt es noch ganz viel Landwirtschaft auf kleinen Obst- und Gemüsefeldern, die Dörfer scheinen bewohnt zu sein. Die Gegend ist wasserreich, ich sah trotz der Hitze keine vertrockneten Felder. Dann durch Pinien – und Eukalyptuswälder bis 435 m bergauf zum höchsten Punkt des (offiziellen ) portugiesischen Weges und zur Belohnung frisches Wasser und ein toller Blick.
zwei Frauen aus Israel und ihre Begeisterung für die Mengen an Wasser !
Da ich die offizielle Herberge in Rubiaes schon um 12.30 erreicht hatte, bin ich trotz der Hitze noch weitergelaufen – über eine alte Römerstraße, an malerischen Fischteichen vorbei bis zu einer kleinen, von Deutschen geführten Herberge, in der außer mir nur ein Schweizer mit dem ungewöhnlichen Namen ‚Hermes‘ übernachtet.
Warum muss dieser Weg über so viel Asphalt laufen? Vielleicht ist die Antwort eines Freundes richtig, der mir das damit erklärte, dass die Anlage von speziellen Wanderwegen ein teurer Luxus sei – und Portugal ein armes Land. Zu dieser These würde passen, dass hier ganz im Norden eben so wenig Geld da ist, dass die kleinen Wege eben noch nicht einmal asphaltiert sind…. Heute war ich hier im Dorf in der Abendmesse – rekordverdächtig: 18 Minuten !!! Warum sollte man die Antworten der Gemeinde auch vor dem Weitersprechen abwarten? Das kostet nur Zeit….. Morgen geht’s weiter nach Spanien !
in einer (geöffneten !) kleinen Kapelle: der Hlg. Rochus – ebnfalls als PilgerBlumen am WegHarzgewinnungDie Wächter !römische BrückeFontoura – private Herbergein der HerbergeKapelle in Fontouraam Kirchhof in Fontoura
Heute sind fast alle aus der Herberge schon zwischen 6 und 7 losgewandert, um der Mittagshitze zu entgehen. Also ich auch… Aber da ich ziemlichen Horror vor dem ganzen Asphalt habe, bin ich in die Berge/ Hügel hoch gewandert (ca. 250 Höhenmeter) und habe auf diese Weise durch Eukalyptuswälder und Macchia die Asphaltpisten zumindest teilweise umgangen. Auf jeden Fall sind solche Wege besser geeignet für Gedanken über Gott und die Welt… .
Santuário
de Nossa Senhora da Aparecida
Mit mir um diese nachtschlafende Zeit aufgestanden sind auch 3 Spanier: eine Tochter (ca. 30 Jahre) mit ihren ca. 70 Jahre alten Eltern. Sie hat ihren Eltern diesen Camino, den die Eltern schon lange machen wollten geschenkt. Die Eltern sind als junge Leute als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen – sie im Frauen Schlafsaal – er bei den Männern. Dann auf einem Fest der spanischen Gemeinschaft … Heirat… Kinder… . Die Tochter in der 2. Generation ist dann Architektin geworden – die Eltern haben nur sehr gebrochen deutsch gelernt. Und diese Familie hat ohne wirkliche Wandererfahrung die ganzen Etappen bis hierher total genial hingekriegt… die haben ein höheres Marschtempo als ich…
Blick auf Ponte de Lima
Kurz vor dem Eintritt ins Tal des Rio Lima habe ich dann den offiziellen Wanderweg wieder erreicht. Jetzt ging`s bei mörderischer Hitze die letzten 6 km zuletzt am Fluß entlang nach Ponte die Lima. Schöner kleiner Ort, ruhiger Fluß zum Baden und am Abend noch ein leckeres Abendessen mit Bruno- netter Kerl aus dem Schwarzwald, der versucht hat, viele ökologisch innovative Ideen in seinem Beruf als Metzger umzusetzen …spannend… . Auf dem Weg fiel mir etwas auf: fast alle Kirchen und Kapellen sind zu.. wenn man viel Glück hat, kann man durch Gitterstäbe einen Blick erhaschen .. Klar, ich weiß- Schutz vor Diebstahl und Vandalismus…. Aber trotzdem : wem nützen Kirchen, wenn sie geschlossen sind ? Wie soll Kirche einen Platz im Leben der Menschen erhalten, wenn ihre Räume nicht zum Verweilen einladen? Und eine geschlossene Kirche wird auch Andersgläubigen keine Möglichkeit des neugierigen Kennenlernens bieten… Aber, ich gebe es zu – nach 1 großen Bier uns fast 1/2 l jungem Wein bin ich eigentlich zu keinem intelligentem Gedanken mehr fähig……
Korkeichen
Korkeichen im Detail: geschält !
Ponte Das Tábuas 16.Jh – über den Rio Neiva
Eukalyptuswälder auf meinem Privat- Camino
Blick ins Tal: unten läuft der offizielle Weg
wieder zurück auf dem Camino
Maria und andere Heilige hinter Gittern…
Pilger-Ruhebank an einem Privathaus – mit Wasser !!
an der Ermida de Nossa Sra. da Franqueira vor Barcelos
25. September 2018
Heute bin ich (und eigentlich fast alle in der Herberge) schon um 6 Uhr aufgestanden, um noch vor Sonnenaufgang um 6.45 loszulaufen. So waren die ersten 15 km sehr angenehm zu gehen über Feldwege zu einem netten Ort namens Barcelos. Aus dem stammen diese schwarzen Hähne aus Keramik mit den bunten Punkten – Wahrzeichen der Region. Pilgerherbergen haben durchaus Vorteile: man kommt mit ganz vielen Leuten ins Gespräch – allerdings drehen sich die Gespräche (anders als in Taizé) meist doch eher um die Planung des nächsten Tages – oder liegt es an mir, dass ich andere Themen nicht initiiere ?
Aufbruch vor der Morgendämmerung – aus Sorge vor der zu erwartenden Hitze..
Nachteil der Herbergen: bei 20 Leuten im Schlafsaal war der Schnarchpegel, die dicke Luft und die Temperatur zusammen mit den Mücken so, dass ich gegen 1 Uhr die Reißleine gezogen habe und mich auf eine Isomatte in den Garten gelegt habe. Das war aber leider auch nur theoretisch besser – die Mücken waren jetzt viel aggressiver und der Lärmpegel wurde – ununterbrochen – durch kläffende Hunde aufrechterhalten…. Aber 3 Stunden Schlaf reichen doch, oder ?
Barcelos – Templo do Senhor Bom Jesus da Cruz
Nach dem netten Barcelos ging es dann (ab 11.30) nur noch 9 km weiter bis nach Portela de Tamel. Auf dem Abschnitt waren es dann wieder 30 Grad – ohne Schatten und bergauf…. Dafür ist das Albergue wieder nett – die Leute natürlich auch, sind ja immer die gleichen…. . Ich finde es gar nicht so einfach auf dieser Tour meine Gedanken auf Wanderschaft zu schicken… sehr viele Leute als Abwechslung, die Hitze, die kleinen Kirchen meist geschlossen, und Wege, die oft über Straßen mit Autoverkehr führen. In der Herberge dann Gespräche mit den anderen und dann habe ich da noch was Interessantes zu lesen : Boris Cyrulnik, Rette dich, das Leben ruft. Der Autor, ein Psychiater, ist einer von denen, die das Konzept der Resilienz (also der psychischen Widerstandskraft gegenüber traumatischen Erfahrungen) entwickelt hat. Und in diesem Buch nimmt er als Basis der Erläuterung seines Konzepts seine Kindheit als jüdischer Waise während und nach dem 2. Weltkrieg. Wahnsinnig interessant und gut geschreiben ! Morgen werde ich – wie auch heute – den Weg wieder etwas freier interpretieren, um die befahrenen Straßen mit Pflastersteinen bzw. Asphalt zu umgehen. Heute habe ich stattdessen einen Weg durch einen Eukalyptuswald gefunden und morgen versuche ich, einen ähnlichen Weg zu wählen. Mal sehen ob’s klappt…
… ist ja nicht mehr so weit….
Maronen !
Ermida de Nossa Sra. da Franqueira… mitten im Wald
Rio Cavado
Barcelos; Igreja de Santa Maria Maior
und dort eine Bar mit frisch gepresstem Orangensaft !
ganz viele Häuser mit den typischen Azulejos
An einer Hauswand – Heiligenbild der Hlg. Margarete von Antiochien , die lebendig aus dem Maul des Drachen entkam….
kurz vor Tamel
Jugendherberge in Portela de Tamel
Die Pfarrkirche – mit elektrischen Glocken und Neon – strahlendem Kreuz ! Modern times !
Heute Morgen nach einem kleinen Frühstück mit leckerem Milchkaffee und Croissants habe ich zunächst den beschilderten Weg verlassen und bin die ersten 7 km bei ablaufendem Wasser direkt am Strand entlang gelaufen. Die Bohlenwege in den Dünen sind zwar auch ganz schön, aber die hatte ich schon gestern – abwechselnd mit Asphalt. Wenn ich die Küstenvariante weiter laufen würde, würden mich diese Bohlenwege (die sehen so aus wie die Stege im Hohen Venn) bis nach Spanien begleiten. Aber ich habe mich für den klassischen Weg durchs Landesinnere entschieden – in der Hoffnung auf mehr Abwechslung und hübsche kleine Orte. Aber zunächst mal bedeutet diese Variante Pflastertreten- und nach Beschreibung und digitaler Karte (gedruckte Wanderkarten habe ich nicht gefunden) über insgesamt 13 km bis Rates. Keine angenehme Perspektive. Insofern habe ich mir auf dem Smartphone einen alternativen Weg ausgeguckt, der zumindest einen Teil des Weges am Fluß entlang durch Obst- , Gemüse– und Weingärten geführt hat. Also zumindest keine Autos auf dem immer heißer werdenden Kopfsteinpflaster. Zum Schluss ging es auf diesem Weg sogar durch den Wald – aber bei senkrecht stehender Mittagssonne, ohne Wind bei mehr als 30 Grad war das nur ein schwacher Trost. So habe ich um 14.00, von der Hitze völlig fertig, bereits nach 20 km in Rates Quartier gemacht. In dieser Pilgerherberge habe ich es wieder echt gut getroffen: sehr nette Leute, schöner schattiger Garten und kleine Geschäfte für die nötigsten Einkäufe. Morgen geh ich gaaaaaanz früh los… der Wetterbericht ist nämlich dem heutigen sehr ähnlich!
Der Leuchtturm von Felgueiras
an der Mündung des Rio Douro
23. September 2018
Das Nachtleben in Porto scheint ziemlich intensiv zu sein – wenn man den Lärmpegel und die Berge an leeren Getränkebechern auf den Straßen als Indiz nimmt… Nach so intensiven Nächten ist es dann natürlich klar, dass um 7.30 noch kein Café zum Frühstücken geöffnet hat. Also ohne Frühstück los… Zunächst den Rio Douro entlang und dann mit einer regulären (!) hundert Jahre alten Straßenbahn 3 km bis zur Mündung des Flusses. In der Bahn gibt man noch Gas durch das Drehen einer Kurbel ! Übrigens klappte es nicht ganz bis zur Endstation – ein Auto parkte auf den Schienen und verhinderte so sehr effizient unsere Weiterfahrt.
Rio Douro
Der Weg ist nichts für Misanthropen: erstens sind heute am Sonntag sowieso alle Portugiesen auf der Strandpromenade unterwegs. Und dazu kommen noch die unzähligen, vor allem deutschen Jakobspilger…. Und ich dachte, es wäre Nebensaison… Schon an der Haltestelle der „Electrica“ habe ich Anja aus Stuttgart getroffen und wir sind den Tag über zusammen gewandert. Total nett, gleiches Gehtempo – eigentlich ideal. Nur wollte sie schon so früh aufhören, dass ich auf diese Weise (hochgerechnet) erst nach Abflug meines Flugzeugs in Santiago ankommen würde. Ich bin also noch 6- 7 km weiter und um 15 Uhr in einer kleinen Herberge in Vila Cha untergekommen . Kurzweiliger ist es, zu zweit zu laufen – aber intensiver genieße ich den Weg, wenn ich alleine bin – auch weil die Gedanken dann besser wandern können….
Albergue in Vila Cha
Heute Nacht schlafen hier mit mir noch Engländer, Italiener, Litauer, Tschechen, Südafrikaner und mehrere Deutsche – Mal sehen, was das für Gespräche gibt…. Zum Essen gehe ich mit den Südafrikanern aus Pretoria.
Ich will mich nicht hetzen !!! Kein Stress ! Deswegen bin ich – für mich völlig ungewöhnlich – einen Zug früher, also schon um 10.00 gefahren, um sicher pünktlich in Brüssel am Flughafen anzukommen. War auch ziemlich sinnvoll, da ich bei Bauarbeiten in Löwen das Gleis nicht gefunden habe und so einen Zug später nehmen musste…
Karmeliterkirche in Porto
Auf jeden Fall bin ich gut in Porto angekommen, mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren- durch nicht enden wollende Vororte, Industriegebiete und Gewerbeparks. Dann direkt zum Hostel, das ich mir mit Booking ziemlich zentral gebucht hatte. Die erste Nacht wollte ich vorher wissen, wo ich schlafe. Um 17.00 war ich dann startklar zu Entdeckungsreisen….. Die alten Häuser hier sind oft mit glasierten Kacheln geschmückt, ebenso der Bahnhof im Jugendstil. Auch die Karmeliterkirche hat außen diesen Schmuck, so dass ich sie von innen sehen wollte: Prunkbarock- passend zu unbeschuhten Karmelitern… .Gerade in dem Moment, als ich reingekommen bin fing die Messe an …Ich hab’s dann als Omen gedeutet und bin geblieben. Ich kann Französisch, Latein, etwas Spanisch…. aber wenn ich auch beim Lesen auf portugiesisch grob verstehe worum es geht – beim Hören geht gar nichts : das ist eine Sprache, die nur aus unterschiedlichen Zischlauten besteht – sehr gewöhnungsbedürftig! Ich muss morgen mal nachlesen was ich heute gehört habe.
Blick vom Domplatz über die Stadt
Porto ist richtig fotogen- und das hat sich offensichtlich rumgesprochen : – ich bin wirklich nicht alleine hier. Beim Abendeseen bin ich dann außerdem noch voll in die Tourifalle getappt – passiert mir sonst nicht. Das hat schon was mit fehlenden Sprachkenntnissen zu tun. Mal sehen, wie das morgen auf dem Jakobsweg aussieht…
Karmeliterkirche von innen … wie war das mit dem Armutsideal ??
Pilgern auf dem Jakobsweg? Ich war mehr als skeptisch… wegen Überfüllung geschlossen? langweiliger Weg? Also habe ich es zum Einstieg mit dem kürzesten, nur knapp 14 -tägigen portugiesischen Weg versucht: ja, es war sehr viel los – aber man kann immer Ausweichrouten finden und es gibt ihn wirklich – den besonderern „Esprit“ des Jakobswegs, der das Pilgern so besonders macht !
Den Blog schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch
Die Powerpoint erstelle ich später zu Hause: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten
Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage
Paris im Winter mit Schnee ! Erlebnisreicher Parisbesuch mit vielen „zu- Fuß – Kilometern“, sehr wenig Metro, vielen Museen und Kirchen. Ganz nach meinem Geschmack – sehr empfehlenswert
Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten
Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage
wir hatten ein zentrales, ruhiges Appartement über Airbnb gemietet: klein aber sehr schön und völlig in Ordnung
Bordeaux mit dem russischen Segelschulschiff „Mir“
2. November 2017
Porte de Cailhau
Heute Morgen nach gutem Frühstück und einer kurzen Runde durch Sète mit kleinem Einkauf in der Markthalle dann zum Zug nach Bordeaux. Die SNCF verfolgt offensichtlich die gleiche Politik wie die Bundesbahn: lasst uns die Buchung der Fahrradplätze so kompliziert wie möglich, das Ein- und Aussteigen so unpraktisch wie möglich und die Sitzplätze so unbequem wie möglich machen- vielleicht nimmt dann keiner sein Fahrrad mehr mit ???!! Im Zug dann ein nettes Paar aus Flandern die auch gerade die Tour (von Toulouse nach Sète ) gefahren sind. Heute hatte ich – nachdem die JH schon mal wieder besetzt war- ein Zimmer mit Airbnb gebucht. Etwas außerhalb, aber ganz schnuckeilig (,cosy‘ steht in der Beschreibung). Zum Abend dann japanisch – auch lecker. Aber das Beste war der Nachmittag !
Im Café mit Blick auf den Glockenturm von St. Pierre
Im T- Shirt, bei gut 20° habe ich mich mit dem Rad durch die Altstadt treiben lassen : ich habe die fast vollständig erhaltenene Bausubstanz aus dem 18. Jhd bewundert, bin noch einmal an der Skaterbahn vorbei gefahren, um dann zu bemerken, dass auf der anderen Seite der Garonne ein riesiges alternatives Zentrum in einer verlassenen Kaserne entstanden ist, zu der eine weitere große Skatehalle gehört… El Dorado !
Bei dem schönen Wetter habe ich mir den Museumsbesuch, den ich eigentlich noch geplant hatte, geschenkt –ich wollte zur Abrundung der Tour noch ins Museé Aquitaine – viele Kunstwerke aus den Kirchen an meinem Weg sind aus Angst vor Diebstahl dort im Museum gelandet. Verständlich, aber schade: für mich ist es nicht gleich, einen Altar o.ä. im Museum oder in der Kirche zu sehen: im Museum betrachte ich ihn nur als Kunstwerk- in der Kirche schwingt noch Anderes mit und ich empfinde eine spirituelle Ebene, die ja eigentlich wesensmäßig zu dieser Kunst dazugehört und die (für mich) beim Transport ins Museum verloren geht.
Morgen früh gebe ich noch das Fahrrad ab und dann geht’s zum Flughafen – zurück in die Kälte (aber wenigstens nach Wetterbericht auch sonnig in Belgien).
Bahnhof von BordeauxSte Croix – ehemaliges BenediktinerklosterDetail vom Hauptportal
Espace Darwin in der ehemaligen Kasrene NielSkulptur von Jaume Plensadie MirBlick auf dei Altstadt
Der Beginn des Canal du Midi am Mittelmeer bei Sète
1. November 2017
Blick auf Béziers
Heute ist die letzte Etappe: so gegen 8.30 bin ich geduscht ( geheizt!) und habe mein Zelt abgebaut. Draußen ist es nicht zu kalt, aber es gibt unheimlich viel Tau, so dass ich das Zelt völlig nass einpacken muss. Dann Frühstück in einer kleinen Bäckerei im Dorf, wo ich die beiden von gestern wieder treffe. Und ein tolles frisches Brot – nicht industriell ! bekomme. Mit Nachschlag so viel wie gewünscht: super. Insgesamt bin ich von meinem kleinen Dorf vor den Toren von Béziers total begeistert. Vor Beziers dann 7 Schleusen auf ca 1 km – und nebenan- verfallen- eine Riesenraupe an eienr schiefen Ebene, die Schiffe in viel kürzerer Zeit hoch ziehen konnte. Wieso interessiert das niemanden – keine Hinweisschilder, Rost und zerbrochene Scheiben… Die sollten mich mal zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur einstellen !
Die Wasserbrücke zur Querung des Lubron Noch so ein technisches Ungetüm: der Fluss und der Kanal sind fast auf gleicher Höhe,so dass kein Aquädukt gebaut werden kann:also kann der Kanal bei Hochwasser gesperrt werden und das Flusswasser fließt ab. Wie’s genau funktionert steht hier.
Auch danach weiter vor allem technische Sehenswürdigkeiten: eine Konstruktion, die die geregelte Überflutung des Kanals bei Hochwasser erlaubte, dann eine eine runde Schleuse mit mehreren Einfahrten.
…auch so kann der Radweg aussehen : für wenige Kilometer hinter Béziers
Der Weg ist weiterhin sehr wechselhaft: für wenige Kilometer auch mal wieder glatter Asphalt – bis die kleinen unsäglichen Treidelpfade weitergehen, bei denen ich dauernd Lust verspüre, kleine Parallelstraßen zu nutzen. Dann Adge: eine Stadt wirkt sofort düster, wenn sie aus schwarzem Basalt erbaut ist – darüber hinaus war alles geschlossen (irgendwie normal…Mittagszeit und 1.November..). Trotzdem bin ich direkt nach dem Picknick weiter. Die letzten Kilometer dann noch auf dem Deich ( Gegenwind) – ca. 15- 20 km nach Sète. Das Mittelmeer!
eigneigentlich hatte ich einen Badanzug zum Schwimmen mitgenommen…..
Zu einem Fußbad an dem sicher 10 km langen Sandstrand hat’s gereicht – ansonsten habe ich den Badeanzug umsonst mitgenommen – Wind und Temperaturen haben nicht zum Bade geladen…. Ansonsten müsste man mir noch was bezahlen, um mich dazu zu bringen, hier Urlaub zu machen: hinter dem ganzen Strand auf fast 10 km Länge ein einziger Parkplatz- der im Sommer sicher auch intensiv genutzt wird. Die kleinen Sträßchen in Sète selbst zu dieser Jahreszeit völlig verstopft – sogar mit Fahrrad geht’s nicht schneller. Man hat das Gefühl, dass die ganze Stadt vom Wasser dominiert wird – verschiedene Häfen und Kanäle und die Straßen winden sich drum herum…( vielleicht sollte ich kein Fahrrad sondern ein Boot mieten ?). Übernachtung dann in einem kleinen , günstigen , trotzdem gut geführten kleinen Hotel nahe des Bahnhofs. Ab morgen wird das Wetter schlechter- Zeit, nach Hause zu fahren…
Schilf über dem TreidelpfadSchleusentreppe bei Fonseranès: 7 Schleusen mit 21.5 m Höhenunterschied auf 300m !… und die „moderne“ (und schon wieder ausrangierte) Methode, die Höhendifferenz in einem Zug zu überwinden: die schiefe Ebene bei Fonseranèsmit Hilfe der RaupeKanalübergang über den Orbdie runde Schleuse bei Adgein den Salzsümpfenangekommen ! Am StrandSonnenuntergang bei SèteSète:das hervorstechende Merkmal der Stadt: Wasser !!!der Hafen – aber eigentlich ist überall Hafen..
Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Beim Anwählen von "Akzeptieren"stimmst du der Verwendung ALLER Cookies zu.
Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern, während Sie durch die Website navigieren. Von diesen werden die als notwendig eingestuften Cookies auf Ihrem Browser gespeichert, da sie für das Funktionieren der grundlegenden Funktionen der Website unerlässlich sind. Wir verwenden auch Cookies von Drittanbietern, die uns helfen zu analysieren und zu verstehen, wie Sie diese Website nutzen. Diese Cookies werden nur mit Ihrer Zustimmung in Ihrem Browser gespeichert. Sie haben auch die Möglichkeit, diese Cookies abzulehnen. Das Ablehnen einiger dieser Cookies kann jedoch Ihr Surferlebnis beeinträchtigen.
Notwendige Cookies sind für das ordnungsgemäße Funktionieren der Website unbedingt erforderlich. Diese Kategorie umfasst nur Cookies, die grundlegende Funktionalitäten und Sicherheitsmerkmale der Website gewährleisten. Diese Cookies speichern keine persönlichen Informationen.
Als nicht notwendige Cookies werden alle Cookies bezeichnet, die für das Funktionieren der Website nicht unbedingt notwendig sind und speziell zur Sammlung von personenbezogenen Daten der Nutzer über Analysen, Anzeigen oder andere eingebettete Inhalte verwendet werden. Es ist zwingend erforderlich, die Zustimmung des Nutzers einzuholen, bevor Sie diese Cookies auf Ihrer Website einsetzen.