Intermezzo: Zweiter Versuch auf dem Kamm des Weserberglands am Hohenstein – diesmal bei Sonne!

Samtstag , 16.10.2021 (16km)

Es ist noch dunkel und fast mitten in der Nacht, als wir heute Morgen aufgestanden sind und die Wohnung Richtung Bahnhof verlassen haben. Auf dem Weg gibt’s noch Frühstück in einer Bäckerei und dann steigen wir schon in die S- Bahn, die uns in weniger als 10 Minuten die letzte Tagesetappe zurück nach Hameln bringt (Ist schon etwas frustrierend, oder ?). Resi, Heiner und Karl- Heinz fahren über Hannover weiter Richtung Bremen und ich treffe mich mit meiner Freundin Nadya. Das Wetter verspricht einen schönen Hernsttag, und so haben wir uns vorgenommen, den Kammweg erneut zu laufen, auf dem wir vorgestern Neger im Tunnel gespielt haben.

Süntelbuche

Nur- heute scheint die Sonne. Und so beginnen wir auf dem Teil des Weserberglandwegs, den wir aufgrund der Weglänge vorgestern ausgelassen hatten (es waren auch trotz dieser Abkürzung schon 25 km). Der Weg heute führte an uralten, hier endedemischen Buchen vorbei, die so selten sind, dass sie von Hand vermehrt werden müssen. Danach ging der Weg über das Dachtelfeld, den Ort, an dem die Franken unter Karl der Großem gegen den Sachsenkönig Widukind vernichtend geschlagen wurden. Dann geht es über kleine Schleichwege zur Umgehung langweiliger Forststraßen auf den Kamm des Weserberglands und von da aus von Süd nach Nord (also in umgekehrter Richtung zu der Tour der letzten Tage) über den Hohenstein mit phantastischer Aussicht zum Auto zurück. Jetzt weiß ich, was wir vorgesetern nicht gesehen haben!

Zuletzt noch ein großes Dankeschön an Nadya, dass sie mit mir die Stunde Umweg gefahren ist, um meinen Wagen in Porta abzuholen – und ich habe auch jetzt noch nicht begriffen, wie man den Bahnhof (und damit meinen Parkplatz) anfahren kann, ohne falschrum durch die Einbahnstraße zu fahren…..

Karte und Track

Tag 4 – Weserberglandweg: von Hameln nach Emmerthal

FReitag, 15.10.2021, 17 km

Ein Tag Regen ist ja unproblematisch, aber da auch heute der Wetterbericht erst ab 13.00 freundlicheres Wetter prophezeit, haben wir uns entschlossen, die Tour erst zu diesem Zeitpunkt beginnen zu lassen. Bis dahin haben wir viel Zeit zu einem Spaziergang durch die Hamelner Altstadt mit ihren  vielen, schön restaurieren Fachwerkhäusern, und dann auch noch zu einem Museumsbesuch im Stadtmuseum. Liebevoll wird  hier nicht nur dem Ursprung und der Wirkungsgeschichte der Rattenfängersage nachgegangen, sondern auch ein modern aufgemachter Abriss der Stadtgeschichte von der Frühzeit bis zum 20. Jahrhundert geboten. Der in Hameln allgegenwärtige Rattenfänger hat übrigens wahrscheinlich etwas mit dem Exodus junger Leute während des frühen Mittelalters in die Ostgebiete (Böhmen, Siebenbürgen etc) zu tun.

Zum Nachmittag beginnen wir dann bei gutem Wetter unsere Wanderung. Über den Radweg an der Weser entlang wären es ca. 9 km nach Emmerthal, die S-Bahn braucht 6 Minuten. Der Wanderweg über die Höhen schlägt natürlich wie immer einen riesigen Bogen und bringt uns auf 17 km – und wir haben uns dabei schon ca. 5 km mit dem Bus zurück auf den markierten Wanderweg bringen lassen. Nachmittags zieht sich so eine Strecke erheblich mehr als in den Morgenstunden.

Wir fangen schon an,  die fehlenden Highlights zu beklagen,  als plötzlich die Landschaft in ein unwirkliches Sonnenlicht getaucht ist und vor uns ein unglaublicher Regenbogen erscheint, der sich fast über den ganzen Himmel ausspannt : alle Farben lassen sich ungewöhnlich deutlich abgrenzen und man erkennt sogar die zwei  übereinander liegenden Bögen. Nach unseren häufigen Diskussionen um Nachhaltigkeit und Schwierigkeiten, Klimaschutz durchzusetzen auf dieser Tour, denke ich bei dem Regenbogen spontan an die Geschichte des Noah aus der Bibel, in der Gott den Menschen im Zeichen des Regenbogens seinen Bund  bekräftigt und verspricht die Erde nicht zu zerstören….

Na ja, weiter geht’s : Jetzt sind’s nur noch wenige Kilometer bergab, dann über die Weser und durch Emmerthal. Wir schlafen in einer modern eingerichteten Ferienwohnung in der alten Schule und essen in einem besseren griechischen Snack (Mykonos): ganz lecker, aber nichts Besonderes. Heute war unser zunächst letzter Wandertag – wir haben aber schon abgesprochen: Fortsetzung folgt!

Tag 3 – Weserberglandweg: von Rohdental nach Hameln

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Donnerstag, 14.10.2021, 25 km

Blick vom Hohenstein auf die Weite des Wesertals

Regen ! Man kann es drehen und wenden wie man will, es regnet… . Man kann auch ,,fisseln“ sagen, zunächst hofften wir nämlich, dass nur der Nebel abregnet: aber Karl-Heinz‘ Regenradar ist unerbittlich – es ist eine Regenfront, die bis zum Nachmittag über das Weserbergland zieht. Das bedeutet auch, dass uns dieser (wahrscheinlich) wunderschöne Kammweg entlang der Klippen keinen einzigen Ausblick ins Tal bietet : hier sehen Sie, dass Sie nichts sehen. Selbst die  Leute vom Weserberglandverein, die zur Markierung der Wege gekommen sind, haben bei der Nässe das Handtuch geschmissen.

Gegen Mittag waren wir dann am Süntelturm: der Aussichtsturm selbst interessierte uns mitten im Nebel etwas weniger – aber dass die Gastronomie mit warmem Essen geöffnet hatte, war um so erfreulicher. Gut gestärkt ging es dann weiter an alten Grenzsteinen entlang, die zeigten, dass  der Weserberglandkamm früher die Grenze zwischen Kurhessen und dem Königreich Hannover bildete. 

Die Highlights bei diesem Wetter findet man eher im Kleinen als in der Weite der Landschaft:  einen Baumstamm voller Pilze oder (wow!) einen  Feuersalamander.  Dann kommt der lange Abstieg nach Hameln – endlich ohne Regen!  


In der Stadt schöne Unterkunft (Hotel zur Börse) mit 4 Bettzimmer (!) und abends leckerem Essen mit auf den Herbst zugeschnittener Küche im „täglich“, später noch den Absacker bei einem netten Italiener nebenan. Alles gut – auch Regentage können gelungen sein …. 

Tag 2– Weserberglandweg: von Rinteln nach Rohdental

Mittwoch, 13.10.2021, 19 km

Einhellige Meinung : keine Lust auf Asphalt. Deswegen nehmen wir bis zum Waldrand zurück den Bus und sparen uns so 3km Pflastertreten. Dann geht‘s bergan zu den Lühdener Klippen – das Restaurant im Aussichtsturm wäre sogar geöffnet gewesen : aber eine höchst lebendige Schulklasse (juchhu – Schulausflug, nach Corona) und der fehlende Ausblick bei Hochnebel haben uns dann doch zum Weitergehen animiert. Im Laufe des Vormittags hebt sich der Nebel und die Schönheit des Weges auf dem Kamm des Weserberglands mit Blicken Richtung Wesertal aber auch in die Hügellandschaft nach Osten tritt zu Tage. Toll !  

Picknick

Wir haben wieder Glück: das Wetter hält sich bis zur Kaffeepause oberhalb der Schaumburg in der Paschenburg.Wir sitzen im Wintergarten des Restaurants, wieder mit Blick ins Wesertal und gucken uns den prasselnden Regen an, der glücklicherweise gerade dann aufhört, als uns der Kellner zum Verlassen des Etablissements auffordert.  

Gegen 16.00 sind wir dann an unserem Etappenziel in Rohdental angekommen: schönes Zimmer , abends leckeres Essen mit Hirschbraten – und den ganzen Tag gute und humorvolle Gespräche mit Resi, Heiner und Karl- Heinz aus dem Bremer Alpenverein.

Tag 1 – Weserberglandweg: von Porta Westfalica nach Rinteln

Dienstag,12.10.2021, 18 km

Was machen wir in den Herbstferien? Meine Ideen gehen von einer Radtour durchs Bergische Land oder durch die Wallonie bis zu einer Wanderung in den Pyrenäen.

Dann hat Resi jedoch eine gemeinsame Mittelgebirgswanderung vorgeschlagen , wobei ich nach etwas Recherche auf den Weserberglandweg gestoßen bin, der etwa in der Mitte zwischen Bremen und Kelmis liegt. Mitwanderer aus dem Alpenverein waren mit Heiner und Karl-Heinz schnell gefunden – und so haben wir uns dann am Bahnhof in Porta Westfalica verabredet. Nach kleineren Problemen mit verpassten Anschlusszügen und Stau konnten wir dann mit 1,5 Stunden Verspätung  um 12.30 loswandern. 

Der Weg ist bei wolkigem Wetter mit einzelnen Sonnenstrahlen und nur wenigen Schauern sehr angenehm zu gehen : er führt etwas unterhalb des Weserberglandkamms vor allem durch Buchenmischwälder und eröffnet immer wieder nette Ausblicke ins Wesertal. Mit 18 km hatten wir auch keine allzu lange Etappe und waren schon gegen 16.30 in unserem Hotel „Zum Brückenkopf“ in Rinteln  an der Weser angekommen.  

Rinteln

Noch ein Blick in die sehenswerte Altstadt von Rinteln und dann italienisch – spanisches Abendessen mit sehr leckerem Fassbier. Auch wenn wir uns alle seit Jahren nicht gesehen haben und die letzte gemeinsame Bergtour ebenso lange her ist, haben wir doch fast nahtlos an die früheren  interessanten Gespräche anknüpfen können. Das macht Spaß auf mehr – zB morgen – da geht’s in ein Dorf  etwas oberhalb von Hessisch Oldendorf. 

🚶Oktober 2021 -Weserberglandweg

Mit Freunden aus dem Bremer Alpenverein mal nicht ins Hochgebirge – zwar nicht so spektakulär aber landschaftlich ausgesprochen reizvoll
bei der Wanderung durch herrliche Laubwälder, malerische Fachwerkstädtchen und immer wieder überraschende Blicke auf die Weser

Den Blog schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch

Die Powerpoint erstelle ich später zu Hause: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten

Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage

Karte und Track (Trackplanung)

… mehr Infos zu Wegbeschaffenheit und Höhenprofil?