Heute ist Rückfahrt – und jetzt ist der Himmel strahlend blau!
Der Himmel !!!
Viel zu berichten gibt es heute nicht: wir sind nach kurzer Reinigungsaktion des Appartements noch einmal zum Abschied am Hafen entlang geschlendert und dann langsam zu Fuß zum Bahnhof St Charles hochgestiefelt – ziemlich langsam mit meinem ca.15 kg schweren Rucksack… .
Der bekam dann noch mal 500 g zusätzliches Gewicht, als wir ein kleines Geschäft mit Madeleines und Navettes fanden (Marseiller Gebäckspezialität).
Madeleine…Sperrmüllcontainer
Um 11.45 pünktliche Abfahrt und mit dem TGV mit 300 km/h nach Paris (Ankunft um 15.05), wo wir ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein – nur ca. 10 Grad kälter – den Frühling im Jardin des Plantes erleben konnten. Später mit der Metro zu Gare du Nord.
Die Seine
Von dort aus ging es mit einem genauso schnellen Zug (zumindest in Frankreich) zurück nach Aachen (17.45-20.30). Da wir das Schienennetz der DB nicht genutzt haben war der Zug übrigens pünktlich.
Andrea hatte mir freundlicherweise das Auto an den Bahnhof gestellt. Deswegen haben wir Margots Angebot, uns abzuholen und nach Hause zu fahren abgelehnt – sind aber stattdessen zu einem kleinen Plausch mit Tee und/oder Wein eingeladen. Toller Ausklang eines gelungenen Kurzurlulaubs und soooo nett !
Im Jardin des Plantes MimöschenKohl !!!Krokusse und das große Gewächshaus an der Gare du Nord
Heute ist schon der letzte Tag – und von Rosenmontag sehen wir hier rein gar nichts…
Cassis – Hafen
Gut ist, dass die Temperaturen etwas angestiegen sind und es weniger windig ist – gute Voraussetzungen für eine erneute Wanderung in die Calanques. Diesmal soll es von Cassis aus losgehen und so nehmen wir Metro und Bus zu dem kleinen Ort 25 km nordöstlich von Marseille. Auch hier gilt noch das Tagesticket des ÖPNV für 5,20€. Leider lässt uns der Busfahrer nicht auf dem Weg auf den Höhen des Nationalparks aussteigen – er meint, es sei zu gefährlich auf der kurvigen Küstenstraße. Verständlich – aber auf der Karte sind Haltestellen eingezeichnet ….
Calanque d’en Vau
So beginnen wir die Wanderung im Ortszentrum von Cassis, gehen zum Hafen und brauchen schon mal 2,5 km, um überhaupt auf den Wanderwegen anzukommen. Von da aus geht es die ersten 6 km auf tollen Panaramowegen oberhalb der Buchten entlang- wieder eine Herausforderung, nicht dauernd auf den Auslöser zu drücken …. Der zweite Teil der Wanderung ist deutlich weniger spektakulär: der Weg durch junge Kiefernwälder und zum Schluss an einer großen Baustelle eines Trinnkwasser- reservoirs vorbei wieder zurück nach Cassis. Die durch die Baustelle bedingte Sperrung des Weges habe ich tunlichst überlesen…
Zurück im Ort lachen uns Muscheln und Fisch in einem kleinen Restaurant am Hafen an. Wir wollten sowieso noch einen Pastis hier in der Gegend trinken und so verbinden wir (trotz der ungewöhnlichen Uhrzeit um 16.00) das eine mit dem anderen und genießen ein leckeres Fischmenu. Um 20.00 sieht uns unser Appartement wieder und ich haue den letzten Blogartikel – unterstützt von einem guten Glas provencalischen Weßweins – in die Tasten des Laptops. So lass ich mir das Leben gefallen!
Calanque de Port Miouan der Plage du Bestouan in Cassismiese Viecher – Kiefernprozessionsspinner -bei uns heißen die EichenprozessionsspinnerCalanque de Port PinCalanque d’en VauCalanque d’en Vauletzter Abend: in unserem Appartement in Marseille
Heute scheint die Sonne. Könnte perfekt für einen Tag im Freien sein: aber bei gefühlten Minusgraden durch einen eiskalten kräftigen Nordwind halten wir heute den Museumsbesuch im MuCEM für den perfekten Zeitpunkt. Vorher gehen wir noch in die Messe in die romanische Kirche St Laurent, nicht weit vom Vieux Port entfernt: gut besucht mit interessanter Predigt und (in Frankreich nicht unbedingt üblicher) Musik mit Orgel, Horn und Vorsänger.
St. Laurentromanisches InterieurDer Bärendresseur, 1913
Danach ins MuCEM- so wirklich wusste ich vorher nicht, was uns erwartet: das Museum wurde vor 20 Jahren als kulturhistorisches Museum aus alten ethnografischen und volkskundlichen Sammlungen aus Paris als Museum des Mittelmeeres und seiner Anrainer neu geschaffen. Ich finde die Konzeption hervorragend: Sehr klar werden die Methoden und ideologischen Hintergründe des Kolonialismus anhand kunsthistorischer Beispiele aufgezeigt, ebenso wie die Erzählung einer sich seit der Antike in den heutigen Nationen fortschreibenden Kultur als Mythos entlarvt wird.
auf dem Dach des MucemLa Mediterranéedas Mittelmeer im Zentrum der Welt..18. Jh: Ruinen als Zeichen der Vergänglichkeit der Welt – Vanitas …die Unterwerfung Algeriens – das berühmte Bild bedient wirklich alle Klischeesgriechischer Nationalismus – eine direkte Linie führt von der Antike in die Neuzeit
Dann ging es in Einzelausstellungen um Don Quijote und seine Rezeption sowie eine eigenartige Präsentation einer kurzzeitig im 19.Jh bei Sizilien aufgetauchten Vulkaninsel – inclusive filmischer Weiterführung des Gedankens, wenn zu Zeiten von Mittelmeerflüchtlingen auf einmal so eine neue Insel da wäre…
Ausstellung zu Don Quijote
In den Kontext passt dann auch unser Essen am späten Nachmittag: wir gehen zu den ehemaligen Docks in eine Streetfoodmeile und essen ganz hervorragenden afrikanischen Eintopf: Dagmar mit Rind und Kochbananen und ich mit Hühnchen und süßen Zwiebeln. Hmmmmh! Gleichzeitig flimmert Rugby mit dem Spiel Frankreich-Wales im 6 Nationen- Cup über die diversen Bildschirme der Halle. Zwischendurch habe ich auch etwas bei dem einseitigen Match zugeguckt (54:12 für Frankreich).
Auf dem Rückweg noch ein kurzer Besuch in dem Barockpalais „Vieille Charité“, das leider schon 15 Minuten nach unserer Ankunft die Türen schloss. Schade – Montag geschlossen. Das heißt, dass wir morgen -wenn das Wetter es zulässt – noch einmal wandern gehen: zur Auswahl steht ein zweiter Besuch in den Calanques oder die Îles de Frioul, die uns einen neuen Blick auf Marseille erlauben würden…
die Passerelle, die das alte Fort Jean mit dem Museum verbindetauf der mehr als 100m langen Passerelleaus der Don Quijote Ausstellungund noch mehr Graffitis…la Vieille Charité
Wanderung in den Calanques: von Callelongue über den Col de Sormiou nach Baumettes: 10 km 500hm +/-
Samstag, 14.Februar 2026:
Nachdem wir gestern ganz ausführlich den Wetterbericht studiert haben (zur Vorsicht in mehreren Varianten – vielleicht wird’s ja besser…), haben wir uns entschieden, trotz des vorhergesagten Regens in den Morgenstunden heute die Wanderung in die Calanques zu unternehmen.
Noch mal : Graffiti im Panier
Los ging’s im Nieselregen. Am Vieux Port wollen wir die Metro nehmen: unterirdisch sieht man den Regen nicht…. Mist, ich bin im Zug, die Türen gehen zu – Dagmar steht draußen. Und ich habe nur den Terminus angesagt, nicht den Weg …. Ich versuche es mit WhatsApp, Telefon…. Vergeblich. Gibt es überhaupt Netz ?? Ich sehe sie nicht im nächsten Zug, fahre zum Ausgangspunkt zurück. Endlich ein Anruf – sie steht an der Endhaltestelle der U- Bahn….. Im zweiten Anlauf kommen wir dann mit Metro und 2 Bussen nach Callelongue zum Eingang des Nationalparks.
Inzwischen hat auch der Regen aufgehört und die Sonne kommt raus: Auf zu 10 km Wanderung auf dem GR 98 (Marseille – Cassis) durch die Calanques. Der Weg ist steinig, stellenweise sind auch Hände sehr hilfreich… aber tolle Ausblicke auf dem gesamten Weg – und natürlich um so fotogener bei Sonnenschein! Und erst als wir vom Col de Sormiou absteigen, packt uns der Mistral mit aller Macht – heute Abend soll es wieder sehr stürmisch werden – kalt ist es jetzt schon….
…. Mit Bus und Metro zurück und exzellentes provenzalisches Abendessen mit Bouillabaisse und Pissaladière (Brotteig, süße Zwiebeln, Aioli, Oliven- ohne Anchovis). Gute Nacht!
Kleiner Fischmarkt am Alten Hafen Die Stadt ist nicht weit weg – Auch wenn wir sie den Tag über nicht gesehen haben
Heute Morgen soll es nicht regnen! Deswegen schlendern wir am Vormittag durch die Viertel der Innenstadt Belsunce und Noailles mit hohem Anteil an Anwohnern aus dem Maghreb und aus Afrika zu einem orientalisch- afrikanischen Markt – „Le Capucin“. Auf dem Markt gibt es neben dem lautstark beworbenen Obst und Gemüse auch alle anderen Zutaten der nordafrikanischen Küche – sehr farbenfroh und quirlig!
Danach wandeln wir auf national-französischen Spuren und kommen zum Triumphbogen an der Porte d’Aix, der Mitte des 19. Jhs fertiggestellt wurde. Er beschreibt die vielen heroischen Siege französischer Heere -zuletzt in Austerlitz.
Von da ging es weiter Richtung Thiers zum Palais Longchamps – deutlich weniger heroisch. In Imitation eines Barockpalais wurde hier unter Napoleon III 1869 ein Wasserspeicher in Form eines Palastes mit naturhistorischem Museum gebaut, der durch das Wasser der Durance, das über den Canal de Marseille in die Stadt geleitet wird, gespeist wird.
die Katze hat schon auf die Frau gewartet: endlich was zu Fressen!Palais Longchamps
Alphonse Lamartine aus: la Marsellaise de la paix, 1841 Und warum uns hassen und diese Grenzen und trennenden Wasser, die das Auge Gottes verabscheut, zwischen die Rassen setzen ? Sehen wir irgendwelche Spuren einer Grenzlinie im Himmel? Hat sein Gewölbe eine Mauer, einen Grenzstein, einen Grenzpfad? Nationen! Was für ein aufgeblähtes Wort, um „Barbarei“ zu sagen! Hört die Liebe dort auf, wo eure Schritte aufhören? Zerreißt diese Fahnen: eine andere Stimme ruft euch zu: „Nur Egoismus und Hass haben ein Vaterland! Die Brüderlichkeit hat keines!“
Am Nachmittag wollten wir bei strömendem Regen noch quer durch die Stadt zur Nachbildung der „Grotte préhistorique Cosquer“. Ich gebrauche ja sonst nie Schirme – dachte aber, dass es deutlich urbaner und weniger nach „Outdoor“ aussähe, mit einem solchen Utensil zum Schutz meiner modischen Daunenjacke (und mir selbst) durch den Regen zu laufen anstatt mich in einen Regenponcho zu hüllen … Fazit: 1. Der Arm, der den Schirm hält, wird immer nass. Ich halte den Schirm nicht immer mit der gleichen Hand, also werden beide Ärmel nass. 2. Der Rucksack und der untere Rücken werden auch nass. Manchmal weht es von vorne, so dass auch die Brust nass wird. 3. Daune ist nicht wasserabweisend und sie wärmt bei Nässe nicht. 4. Außerdem war die Hose unterhalb der Knie nass und Schuhe, Strümpfe und Füße komplett durchweicht (letzteres allerdings unabhängig vom Schirm – eher abhängig vom Regen….). Also: die Variante „Waldschrat“ mit Poncho sieht zwar in der Stadt verboten aus – aber …. Eitelkeit hat ihren Preis…..
Im Museum der Grotte Cosquer wurden wir in prähistorische Zeiten entführt…. Die 2022 eingeweihte Kopie der 1985 mit beim Tauchen entdeckten Grotte, beinhaltet die originalgetreu nachgebaute Höhle mit Tropfsteinen, steinzeitlichen Höhlengemälden und Ritzzeichnungen: farbig hervorgehobene menschliche Hände, verschiedenste Tiere wie Pferde, Bisons, Hirsche, Steinböcke – und Pinguine … es war eben viel kälter und eine heute ausgestorbene Pinguinart bevölkerte die Küsten des Mittelmeeres. Vor 30.000 Jahren war das Ende der Eiszeit: die Pole waren viel stärker vereist und der Meeresspeigel des Mittelmeeres lag 100m tiefer als heute. Der Zugang zur Höhle lag also nicht im Wasser. Die Höhle diente dem Kult- vielleicht im Rahmen von Initiationsriten.
Das Tauchboot von CosquerPinguinePferdeNachbildung der Grotte Cosquer
Denn in die Höhle zu gelangen war damals – auch ebenerdig – nicht einfach: es war dunkel, eng, feucht und kalt: bei flackernder Fackel sicher auch furchtbar unheimlich. Heute fuhren wir mit kleinen sich wie bei einer Geisterbahn drehenden Bötchen durch die wohltemperierte, angenehm breite Höhle. Es war dämmrig – aber nicht wirklich finster. Und modrigen Geruch gab es auch nicht. So technisch perfekt der Besuch auch ist- ein Höhlenerlebnis vermittelt die Kopie nicht.
Ähnliches habe ich in anderem Zusammenhang schon mehrfach beschrieben : bei sakraler Kunst im Museum fehlt mir ebenfalls diese zusätzliche Dimension, die eben auch physisch durch das Dämmerlicht, die Gerüche und darüber hinaus den schwer zu beschreibenden „Spirit“ von Kirchen vermittelt wird. Aber manchmal sind Museen und Höhlenkopien eben die einzige Möglichkeit, vielen Menschen diese Kunst verfügbar zu machen – dann muss man solche Unzulänglichkeiten notgedrungen akzeptieren ….
unzählige kleine Geschäfte in Marseille mit typischem „Savon de Marseille“ Marché des Capucins
Windstärke zwischen 4 und 9 Beaufort – was soll dann das heißen? Nachdem wir den Schutz der engen Gassen des Quartier du Panier verlassen hatten und auf den unbebauten, dem Meer zugewandten Vorplatz der Kathedrale kamen, auf dem wir uns kaum auf den Beinen halten konnten, wurde uns klar, dass Windstärke 9 schon ziemlich unangenehm und kalt sein kann….
Wir haben dann versucht die Wellen, die sich an der Kaimauer brachen zu fotografieren- Ergebnis war nur ein Objektiv mit ganz vielen Tropfen auf der Linse…
das MuCEM – am Nachmittag bei ruhigerem und sonnigerem Wetter
Heute wollen wir uns erstmal ein wenig in Marseille umsehen und die Museumsbesuche auf die nächsten Tage verschieben: so bewundern wir die avantgardistische Architektur des MuCEM (Musée des Civilisations d’Europe et de la Mediterranée) heute nur von außen.
Danach bummeln wir um den Vieux Port herum und sind uns einig, dass wir bei dem Seegang (wenn die Boote überhaupt fahren) überhaupt keine Lust haben, das Chateu d’If und die Inseln von Frioul zu besuchen: das würde heute mit Sicherheit bedeuten, die Fische zu füttern…
Abbaye St Victor
Der weitere Weg soll zur Wallfahrstskirche Notre Dame de la Garde führen, die – im 19. Jh erbaut – hoch über der Stadt thront. Auf dem Weg kommen wir an der ehemaligen (teilweise wieder aufgebauten) Abtei St Victor aus dem 11. Jh vorbei, in deren Krypta sich noch Ruinen und Sarkophage aus römischer und ganz frühchristlicher Zeit (aus dem 3. und 4. Jh befinden) – sehr beeindruckend.
Sarkophag Anfang 6 .JhAbtei St Victor: frühchristliche Krypta und Sarkophage
Notre Dame de la Garde
Ganz oben auf dem Berg erreichen wir dann die Kirche Notre Dame de la Garde aus dem 19. Jh: immens viele exVotos mit Bildern von Schiffen im Sturm (mit dem Dank der Errettung aus Seenot) und Bilder von Zugunglücken, einstürzenden Brücken und vom Krankenbett mit gleicher Bedeutung. Von der Decke hängen Schiffsmodelle aus den letzten Jahrhunderten, ergänzt durch Schnellboote, Flugzeuge und Hubschrauber als Artefakte der neueren Zeit …. Die Architektur ist typisch repräsentativer Stil des 19. Jahrhundert …. Es gibt ja Menschen , die das schön finden ….
ex VotiSchiffsmodelleNotre Dame de la Garde
Nach sehr leckerem Couscous sind wir auf dem Rückweg am Mémorial des Déportations vorbeigekommen und sind zur Besichtigung reingegangen: Das kosmopolitische Marseille war 1940 einer der letzten offenen Häfen Europas mit einem alten populären Viertel im Norden des Vieux-Ports. Dieses war den Nazis (und auch einer Reihe von Franzosen) ein Dorn im Auge: im Jahre 1943 wurden die dort lebenden Juden von den Nazis mit tatkräftiger Hilfe des Vichy-Régimes verhaftet, alle Bewohner des Viertels innerhalb eines Tages aus ihren Wohnungen vertrieben und das gesamte Areal gesprengt. Wozu Faschismus fähig ist ….
Jean Marc Bourry – La Menace de la barbarie,1995Mémorial des déportations
Im Anschluss noch ein Rundgang durch die zweite große Kirche der Stadt, die im 19. Jh erbaut wurde: die Kathedrale – auch hier trifft der neobyzantinisch -neoromanische Stil nicht wirklich meinen Geschmack ….
Den Abend verbringen wir zu Hause und hoffen auf gutes Wetter für morgen: geplant ist ein Spaziergang durch die Multikulti- Viertel zwischen Bahnhof und Hafen.
Blick auf Chateau d’If und die Îles de FrioulsAbendstimmung am Meerbeim Schreiben des Blogs
Anreise mit dem Zug von Aachen über Paris nach Marseille
Mittwoch, 11.Februar 2026
Wohin über Karneval? Gewünscht war eine Städtereise mit Wandermöglichkeit, nicht zu kalt – vielleicht schon mit leichter Andeutung von Frühling ?? In Rom, Paris und Barcelona waren Dagmar und ich schon in den letzten Jahren und so habe ich diesmal an Marseille gedacht. Immerhin ist das die zweitgrößte Stadt Frankreichs und der Nationalpark der Calanques mit seinen unzähligen Wandermöglichkeiten liegt zum größten Teil auf dem Stadtgebiet dieser Stadt. Da ich fast sechs Monate im Voraus gebucht habe, war die Anfahrt mit dem Zug mit 130€ Hin und Rückfahrt echt günstig und im Endeffekt genauso schnell wie mit dem Flugzeug: Aachen Hbf bis Marseille Zentrum in 9 Stunden mit sehr komfortablen 2,5 Stunden Umsteigezeit in Paris – es wäre auch deutlich schneller gegangen.
im Zug auf Höhen von Valence: im Hintergund ganz in weiß: die Gipfel der Alpen (des Vercors)
Vielleicht, weil ich die Zeiten so weit kalkuliert hatte, blieb die Hinfahrt (echt ungewöhnlich für mich!) ohne irgendwelche Vorkommnisse. Pünktlich los, pünktlich um 16.00 in Marseille und pünktlich um 16.30 in unserem Airbnb im Panier in der Nähe des alten Hafens. Nette Unterkunft in einem großen offenen Raum ohne einen einzigen rechten Winkel… Wir haben wirklich genug Platz mit Koch- Sitz- und Essecke und zwei mit offenen Wänden ohne Türen abgetrennten Schlafkammern.
Blick vom Bahnhof Richtung Notre Dame de la Garde
Aber – ein Reisetag ohne Vorkommnisse ? No go !! Auf einmal flackert eine Nachttischlampe und dann kommt es zu einem Kurzschluss, der alles Sicherungen im Appartement raushaut. Die nette Vermieterin, die uns eine Stunde vorher den Schlüssel übergeben hatte, konnte mir zwar die Lage des Sicherungskastens nennen, mir dann aber auch nicht weiterhelfen, da auch nachdem die Sicherungen wieder eingeschaltet waren, immer noch nichts ging. Wir haben dann unseren ersten kleinen Stadtbummel gemacht und ihr Mann hat das Problem irgendwie so gelöst, dass wir nach dem Abendessen wieder ganz normal Strom hatten. Da die Nachttischlampe immer noch flackert, nutzt Dagmar diese einfach nicht mehr ….
Das Viertel “ Le Panier“ ist in den letzten Jahren zu einer ziemlich hippen Adresse geworden – das zeigen schon die vielen originellen Graffitis – ich wusste gar nicht, welche ich denn ablichten sollte !
Graffitis im Viertel “ Le Panier“
Abendessen in einem guten kleinen italienischen Restaurant „Chez Angèle“ mit Pizza und Antipasti-sehr lecker! Dazu ein nettes Gespräch mit aus Valence stammenden Tischnachbarn über Marseille, Reisen im Allgemeinen und Besonderen – kurzweiliger Abend.
Morgen soll es nur etwas windig werden aber überhaupt nicht regnen – was mich schon mächtig freuen würde!
im PanierDie neobyzantinische Kathedrale aus dem 19. Jh unsere Haustür
Städtereise im Februar? Marseille und die Calanques bieten zwar nicht unbedingt gutes Wetter aber in jedem Fall angenehme Temepraturen – und einen idealen Mix aus Natur und Stadt für 6 Tage Auszeit.
Den Blog schreibe ich meist während der Tour : abends, wenn ich aufs Essen warte, vor dem Einschlafen oder nachmittags auf der Hütte. Blogs gibt’s also meist dann, wenn ich solo unterwegs bin. Manchmal ist das Netz so schlecht, dass ich den Blogtext nur in Word schreiben kann und auf einen der nächsten Abende mit besserem Internet warte – manchmal schaffe ich es aber sogar, die Bilder auch schon zeitnah hochzuladen. Auf jeden Fall liefert der Blog die aktuellsten Impressionen- es ist eben das Reisetagebuch
Powerpoint und Diashow ebenso wie den endgültigen Track kann es natürlich erst in einigem Abstand zu der Tour geben: aber die Wartezeit darauf ist ja fast so schön wie vor Weihnachten …. Einfach in einigen Wochen noch mal gucken oder sich per Mail benachrichtigen lassen …..
Die Powerpoint erstelle ich zu Hause nach der Tour: da suche ich die Hintergrundinfos zu den besuchten Orten heraus, erkläre Zusammenhänge und Details und stelle meine Fotos zusammen. Die Quelle zu den Texten bilden dabei Bücher, Wikipedia, Infos der Touristenbüros aber auch andere Internetseiten. Vor allem aber versuche ich mit etwas Animation die Bilderfolge interessanter zu gestalten
Die Diashow ist im Pinzip die abgespeckte Variante der Powerpoint. Vor allem gedacht für einen kurzen Überblick. Auch wenn ihr den Download der Powerpoint scheut oder keinen Viewer habt, kommt dieser Weg infrage
3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz: von Op de Kengert nach Echternach
Samstag, 18.Oktober 2025, 27 km, 715↗, 890m↘
Keine Ahnung, warum ich heute schlecht geschlafen habe: ich war müde genug, es war nicht kalt, wenig Licht und außer leisem Gemurmel gab es nur Käuzchenrufe und zwischendurch Schreie anderer Tiere, die ich nicht zuordnen konnte .
Frühstück dann im Zelt mit Tee und Petits Pains au Chocolat, die ich gestern Abend noch gekauft habe: endlich weiß ich, warum ich den Gaskocher mitgeschleppt habe.
Heute scheint die Sonne, windstill – goldener Oktober, und alle einschlägigen Gedichte fallen mir ein … .Der Weg verläuft zunächst langsam abwärts durch einen Buchenwald, dann über viele Kilometer auf der Hochebene an Feldrainen entlang und durch Heckenwege … einfach schön!
Blick zurück auf den kleinen sympathischen Campingplatzrouge et noir!
Beaufort
Nach den Ruinen des Schlosses von Beaufort folgt der Trail verschiedenen Bächen, die sich teilweise sehr spektakulär in die Sandsteinfelsen gefressen haben. Zuletzt geht es noch durch die Wollefsschlucht mit gefühlt einer unendlichen Anzahl an Stufen. Das wäre alles erträglich, wenn diese Schlucht nicht nach mehr als 20 km mit (zu) schwerem Gepäck läge und ich nicht vorhin auf einer Asphaltstraße umgeknickt wäre. So werden die letzten 5 km zu einer Herausforderung (so gibt es nicht so viele Fotos).
Ich könnte gleich noch 2 Stunden nach Hause fahren, bin aber ziemlich platt, so dass ich es vorziehe, noch einmal auf einem Campingplatz zu übernachten. Hier in Echternach ist auf dem kommunalen Platz- im Gegensatz zu den privaten Plätzen der Umgebung – die Rezeption geschlossen und schon alles winterfest gemacht. Jemand empfiehlt mir, einfach mein Zelt irgendwo aufzubauen, die Duschen seien geöffnet. Danach gehe ich den steilen Hang hinab in den Ort, besichtige noch die Willibrod Basilika und esse recht ordentlich zu Abend in einer Pizzeria .
die romanische Basilika in EchternachChorgestühlWillibrod-Basilika in Echternach
Am Sonntagmorgen bin ich dann gut ausgeschlafen nach Zeltabbau bei immer noch geschlossener Rezeption ohne zu bezahlen (wo denn auch!) nach Echternach gegangen, habe gegen 8.30 in einer Bäckerei gefrühstückt und bin in aller Ruhe nach Hause gefahren.
Fazit: total schöne Gegend- aber definitiv besser mit viel weniger Gepäck. Sonst hat man nämlich kaum Lust, die über unzählige Zusatztreppen zu erreichenden Aussichtspunkte auf den Felsen zu erklimmen…
(zu) reiche ErnteDies ist ein Herbsttag wie ich keinen sah!riesige Galerien – die Gruppe steht da für die Größenverhältnisse ..WollefsschluchtSarkophage aus dem 7. (!) Jh in der Basilika
3 Tage zum Wandern durch die Luxemburger Schweiz: Consdorf- Op Kengert bei La Rochette
Freitag, 17.Oktober 2025, 23 km670m, 600m
Ohne Wecker bin ich um 8.00 aufgewacht (Schlafenszeit: 21.00), habe alles eingepackt und war um 9.00 im Dorf in der Bäckerei zum Frühstück. So langsam kommen die Erinnerungen hoch – hier war ich schon mal: vor knapp zehn Jahren habe ich mit Mira, meinem Hund, eine Tour weit in der Vorsaison, Anfang März gemacht. Alles war geschlossen, die Besitzerin des (eigentlich auch geschlossenen Campings) hat mir aus Mitleid einen Teller Nudeln spendiert. Es war saukalt im Zelt (und meine Ausrüstung noch suboptimal), so dass ich Miras Wärme im Zelt sehr genossen habe. Die Bäckerei in Consdorf, 5 km weiter, sollte am nächsten Morgen geöffnet sein – ausnahmsweise allerdings Fehlanzeige …
die Bäckerei in Consdorfich musste lange nachdenken – aber es ist kein Brutkasten, sondern ein Brotautomat!… in memoriam!
Heute ist alles anders: es ist ziemlich warm und es gibt leckeres Gebäck, Weckmänner (Stutenkerle auf norddeutsch) und Milchkaffee. Der Morgen ist gerettet.
Der Mullerthal- Trail führt dann auf halber Höhe zwischen den Sandsteinfelsen entlang: enge, dunkle Spalten, die ich nur ohne Rucksack auf dem Rücken passieren konnte (Schlankheitstest). Es ist ein unablässliches Auf und Ab über schmale Pfade und unendliche Treppen. Genial (trotz der Treppen).
Schlankheitstest..… quer geht nicht …Felsenweg
Glücklicherweise führen auch einige Kilometer über die Hochebene und über eine Bahntrasse – sonst hätte ich die 23 km nie geschafft. Mein Rucksack ist nämlich viel zu schwer: ich war mir nach den Erfahrungen vor 10 Jahren nicht sicher, ob es genug zu essen gibt und habe entsprechend eingepackt. Und das wiegt …. .
Camping op de Kengert
La Rochette ist ein netter Ort: die hell verputzten Fassaden unterscheiden das Dorf von den ansonsten sehr ähnlichen Ardennendörfern, die aus dunklen Bruchsteinen gebaut sind. Über allem thront die imposante Burgruine, an der vorbei der Weg zum weiter nordöstlich gelegenen Campingplatz „Op Kengert“ führt. Ich hoffe auf einen ruhigen, nicht zu hellen Platz (das kann ich erst morgen früh sicher beurteilen). Das Abendessen mit gebratener Forelle und Mandeln ist auf jeden Fall schon mal um Klassen besser als die komischen Cannelloni von gestern Abend …
vielleicht hätte Kieferorthopädie mit Zahnspange in der Jugend geholfen…das passiert, wenn man doch mal Fichten anpflanzt!Die meisten Wälder hier sind LaubwälderPicknick unter der LindeLa Rochette
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